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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

abergläubischen Dorurtheilcn geprellet werden. Diese unchristliche Erziehung, die sehr viel von der Furcht für die Gespenster, und sehr wenig von der Furcht GOttes redet, und diese Lehre von den Gespenstern verderben auch die Sitten, und die Handlungen der Menschen. Die feige Furchtsamkeit macht den Menschen unfähig, die geringste Zufälle ohneAngst auszustehen. Plater hätte vorige Nacht ein Sache von größter Wichtigkeit ausarbeiten sollen. Er sitzte in seiner Schreibstube in tiefsinnigen Gedanken, auf einmal grabelte etwas am Fenster. Er wird gestöret, die Einbildung lauret schon; ob es kein Gespenst seye. Da sich dieses Grabeln verdoppelt, überfüllt ihn eine Furcht: er ruft seinen Diener, der endlich den Geist entdecket, welcher ein Fledermaus wäre, die dem Schein des Lichts mag zugeflogen seyn. Aber die gehabte Furcht, die erlittene Angst hat seine Gedanken zerstreut, und auch durch vieles Federbeissen gebühret er einen Aufsatz, dem Händ, Füß und Kopfe mangeln. Plumb will nicht allein an einem Orte schlafen, und er schlägt eher zeit den heydnischen Sokrates von Adam und Eva, und vom Paradeife haben reden lassen, (i. Th. ). Aust.) Und doch hat er in der Borrede von seinen Zuhörern verlangt, sie sollten ein wenig Drrstanb mitnehmen, da er doch besser gesagt hätte, sie sollten ihn in Hause lassen.

  • n ’ ck n Ich sollte in dieser Predigt noch anmerken viele leere und’trvckene Begriffe, abgeschmackte Ausdrücke, eitle Wortspiele, verdrehte Auslegungen der H. Schrift, und eine elende Redekunst. Allein es wird genug sevn, wenn ich sage, daß er keine einzige Eigenschaft eines Predigers habe, die das tridentinische Concilium seil’. 2Z. dannrilljischr<le änno i529. Esn.41. Uecessus Format, 1545. kecellln Imp. cke Anno IZZ7Lpick. ^sckorsl. Hrctuepilc. ViennenLs nle 17ZL.

das öffentliche Edict unsers durchleuchtigsten Chursürsten und glorwürdigst regieren, den kandrsvaters <le/znno 1767. von einem geehrten, klugen und mit einem apostolischen Eifer begabten Prediger begehren und abfodern. Ich habe noch nicht die Halste gesagt, was ich von diesem Meisterstücke einer Predigt noch sagen könnte, und Hoch hätte ich bald ner-effrn, daß ich eine Rote schreibe.

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Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 166. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/166&oldid=2866436 (Version vom 1.8.2016)