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alle viertel Jahre etwas neues angeschafft, welches zwar nur die Hälfte kostet, aber so leichtfertig ist, daß die Fetzen nicht einen Heller taugen. Man berechne den Abstand, halte die Garderobe eines Alten gegen jene eines Modernen, durchgehe zugleich die Kaufmanns- und Schneiders-Conti, so wird sich der Unterschied zeigen.

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Die Frau hat sich in der Vorzeit mit der Haushaltung abgegeben, und hiezu auch ihre Töchter angewiesen, hiemit einen ordentlichen Wandel geführt, ihre Beschäfftigungen aber zu Zeiten mit einer gegebenen oder angenommenen Visite abgewechselt. Dermahlen gehet die ganze Woche mit dem Putzzeug dahin; die Haushaltung wird durch kostbare Dienstboten und Taglöhner und vielmahl schlecht versehen, folglich weniger eingenommen, mehr ausgegeben; das Gesellschaftgehen wird zur Regel, die Haushaltungs-Geschäffte zur Ausnahme; und, damit das liebe Töchterchen ja nichts nutz werde, so schickt man sie auf eine Zeit in die Stadt, um daselbst den Modeton zu sehen, sich an tägliche Hausfreunde und Courmacher zu gewöhnen, kurz sich also zu bilden, damit sie ganz gewiß den Geschmack am Landleben völlig