Seite:Central-Commission Jahrbuch 03 Die Kirche des ehem. cisterzienser Nonnenkloster Porta Coeli zu Tisnowic.pdf/017

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266 J. E. Wocel.


an den Spitzen überbogenen Blättern geziert; den äussersten Rand des Tympanum umsäumen endlich kühn geschlungene Arabesken von ungemein zierlicher Bildung. Der Portalbogen wird unten durch einen Architravbalken begrenzt, dessen untere Hälfte als ein mit Weinlaub gezierter Rundstab sich darstellt, der an der Mauerfläche bis zum äussersten Umfassungsbogen des Einganges sich hinzieht.

Der schönen Krönung entsprechend stellt sich auch die Leibung der Portalwände dar. Ein hoher Sockel, den ein von zwei Rundstäben und einer Hohlkehle gebildetes Gesims abschliesst, bildet das Basament, auf dem die fünf Dreiviertelsäulen aufruhen, welche die Wandung in fünf nischenförmig vertiefte Theile sondern. Jede Säule ruht auf einem würfelförmigen Untersatze, über den der untere stark ausladende Pfühl der eigenthümlich gebildeten attischen Basis hervorragt; als Stütze des vorspringenden Pfühls dient eine kleine Console (Fig. 12). Der Säulenschaft ist in seiner Mitte durch drei Theilungsringe in zwei

Jahrbuch MZK Band 03 - Kirche Porta Coelis - Fig 11 Portalornamente.jpg

Fig. 11.

Hälften gesondert, oder stellt sich vielmehr als eine aus zwei Säulen gebildete Stütze dar, indem der untere Theil des Ringes durch das Capitäl der einen und der obere Theil desselben durch die Basis der anderen Säule geformt erscheint; diese Theilungsringe sind aber arg beschädigt und grossentheils kaum mehr wahrnehmbar. Die oberen Säulenschäfte sind insgesammt abgeschlagen und blos die Bekrönungen derselben, die aus Knospenblättern gefügten Capitäle, stellen sich noch dem Auge dar. Auf reich ornamentirten Tragsteinen, die aber stark beschädigt sind, erheben sich auf jeder Seite der Portalwand fünf Apostelstatuen in würdevoller Stellung. Der reiche Faltenwurf, die ungezwungene Bewegung der individuell aufgefassten Gestalten weiset diesen Gebilden eine bedeutende Stelle unter den Kunstwerken der Frühperiode des 13. Jahrhunderts an. Leider sind die Hände und Köpfe mehrerer Figuren zerstört, und die letzteren in neuerer Zeit durch Köpfe von Gyps ersetzt. – Das Arabeskenornament