Seite:Diplomatische Nachrichten von dem Ursprung der Lehensherrlichkeit des Stiftes Wirzburg über das dem Hause Sachsen zuständige Schloß und Amt Meiningen.pdf/26

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des genannten Amtes, einen dreymal größern District von der Grafschaft Henneberg an sich brachte, liefert übrigens einen sehr auffallenden Beweis von der Vergrößerungs-Begierde eines geistlichen Stifts, welches schon in mittlern Zeiten sich mit Hennebergischen Gütern zu bereichern wußte, und nach dem Ausdruck eines alten Chronikers, der Henne schon manche Feder ausgerupfet hatte.[1] Damals, wo gemeiniglich der Stärkere Recht und der Schwächere Unrecht hatte, geschahe es, wie geschichtkundig ist, durch eine Menge kleiner Fehden, bey deren Schlichtung die Grafen dem Stifte entweder einen Strich Landes ganz abtreten oder wenigstens lehenbar machen mußten. Als der Fehdegeist


  1. Spangenbergs Henneb. Chron. S. 249 Daß ein großer Theil des heutigen Stifts Wirzburg ehedessen zur Grafschaft Henneberg gehöret habe, ist historisch gewiß, und man könnte ein langes Register von den Besitzungen liefern, die nach und nach, theils durch Kauf, theils durch Lehensverbindung, an Wirzburg übergegangen sind. Die wichtigsten davon waren ohne Zweifel die Schlößer und Ämter, Rotenstein, Wildberg, Kißingen, Steinach, Trimberg, Münrichstadt, Königshofen, Mellerstadt, Ascha, Ebenhausen, Sulzfeld, das Gericht Saala und noch viele einzelne Ortschaften und Gefälle, welche alle im mittlern Alter integrirende Theile der Grafschaft ausmachten, und zu verschiedenen Zeiten vom Stifte Wirzburg acquiriret wurden.