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man an neu angesiedelte Handwerker in Heilsbronn, an den Wirth daselbst, an Leute in Weißenbronn, Bürglein und Berghof, an den Schafmeister in Weiterndorf und an den Müller daselbst verkaufte, den Morgen zu 2 bis 3 fl. Von jedem Morgen mußten jährlich vier Kreuzer Baudung, 1 Mtz. Korn und 1 Mtz. Haber entrichtet werden. 1688 war das Zertrümmerungswerk beendigt und Weiterndorf nicht mehr verödet. Nach der fast gänzlichen Verödung des Ortes siedelte der Gemeindeschmied Reuter nach Weißenbronn über, wo früherhin weder vom Kloster noch vom Klosteramt eine Schmiede geduldet wurde, nun aber nach der Verödung Weiterndorfs ein dringendes Bedürfniß geworden war. Eines der nicht völlig verödeten Anwesen war die Mühle, deren Verkauf und Wiederverkauf gleichfalls entnehmen läßt, wie verderblich der Krieg eingewirkt hat. Sieben Jahre vor dem Kriege kaufte H. Volland die Mühle von P. Hassold für 2100 fl. und zahlte an das Amt 113 fl. Handlohn. Anders stellte sich der Kaufpreis nach der Verödung. H. Kettner kaufte 1645 die Mühle mit zwei Gängen, 11 Mgn. Feld, zwei Wiesen und Garten für 192 fl. Er brachte die Mühle bald wieder in guten Stand: „ein fein Mahlwerk, fehlt aber an Wasser, daß man fast das ganze Jahr nur auf einem Gang mahlen kann.“ Der Schafhof, i. J. 1132 eines der primitiven Klosterstiftungsgüter, wurde vom markgräflichen Klosteramt i. J. 1705 verkauft. Weiterndorf war während der ganzen Klosterzeit und auch später nach Bürglein gepfarrt und kam erst im 19. Jahrhundert zur Pfarrei Heilsbronn.


3. Betzmannsdorf,

Pecemannesdorf, 3/4 Stunden von Heilsbronn, ein Weiler mit zwei Bauernhöfen, wird, wie Weiterndorf, in der Stiftungsurkunde von 1132 unter den sieben Orten genannt, wo das Kloster gleich bei seiner Gründung vom Bischof Otto Besitzungen erhielt; ob, wie bei Weiterndorf, einen der Höfe, oder nur Gefälle, sagt der Stiftungsbrief nicht. Wer die Vorbesitzer waren, ist unbekannt. Das Kloster wurde alleiniger Besitzer der beiden Höfe.

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/127&oldid=- (Version vom 1.8.2018)