Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/30

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(1323), „Ramingsdorf“ (1400), „Rumesdorf“ (1403), „Raumersdorf“ (1455), „Radmersdorf“ (1500). Es hat sich hier also ein Herr „Ratamar“ oder „Radmar“ oder ähnlich niedergelassen und dem Dorf seinen Namen gegeben; durch Abschleifung im Sprachgebrauch entwickelte sich dann die Namensform „Rammer“ mit seinen vielgestaltigen Nebenformen. Der Zusatz „Ober–“ ist erst in neuerer Zeit dazugekommen, als die mundartliche Aussprache von Rottmannsdorf ganz ähnlich lautete wie Rammersdorf und man deshalb beide Orte unterscheiden wollte. Bei Oberrammersdorf lassen sich zwei Siedlungzeiten unterscheiden, einmal die alte Hofsiedlung, die auf der südlichen Talmuldenseite gelegen war, wo offensichtlich ursprünglich nur Ein großer Hof stand; und dann die vom Gumbertuskloster aus betätigte Siedlung auf der Nordseite, die allem Anschein nach zunächst drei Höfe umfaßte. Die erste Siedlung läßt sich genau erkennen an der großen abgerundeten Hofrait, die heute die beiden Anwesen Hs.-Nr. 12/13 und 8 nebst der Schmiede umschließt, wobei auch die Quelle im Wiesgrund nicht fehlte; auch die alten Feldwege laufen hier zusammen. Auf der gegenüberliegenden Seite bildeten die Anwesen Nr. 1 und 4 ehedem sichtlich Einen Hof, ebenso die Anwesen Nr. 2 und 3. Diese, nebst dem Hof Hs.-Nr. 6, hatten ihre Grundstücke einst in der gleichen Feldlage, die offenbar ehemals klösterlicher Grund und Boden war, abgezweigt von der angrenzenden „Pfaffenstruth“, die damals den „Pfaffen“, d. h. den Kloster- und Chorherren gehörte. Die drei Höfe waren auch zum Gumbertusstift zehntpflichtig, während der alte Hof auf der anderen Seite des Dorfes sowie die später von ihm abgezweigten Anwesen zehntfrei geblieben waren.

 Geschichtlich wird der Ort erwähnt im Jahre 1240 in der schon bei Ratzenwinden angeführten Urkunde betreffend Schwigger von Oberbach. 1254 verzichteten Ludwig von Wizelsdorf und Rudiger von Hengersbach auf ihr Erbrecht an Gütern zu Oberrammersdorf zugunsten des Gumbertusstiftes in Ansbach. 1323 kommt das Dorf in dem Ledigungsbrief des Königs Ludwig vor, von dem schon bei Hirschbronn und Steinbach die Rede war; ebenso in dem Schenkungsbrief des Herrn im Steinhaus von 1421 (siehe Steinbach und Ratzenwinden). 1403 verkauften Ritter Friedrich von Heideck und sein Sohn Johannes dem Gumbertusstift sieben Güter zu Rammersdorf, die fortan beim Stift verblieben. Um 1436 und später lebte in Oberrammersdorf eine Familie Backofen, die durch ihre Prozesse viel von sich reden machte.

 Um 1500 und weiterhin finden sich stets acht Höfe und Güter (siehe S. 320).