Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.1 (1854).pdf/54

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Musik redet die allgemeinste Sprache, durch welche die Seele frei, unbestimmt angeregt wird; aber sie fühlt sich in ihrer Heimath. –


Die Plastischen.

Am Ende hört ihr noch in Haydn’s Schöpfung das Gras wachsen![H 1]

Fl.

Der Künstler sollte freundlich, wie ein griechischer Gott, mit den Menschen und dem Leben verkehren; nur wenn es ihn zu berühren wagte, möge er verschwinden und nichts als Wolken zurücklassen.[H 2]

Fl.

Es ist das Zeichen des Ungewöhnlichen, daß es nicht alle Tage gefaßt wird; zum Oberflächlichen ist der größere Theil stets aufgelegt, z. B. zum Hören von Virtuosen-Sachen.

E.

Es ist mit der Musik wie mit dem Schachspiel. Die Königin (Melodie) hat die höchste Gewalt, aber den Ausschlag gibt immer der König (Harmonie). –

Fl.

Der Künstler halte sich im Gleichgewicht mit dem Leben; sonst hat er einen schweren Stand. –


In jedem Kinde liegt eine wunderbare Tiefe.


Anmerkungen (H)

  1. [WS] In seinem Oratorium Die Schöpfung charakterisiert Joseph Haydn Tiere durch illustriertende Klangmittel, was in der Romantik als "Programmmusik" zum Gegenstand ästhetischer Debatten wurde.
  2. [WS] Der Gott Apoll und die Sterblichen, siehe S. I.9.