Seite:Lebensgeschichte Maximilian Münchs, regulirten Chorherrn im Collegiatstifte Rebdorf.pdf/3

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Privatfleiß kennen gelernt hatte, zugleich zu lesen.

Seine Obern waren mit seinem ausgezeichneten Fleiß so sehr zufrieden, daß sie gesonnen waren ihn zur weitern Ausbildung seiner Kenntnisse auf eine hohe Schule zu schicken, welches aber durch andere Umstände gehindert wurde. Bald erwachte in ihm die Begierde zum Studium der Geschichte überhaupt, und besonders der Litterargeschichte; und um diese zu befriedigen, suchte er die Gunst des damahligen Bibliothekars, und den öftern Zutritt zur Bibliothek. Leider! kannte und hatte aber dieser selbst nicht, was zu diesem Fache nöthig war, und er sah sich genöthiget, sich von seinen eigenen Mitteln diejenigen Bücher anzuschaffen, welche zu seinem Zwecke dienten. Kein Vorurtheil hielt ihn ab heterodoxe Bücher eben sowohl zu lesen, als orthodoxe, und das Gute in denselben zu benützen, unbekümmert um das schädliche Gift, mit welchem dieselben angesteckt waren, oder für angesteckt gehalten wurden.

Nach dem Tode des 70 jährigen Bibliothekars wurde Maximilian Münch selbst Aufseher der Bibliothek, welche er nun mit neuen und brauchbaren Werken, die noch fehlten, zu bereichern suchte. Hier brachte er