Seite:Lieder und Balladenbuch-Strodtmann-1862.djvu/76

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Wohin kein menschlicher Fuß sich verlor,
     Wo der giftige Nebel schwillt:
Aus den zitternden Grund im finstern Moor
Duckt’ er sich hinab in das wuchernde Rohr,

15
     Wie in sein Lager das Wild.


Ein armer Sklave! vom Peitschenschlag
     Geschändet der Tyrannei;
Auf die Stirne gebrannt das Mal der Schmach,
Und ein Lumpengewand um den Körper lag,

20
     Des Elends düstre Livrei.


Um ihn war Alles licht und schön,
     Und Alles war frei und froh;
Eichhörnchen tanzten aus Baumeshöhn,
Und Vögel erfüllten die Luft mit Getön,

25
     Das jubelnd aufwärts entfloh.


Auf ihn nur fiel das Loos der Pein,
     Seit er ans Licht gebracht,
Auf ihn nur blitzte der Fluch des Kain
Hinab, und schmetterte ihn allein

30
     In ewige Schmerzensnacht.