Seite:Verse auf Swift’s Tod-Swift-1844.djvu/12

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Nur war er selbst sehr unzufrieden.
Wär’ ihm ein besser Loos beschieden,
Hätt’ er vielleicht sich so gefügt,

320
Wie meist die Pfaffen sich geschmiegt.

Kaum hätt’ er für Partein geblutet!
Wird jetzt ihm Bosheit zugemuthet?
Doch still! Er liegt ja lang im Grabe.
Die Schriften, seines Geistes Gabe,

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Sind von verschiedner Art, kuriose,

In Versen ein’ge, meist in Prose,
Verfaßt in einer Toryzeit,
Worin er Harley Beistand leiht,
Auch jene Närrin Anna preist,

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Und selbst sich als ein Narr erweist,

Von Toryschelmen angeführt,
Die mit den Stuarts intriguirt.
Pasquill’ auch, die schon längst verschollen,
Ob jener Zeit und voll von Schmollen.

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Nimmst du den Gulliver zur Hand,

So siehst du in dem letzten Band
Nur eine Lüg’ in jedem Wort;
Dort ist ihm schier das Herz verdorrt.
Nicht eine Predigt wirst du schaun,

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Um fromme Seelen zu erbaun.“

     „Ein Urtheil nun vermeidet Swift,
Das seine Werke selbst betrifft.
Stets ward von ihm verachtet schier
Der Recensenten Jagdrevier;

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Nur Eines ward von ihm begriffen:

Ein jeglich Buch ward schnell vergriffen,
Wann Swift sich als Verfasser nannte,
Wobei er stets als Zweck bekannte,

Empfohlene Zitierweise:
Jonathan Swift übersetzt von Franz Kottenkamp: Verse auf Swift’s Tod. Scheible, Rieger & Sattler, Stuttgart 1844, Seite 247. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Verse_auf_Swift%E2%80%99s_Tod-Swift-1844.djvu/12&oldid=- (Version vom 1.8.2018)