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Auch aus und sagen: ’s thut mir leid,
Doch Allen steht der Tod bereit.

     Der Seele ganze Stärke beut
Gleichgült’ger Sinn im Weisheitskleid.

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In letztrem geht der Mensch auf Stelzen;

Wie kann sein Herz zum Mitleid schmelzen?
Bei Schlägen wird die Ruth’ er küssen,
Und resignirt sich zeigen müssen.

     Der Narren Schwarm, der um ein Jahr

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Nur jünger ist, als ich es war,

Empfindet ekle Furcht und Grauen;
Sie pflegten mich als Schirm zu schauen,
Der zwischen ihnen und dem Tod
Des längern Lebens Hoffnung bot;

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Ist er entfernt, ergreift sie Schauer;

Aufrichtig scheint mir ihre Trauer.

     Die Freundinnen, die zärtlich fühlen,
Und besser ihre Rollen spielen,
Vernehmen es mit Schmerz, der dumpf:

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„Swift todt! (Ich bitte, was ist Trumpf?)

Gott wird der Seele gnädig sein!
(Hier diesen Stich riskir’ ich fein.)
Ja, sechs Dechanten sind genug,
Zu halten ihm sein Leichentuch.

195
(Vergessen hab’ ich, ob schon jetzt

Trumpfkönig dort ist eingesetzt.)
Wird man den Herrn Gemahl gewahren
Im Leichenzug des Freundes fahren?“ –
„Der Anblick wäre grauenhaft;

200
Von ihm auch würde tadelhaft
Empfohlene Zitierweise:
Jonathan Swift übersetzt von Franz Kottenkamp: Verse auf Swift’s Tod. Scheible, Rieger & Sattler, Stuttgart 1844, Seite 242. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Verse_auf_Swift%E2%80%99s_Tod-Swift-1844.djvu/7&oldid=- (Version vom 1.8.2018)