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von Preußen, der mit des Herzogs zweiter Schwester, Luise Amalie, vermählt war. Der König belohnte den Herzog ehrenvoll für dessen Heldenthaten, erhob ihn 1750 zum Generallieutenant und verlieh ihm verschiedene höchst einträgliche militärische Stellen, die seinem Range angemessen waren. Der Herzog lebte mit Vorliebe am Hofe zu Berlin, befreundete sich gleich seinen erlauchten Schwägern sehr, doch nicht mehr als für deutsche Art und Kunst ersprießlich war, mit französischer Sprache und Sitte, und war auch Voltaire freundlich zugethan.

Als der dritte schlesische Krieg ausbrach, trat Herzog Ferdinand freudig wieder an die Spitze einer von drei preußischen Colonnen, und besetzte zunächst die kursächsischen Gebiete der Saale- und Unstrutgegend, nahm Halle, Zeitz, Naumburg und Leipzig und drang von da gegen die Elbe und das Erzgebirge vor. Nach der völligen Besetzung Kursachsens durch den Herzog und die Heeresabtheilung, welche sein Vetter, Herzog August Wilhelm von Braunschweig-Bevern befehligte, rückte er gegen Böhmen vor, hielt die Oesterreicher ab, der sächsischen Armee Hülfe zu bringen, und befehligte in der berühmten Siegesschlacht von Lowositz den rechten Flügel des preußischen Heeres, wo er jedoch mehr mit dem Geschütz als durch persönliche Tapferkeit zu wirken vermochte. Mehr begünstigte ihn die Göttin der Schlachten im blutigen Treffen bei Prag 1757, dessen Sieg für Preußen er lediglich entscheiden half; später leitete der Herzog die Belagerung dieser Stadt. Als das Kriegsglück den preußischen Fahnen treulos wurde, vertrieb der Herzog die einrückenden Franzosen aus den Ebenen der heutigen Provinz Sachsen, während der König selbst das nördliche Thüringen säuberte; aber aufs neue drang ein französisches Heer unter dem Prinzen Soubise in Vereinigung mit dem Reichsgeneralfeldmarschall Prinzen Joseph Hollandinus zu Sachsen-Hildburghausen durch Thüringen nach Sachsen, deren vereinte Siegeshoffnungen in der Schlacht bei Roßbach ihr betrübendes Ende fanden. Kurz vor dieser Schlacht war indeß Herzog Ferdinand erkoren worden, als Oberbefehlshaber das englisch-deutsche Heer zu führen, welches König Georg II. von Großbritannien mit zum Schutze Preußens in Deutschland aufstellte. Hier fand der Herzog volle Gelegenheit, sein großes Feldherrntalent geltend zu machen; es galt den Geist eines bunt aus vieler Herren Ländern zusammengewürfelten Heeres zu wecken, zu beleben und zu heben, welches dem einsichtvollen Führer trefflich gelang, und nach Besiegung mancher Schwierigkeiten, auf die er stieß, trieb er die Franzosen aus seines Bruders, des Herzogs eigenem Lande heraus und räumte von ihnen alle nachbarlich angrenzenden Gebiete; er besetzte die Hochstifte Münster, Paderborn und Osnabrück, sowie Wesel, hielt, wie immer, sehr strenge Mannszucht, setzte auf holländischen Schiffen über den Rhein, lieferte den weit überlegenen Franzosen bei Crefeld eine Schlacht, und gönnte sich und den Truppen nicht Ruhe und Rast, bis er, durch die wachsende Uebermacht des Feindes gezwungen, wieder über den Rhein zurückzugehen beschloß. Die Geschichte jener Feldzüge ist allzu umfang- und erreignißreich, um auch nur in andeutenden Umrissen auf engbegrenzten Raum gezeichnet werden zu können, genug, Herzog Ferdinand war einer der strahlendsten Kriegsfürsten dieser bewegten Zeit, und es war ihm vergönnt, ruhmgekrönt und vom Könige von England höchst ehrenvoll ausgezeichnet, den englischen Kriegsdienst zu verlassen und in den preußischen zurückzukehren, den er jedoch nach drei Jahren verließ, da ihm manches am Berliner Hofe nicht mehr zusagte und sein persönliches Verhältniß zum König Trübungen erlitt.

Der Herzog wählte Braunschweig, seine Geburtsstadt, fortan zum dauernden Wohnsitz, und begann dort ein nur bisweilen durch kleinere oder größere Reisen unterbrochenes Privatleben, welches er vornehmlich durch die hohen und sittlichen Freuden, die das Maurerthum dem denkenden Manne bietet, schmückte und zu verschönen wußte. Er schätzte und unterstützte Künste und Wissenschaften, und wenn die Neigung der Zeit, welcher viele der begabtesten Köpfe sich hingaben, auch die »geheimen« Wissenschaften begünstigte, so waren es doch sicher nicht lauter Gaukler und Schwärmer, die den Herzog umlagert hielten und sein Vertrauen mißbrauchten, wie wohl hie und da behauptet worden ist. Der ächt maurerischen Gesinnung entsprang des Herzogs hoher, edler, unbegrenzter Wohlthätigkeitssinn, seine Unterstützung zahlreicher studirender Jünglinge, seine Aufhülfe der Armenanstalten im ganzen Herzogthum seines Bruders, die reichen Almosen, die er in Braunschweig und Magdeburg allmonatlich vertheilen ließ, und diese Gesinnung wird nicht verdunkelt durch die Schatten, die weniger auf des Herzogs Charakter, als auf seine durch allzugroße Humanität genährte Leichtgläubigkeit fallen, indem durch unlautere Triebfedern dritter ihm die Klarheit des Geistes und die Schärfe des eigenen Blicks verdunkelt wurde. Der Herzog und sein Bruder, der regierende Herzog Karl, aus dessen Zügen schon die wohlwollendste Gesinnung sich unverkennbar abspiegelte, standen im höchsten Ansehen in dem maurerischen Bruderbunde durch ganz Deutschland, und es gereicht ersterem gewiß zur größten Ehre, daß er, der Mann zahlloser Treffen und blutiger Feldschlachten, sein Herz durch die vieljährigen Heereszüge nicht hatte verhärten lassen, sondern voll Gemüth und voll weiches Gefühl blieb, sich und seine Leidenschaften männlich beherrschte und mit hoher Körperschönheit in jüngeren Jahren bis zur Reife des höheren Alters Zartheit und Anmuth auch im geselligen Umgang verband. Er endete an den Folgen eines Lungenübels und wurde auf seinem Gute Vechelde beigesetzt, einer der tapfersten und einer der edelsten des alten Welfenstammes.