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eine ganze Kette fernerer Kämpfe, die sich auch bis zum Ende der Herrschaft Ferdinand’s hinzog.

Im Jahre 1531 wurde Ferdinand römischer König, und sah sich veranlaßt, gegen seine Böhmen das Schwert zu ziehen, denen er die päpstliche Bewilligung des Kelches beim Abendmahl erwirkt, die sich aber weigerten, gegen den schmalkald’schen Bund zu Felde zu ziehen. Ferdinand selbst folgte später dem Bruder in dem Zuge, der mit der Schlacht bei Mühlberg und der Gefangennehmung beider Häupter des Bundes endete. Prag wurde empfindlich bestraft und seiner alten Freiheiten beraubt, die es schwer und nur allmählich wieder erlangte.

Ueber Ferdinand’s Gesinnungen gegen die Protestanten ist keine volle Klarheit in der Geschichte; sie schwankten je nach Zeit und Umständen. Er war ihnen hülfreich und verfolgte sie, wie es kam; in jüngeren Jahren offenbarte er Strenge und neigte sich später zur Milde; ihm dankte die protestantische Kirche 1552 durch den Passauer Vertrag und 1555 durch den Religionsfrieden endlich einen gesetzlichen und festen Halt im deutschen Reiche; Böhmen aber belästigte er im Jahre 1552 mit Einführung der Jesuiten, und in den eigenen Erblanden wurden die zahlreichen protestantischen Gemeinden, die sich bereits in Böhmen, in Ungarn, wie in Oesterreich, Tyrol, Steiermark u. s. w. gebildet, Verfolgungen und Unterdrückungen ausgesetzt, die kein Ende gewannen. Oeffentliche Uebung des protestantischen Gottesdienstes wurde streng untersagt, und die evangelisch-lutherische Kirche blieb in den Staaten des Kaisers eine ecclesia pressa.

Der 14. März 1558 gab Ferdinand die deutsche Kaiserkrone, nachdem sein Bruder Carl sie freiwillig niedergelegt hatte; die protestantischen Reichsstände waren nicht gegen ihn, wohl aber der Papst Paul IV., indeß war durch die Reformation das Ansehen des Papstes in ganz Deutschland so erschüttert, daß es ganz auf sich als auf einer gleichgültigen Sache beruhte, ob der Papst den Kaiser salben und krönen wollte, oder nicht.

Schwerer als die eigene Krönung zum Kaiser hielt es Ferdinand I., seinen ältesten Sohn, den nachmaligen Kaiser Maximilian II. zur römischen Königskrone zu verhelfen, denn obschon Ferdinand versucht hatte, theils durch das zu Worms 1557 veranstaltete Religionsgespräch, theils durch den Reichstag zu Augsburg, 1559 die getrennten Glaubensparteien zu einigen, wo er auch den Religionsfrieden neu bestätigte und eine neue Reichshofrathsordnung erließ, auch das Münzwesen verbesserte – so stieß er doch die evangelische Partei dadurch von sich ab, daß er auf Annahme des tridentiner Concils ihrerseits drang, welche durchaus verweigert wurde. Gleichwohl gab der Kaiser sich Mühe, vom Papst Pius IV. für die Bewohner seiner Lande die Genehmigung zu erhalten, das Abendmahl in doppelter Gestalt empfangen zu dürfen, was ihm auch gelang, aber die von Ferdinand I. ebenfalls erbetene Aufhebung des Cölibats und Wiedereinführung der Priesterehe konnte er um keinen Preis erwirken.

Durch Ferdinand I. wurde der Stamm des Hauses Oesterreich fortgepflanzt; er hatte vier Söhne, deren einen, und zwar den dritten Namens Johann, er überlebte, und 11 Töchter. Der älteste Sohn Maximilian II. folgte dem Vater nach und nach in allen Würden; mit Freuden sah Ferdinand I. ihn noch zum römischen König krönen, und starb im keineswegs hohen Alter und mit keineswegs hohem Ruhme, da er seine schönen und glänzenden Eigenschaften durch unschöne und nicht glänzende stets zu verdunkeln bemüht gewesen war.