Sommerlied

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Siehe auch: Sommerlied (Werkausgabe 1834)
Textdaten
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Autor: Johann Peter Hebel
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Titel: Sommerlied
Untertitel:
aus: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
S. 66–67
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1803–1811
Erscheinungsdatum: 1811
Verlag: Cotta
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Erscheinungsort: Tübingen
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Quelle: ULB Düsseldorf und Djvu auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[66]
Sommerlied.

     Blaue Berge!
Von den Bergen strömt das Leben.
Reine Luft für Mensch und Vieh;
Wasserbrünnlein spat und früh

5
Müßen uns die Berge geben.


     Frische Matten!
Grüner Klee und Dolden schießen;
An der Schmehle schlank und fein
Glänzt der Thau wie Edelstein,

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Und die klaren Bächlein fließen.


     Schlanke Bäume!
Muntrer Vögel Melodeien
Tönen im belaubten Reiß,
Singen laut des Schöpfers Preis.

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Kirsche, Birn und Pflaum gedeihen.
[67]

     Grüne Saaten!
Aus dem zarten Blatt enthüllt sich
Halm und Aehre, schwanket schön,
Wenn die milden Lüfte wehn,

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Und das Körnlein wächst und füllt sich.


     An dem Himmel
Strahlt die Sonn im Brautgeschmeide,
Weiße Wölklein steigen auf,
Ziehn dahin im stillen Lauf.

25
Gottes Schäflein gehn zur Waide.


     Herzensfrieden,
Woll ihn Gott uns allen geben!
O dann ist die Erde schön.
In den Gründen, auf den Höh’n

30
Wacht und singt ein frohes Leben.


     Schwarze Wetter
Ueberziehn den Himmelsbogen,
Und der Vogel singt nicht mehr.
Winde brausen hin und her,

35
Und die wilden Wasser wogen.


     Rothe Blitze
Zuken hin und zuken wieder
Leuchten über Wald und Flur.
Bange harrt die Creatur.

40
Donnerschläge stürzen nieder.


     Gut Gewissen,
Wer es hat, und wer’s bewachet,
In den Blitz vom Weltgericht,
Schaut er, und erbebet nicht,

45
Wenn der Grund der Erde krachet.