Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 50

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Autor: Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.
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Titel: Deutschland 1866–1871 von der Gründung des Norddeutschen Bundes bis zur Constituirung des deutschen Reichs
Untertitel:
aus: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit
Herausgeber:
Auflage: 3. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Justus Perthes
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Erscheinungsort: Gotha
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Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 50.jpg

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Deutschland. Nr. XX. Deutschland 1866–1871. Massstab 1 : 5 300 000. Nebenkarten: 1. Der östliche Kriegsschauplatz und das Reichsland Elsass-Lothringen, 1870 und 1871. Massstab 1 : 1 500 000. – 2. Umgebung von Weissenburg und Wörth. Massstab 1 : 320 000. – 3. Die Schlachtfelder um Metz. Massstab 1:320 000. – 4. Sedan und Umgebung. Massstab 1 : 320 000. – 5. Plan von Metz. Massstab 1 : 150 000. – 6. Plan von Strassburg. Massstab 1 : 150 000. – 7. Verbreitungsgebiete der im Jahre 1870 in Deutschland herrschenden Civilrechte. Massstab 1 : 7 400 000. – 8. Die kirchlichen Verhältnisse Deutschlands 1870. Massstab 1 : 16 000 000. – Von B. Hassenstein.

Das vorliegende Blatt ist wie die in voriger Lieferung veröffentlichte Karte: Frankreich seit 1815 (Nr. 57 des Histor. Atlas), erst in Folge des deutsch-französischen Kriegs dem ursprünglichen Plan des Atlas eingefügt und damit die Blätterzahl auf 90 gebracht worden. Die kartographische Veranschaulichung der hauptsächlichsten Momente aus der neuesten Geschichte sind somit innerhalb der beiden Sectionen Deutschland und Frankreich bis zum Jahr 1871 fortgeführt.

Die Hauptkarte zeigt die politische Gestaltung Deutschlands nach der im Frieden zu Prag am 23. August 1866 erfolgten Auflösung des Deutschen und Gründung des Norddeutschen Bundes und bis zur Constituirung des Deutschen Reichs zu Versailles am 18. Januar 1871; also noch mit Ausschluss des am Schluss der Periode, im Frankfurter Frieden, 10. Mai 1871 endgültig von Frankreich abgetretenen elsass-lothringischen Gebietes, dem „Reichsland“.

Sämmtliche Landestheile des Reichs sind mit Flächencolorit bedeckt. Das Grossherzogthum Luxemburg und ein Theil der holländischen Provinz Limburg, welche seit den Verträgen von 1815 u. 1839 eine unnatürliche Mittelstellung zwischen den Niederlanden und dem Deutschen Bund eingenommen hatte, sind aus dem letztern gänzlich ausgeschieden. Der bisherige habsburgische Antheil Deutschlands tritt zum ersten Mal als von diesem losgetrennt und als cisleithanische Hälfte der „Österreichisch-Ungarischen Monarchie“ nur mit einfachem Grenzcolorit, wie das übrige Nachbarland, colorirt auf. Venetien erscheint, gemäss dem zwischen Österreich und Italien am 3. October 1866 geschlossenen Friedensvertrag, nicht mehr mit österreichischer Farbe colorirt.

Innerhalb des – Ultramarinblau umzogenen – Gebietes des Norddeutschen Bundes sind die von Preussen neu erworbenen Länder und Parzellen, soweit dies der Massstab erlaubte, mit besonderen Farben hervorgehoben, nämlich: die in Folge der Friedensacte vom 23. August und 3. October 1866 mit Preussen vereinigten Herzogthümer Schleswig und Holstein, das Königreich Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfart a./M. sind mennigroth umzogen; – die im Friedensvertrag von Berlin, 22. August 1866, von Bayern abgetretenen Gebiete (Thann, Hilders, Orb etc.) sind dunkelgrün; – die von Hessen-Darmstadt – Berlin, 3. Sept. 1866 – abgetretenen Ämter und Ortschaften (Meisenheim, Vöhl, Biedenkopf etc.) sowie Hessen-Homburg sind hellgrün umzogen[1].

Die vier, in dem kurzen Zeitraum von 1866–1870 nicht zum Norddeutschen Bund gehörenden, nur durch den Zollverein mit ihm verbundenen Süddeutschen Staaten sind mit carminrother Linie eingefasst. Dank dem Angriff Frankreichs auf Deutschland und der infolge geschlossenen Verträge des Norddeutschen Bundes mit den Grossherzogthümern Hessen und Baden (15. November 1870), dem Königreich Bayern (23. November) und dem Königreich Württemberg (25. November 1870) ist diese Linie schon nach 4 Jahren nichtig geworden. – Ein, die letzten Jahrzehnte unserer Kulturepoche hervorragend charakterisirender Moment: die mächtige Entwickelung des grossen Verkehrsstrassennetzes, darf in einer historisch-kartographischen Darstellung der neuesten Zeit nicht unberücksichtigt bleiben. Die Karte enthält desshalb die bis Ende 1870 in Betrieb befindlichen Eisenbahnlinien, und zwar so unterschieden, dass die bis Ende 1848 vollendeten Bahnen die gewöhnliche Signatur erhielten, während alle von da bis 1866 eröffneten mit stärkeren und die von da bis zum deutschfranzösischen Krieg in Betrieb befindlichen Bahnen mit feineren Linien gestochen wurden.

Bei Unterscheidung der Ortszeichen nach Einwohnerzahl liegt nicht die Zählung von 1864, sondern die vom 1. December 1871 zu Grunde.

Die Nebenkarte: der östliche Kriegsschauplatz 1870 bis 1871 schliesst sich, in Massstab und Haltung streng an den grossen Carton der in voriger Lieferung gebrachten Karte, Frankreich VII, an. Bei der Nameneintragung gab lediglich die Geschichte des deutsch-französischen Feldzugs den Anhalt, und zwar dient die nördliche Hälfte zur Verfolgung der Operationen von Weissenburg bis Sedan, die südliche der Züge der Südost-Armeen, vom October 1870 bis zum Übertritt des Bourbakischen Corps auf Schweizer Gebiet und zum Fall von Belfort. Sechs nebenstehende Cartons geben in grösserem Massstab die specielle Nomenklatur für die Hauptschlachten und die Belagerung von Metz und Strassburg. – Ferner zeigt der Carton die Vertheilung des deutschen, französischen und des gemischten Sprachgebiets, sowie die nach den Friedenspräliminarien von Versailles zuerst festgestellte und die im Frankfurter Frieden endgültig geregelte deutsch-französische Grenzlinie.

Nebenkarte 7 beruht auf der von Herrn Richard Schroeder in Bonn zusammengestellten Rechtskarte von Deutschland und den dazu gehörigen Erläuterungen, in Petermann’s Geograph. Mittheilungen von 1870, Tafel 7.

Nebenkarte 8 soll dem Interesse an den heutigen religiösen Wirren entgegen kommen und giebt eine skizzirte Übersicht der über Neu-Deutschland und den benachbarten Staaten verbreiteten Erzbisthums- und Bisthumssitzen, sowie des durchschnittlichen Arealverhältnisses der katholischen und protestantischen Confession in Central-Europa.


  1. Die zwischen Preussen und dem Grossherzogthum Hessen vereinbarten Umtauschungen bisheriger Hessischer, Nassauischer und Frankfurter kleinen Gebietstheile konnten in der Karte nicht alle detaillirt werden; wir verweisen desshalb, aus der ziemlich grossen Anzahl der 1866 erschienenen Karten eine der übersichtlichsten herausgreifend, auf die Karte in Petermann’s Geograph. Mittheilungen (Jahrg. 1866, Tafel 15 und SS. 342–349) und den dazu gehörigen Aufsatz: Die politische Gestaltung von Norddeutschland im Jahre 1866. Mit 2 Hauptkarten im Massstab 1 : 3.700.000 und zwei Cartons im Massstab 1:925.000 und Tafel 14–15; sowie auf Behm’s Geogr. Jahrbuch Band II, 1868, SS. 17–31.