Topographia Alsatiae: Gebwil

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Gebwil (heute: Guebwiller)
<<<Vorheriger
Geberswiler
Nächster>>>
Geidertheim
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 20.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Guebwiller in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[20]
Gebwil / Gebweiler / Gebwiler

Ligt nahend Murbach / an einem Wasser / so Theils die Murbach / andere die Lauch nennen: Aber Hieronymus Gebvilerus sagt: Daß der Fluß Loucha, nachdem er das Wässerlein Murbach / neben dem Schloß Hugstein verschlungen / an der Mauer dieses Städtleins / so er Lateinisch Villam feracem nennet / herrinne. Es gehört zum Stifft Murbach / allda auch im Schloß vor der Zeit der Abt von Murbach seine Residentz gehabt hat. Solle Anno 1124. seinen Anfang bekommen haben / wie Munsterus schreibet. In einer geschriebenen Verzeichnuß stehet / daß Anno 1448. auff S. Martins-Tag / in der Nacht / der Abt von Murbach / deß Geschlechts von Andlau / auß dem Schloß allhie / die Leut in der Stadt überfallen / und sie unverschuld von ihrer Freyheit / und altem Herkommen / so sie vierhundert Jahr von den alten Aebten gehabt hatten / getrungen; und daß ümb dieselbe Gegend / in einem Schloß / Anno 1272. ein Hun fast täglich zwey Eyer / jedes mit zween Dottern / gelegt habe: so man aber beydes auff seinem Werth / und Unwerth / beruhen läst. Und wil das Erste mit der Jahrzahl deß Anfangs nicht übereinstimmen: zumahl / weil auch Theils wollen / daß diese Stadt erst ümbs Jahr 1250. sey erbauet worden. Es hat ein Augustiner Kloster allhie: und haben die Schwedische diesen Orth underschiedlich mahl / sonderlich Anno 1634. eingenommen. Anno 1635. ward Gebweiler / von der Frantzösischen Guarnison in Collmar / außgeplündert. Es ließ auch der Gubernator dasellbst / Monsieur de Manicamp, das Schloß zu Hattstadt / nebenst der Mühle zu Niderhecken / in Brand stecken. Kemnitz.