Topographia Austriacarum: Die Glaßhütten zu Reichenaw

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Topographia Germaniae
Die Glaßhütten zu Reichenaw (heute: Reichenau)
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1679, S. 9.
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Die Glaßhütten zu Reichenaw.

Es seynd auff dieser Herrschafft Reichenaw angehörigen Gründen / schon vor vnerdencklichen Jahren / vier vnterschiedliche Glaßhütten / jede mit sieben gebräuchigen Werckstätten / gestanden / die doch damahln nicht von der Herrschafft oder Obrigkeit / sondern allein / von denen Vnterthanen / vnd privat Glaßmeistern ingehabt vnnd verlegt worden seynd / alß eine bey der Frawenwiesen / zwo nahend beyeinander zu Schönfelden / vnd die vierte zu Reichenaw / auch nur vier Häuser gestanden / alß erstermeldter Meyerhoff / wie auch das jenige Hauß / worinnen anjetzo der Pfleger wohnet / vnnd dann das Wendisch / vnd Altenmeisterisch Hauß / sampt ihren Angehörigen Gründen / Wiesen vnd Aeckern / welche seithero alle zu der Herrschafft Meyerhoff gezogen worden. Weilen nun diese jetztbenante Glaßhütten / alldort zu Reichenaw damahln ein Vnterthan / Schalli genant / ingehabt: Alß hat obwolgedachter Herr Hartman von Landaw / noch im 1599. Jahr / ihme Schalli / dieselbe Glaßhütten / mit Erstattung seines außgelegten Kauffschillings / abgelöset / vnd selbst zuverlegen angefangen / hingegen aber die drey andere Hütten abgestifftet / vnd ob er zwar die erste zwey Jahr noch in allen Oefen hat arbeiten lassen / so hat er doch hernacher / Anno 1601. die Hütten an den Orth / wo sie noch zur Zeit stehet / transferiren vnd vmbsetzen lassen / allwo sie vmb das 1620. Jahr / durch das damahlige Kriegsvolk abgebrandt / aber von Herrn Hartman alsobalden wieder erhebt worden ist / inmassen dieselbe noch dato; mit allen angehörigen Nothwendigkeiten / in gutem Stand vnd Landkündigem Ruhm zusehen ist.