Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Reichenstein

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Reichenstein (heute: Złoty Stok)
<<<Vorheriger
Reichenbach
Nächster>>>
Ribenik
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 174.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Złoty Stok in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[174]
Reichenstein.

Ist ein Städtlein dritthalb Meilen von Glatz / und 4. von der Neisse / auff der Strassen von Prag nach Cracau gelegen; davon deß Nicolai Henelii Silesiographia zu lesen ist. Es hat vorhin dieses Berg-Städtlein nach Münsterberg / hernach dem Hauß Rosenberg gehört; von welchem es Hertzog Joachim Friederich zur Lignitz und Brig / erkaufft. Und haben diesen Ort / wie auch Silberberg / die Hertzogen von Lignitz und Brig / deß Bergwercks halber / mit einander; und gibt es allhie zu Reichenstein Schmeltzhütten. Dann um diesen Ort / von vielen Jahren / ein stattliches reiches Bergwerck / und unter andern / Goldgruben / darunter eine sehr reich gewesen / so man den güldenen Esel genennet hat; zu welcher die Inwohner deß Landes sich fleissig gehalten / und kein Außländer darzu kommen lassen wollen; daher ihnen der Name Eselfresser kommen seyn solle / der noch den Schlesiern gegeben wird. Anno 1542. seyn allhie / zu Reichenstein 1600. Personen an der Pest gestorben. Ein Todtengräber soll es mit seiner Zauberey so weit gebracht haben / daß / wo er in ein Hauß kommen ist / die Leute alle darauß gestorben seyn. Endlich ist dem Todtengräber mit Feuer abgelohnet worden; wie Aelurius, lib. 3. cap. 2. schreibet. Siehe oben Franckenstein.