Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Trebnitz (Schlesien)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Trebnitz (heute: Trzebnica)
<<<Vorheriger
Trachenberg
Nächster>>>
Troppau
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 186.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Trzebnica in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[186]
Trebnitz.

Ein Städtlein / nahend der vorgedachten Herrschafft Trachenberg / aber im Fürstenthum Oelß gelegen / und den Hertzogen von Münsterberg gehörig. In dieses Städtleins Revier / hart an dem Dorff Masel / oder Maslau / ist ein Berglein / der Töppelberg genant / auß welchem rechte formirte Töpff / oder Häfen / und andere thönerne Gefäß / doch gantz weich / herauß gegraben / und dann erst von der Lufft hart gemacht werden. Anno 1203. hat Hertzog Heinrich in Schlesien / zugenant mit dem Bart / der H. Hedwig Gemahl / das berühmte Jungfrauen Closter allhie zu bauen angefangen / und hat man 16. Jahr daran gebauet / und die gantze Zeit über / auß gantz Schlesien / alle zum Tod verdamte Missethäter an den Bau geschickt / da sie täglich arbeiteten / und ihre Ubelthat büssen müsten. Man sagt / daß auff den Bau / und andere Sachen / jetziger Müntz nach / vierzig tausend Thaler auffgangen; welches zur selben Zeit eine grosse Summa gewesen ist. Es ist auch auß vorerwehnter H. Hedwigs eingebrachter Morgengab / so viel Einkommens darzu gewidmet worden / daß man tausend Menschen davon unterhalten kan. Ist S. Bartholomaeo zu Ehren erbauet; und seyn die Jungfrauen von Bamberg / daselbst der H. Hedwigs Bruder Bischoff war / hieher gebracht worden; so Cistercienser Ordens. Es hat aber gemeldter Hertzog diesen Ort / zu Erbauung deß Closters / von wegen eines gethanen Gelübds / erwählet; sintemal er daselbst mit dem Roß in ein Gesümpff gefallen; wie hievon / und woher es den Namen Trebnitz / das ist / wir / die Closter Jungfrauen / dörffen nichts mehr / bekommen / in der Schlesischen Chronik / durch D. Schickfusium vermehret / lib. 2. cap. 3. zu lesen. Besagter Hertzog ist in dieses Closter begraben worden. Anno 1430. haben dasselbe die Hussiten auß Böheim geplündert. Anno 1610. den 8. Mertz / hat die Aebbtissin dieses Fürstlichen Stiffts / Frau Maria Lückin / die Römisch Catholische Religion abgelegt / die Augspurgische Confession, oder Glaubens-Bekäntnuß / angenommen / und dem Kloster-Leben abgedanckt. Von gedachter H. Hedwig / seyn / unter andern / die offtangezogene Schlesische Chronik / und Andreas Brunner / lib. 3. Annal. Boicorum, pag. 739. seq. zu lesen. Es ist zu erachten / daß nachmals erst / bey dem ernanten Feld-Closter / das dabey gelegene Städtlein Trebnitz auffkommen seye.