Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Zülch

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Topographia Germaniae
Zülch (heute: Sulechów)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 192.
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Zülch / Züllüchau.

Von theils Zollich / und Zulchau / genant / eine Stadt zwischen Klemzig / und Palzig / nicht weit von der Oder / und im Fürstenthum Crossen gelegen / welches Land / ob es wol in Nider Schlesien / dem Lager nach / doch heutiges Tages / zur Neumärckisch-Cüstrinischen Regirung / als dem Herrn Chur-Fürsten zu Brandeburg gehörig / gezogen wird; darwider sich zwar die Schlesische Fürsten / und Stände / in den Jahren 1553. 54. 57. 63. 76. 77. 78. und 1586. beschwehrt / aber nichts erlangt haben. Ums Jahr 1476. hat Hertzog Hanß von Sagan dieses Städtlein Zülch eingenommen; welches / samt dem Fürstenthum Crossen / Hertzog Heinrich der Eylffte zu Groß-Glogau / und Crossen / seiner Gemahlin / Frauen Barbarä / Marggräfin zu Brandeburg / Churfürsts Alberti, deß Teutschen Achillis, Tochter / (welche er ihme / im zehenden Jahr ihres Alters beylegen lassen; aber / als ein krancker Herr / keine Kinder mit ihr erzeuget / und nur 2. Jahr / nach dem Beylager / nemlich biß auffs 1476. in welchem er den 21. Hornung gestorben / gelebt) vermacht; welches dann den besagten Hertzog Hanß verdrossen hat; wie oben / an seinem Ort / gesagt worden / und in der Schlesischen Chronik durch D. Schickfusium vermehret / hievon lib. 2. cap. 33. weitläufftiger zu lesen ist. Die Schwedischen hatten / in dem jetzigen Krieg / diese Stadt Zülch / zu ihrem Vortheil einsmals eingenommen / und noch Anno 1642. besetzter inngehabt.

Es ist auch ein Zulch / oder Zülch / im Opplischen Fürstenthum / zwischen Steina / und dem Neustättlein / nahend Klein-Glogau / nemlich 2. Meilen davon / und 3. Meilen von der Stadt Neisse gelegen / so auch ein Städtlein ist.