Topographia Braunschweig Lüneburg: Altenaw

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Topographia Germaniae
Altenaw (heute: Altenau)
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Altenstatt
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 39–40.
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Altenaw.

Wie eigentlich dieses zu dem Fürstenthumb Grubenhagen gehöriges Bergstättlein Altenaw erstlich vffkommen / hat man keinen Nachricht / als was von alten Leuten berichtet wird / daß vor 70. Jahren dieses Orts nur 20. Häuser gestanden / vnd ist zu der Zeit im Eisenhüttenwerck / die Abgunst genant / vnd hoher Ofen allhie / am Gerlachsbach gelegen / vnd vmbgangen / wovon die Leute mehrentheils ihre Nahrung gehabt. Sonsten ist das alte nechstes über [40] der Altenaw erlegene Silber- Bley- vnd Kupffer-Bergwerck / bald hernach vnd ohngefehr für 65. Jahren / wieder vffgenommen / vnd gebawet worden / davon dann vermuhtlich die Häuser von Tage zu Tage sich vermehret / also / daß weyland I. Fürstl. Gn. Hertzog Wolffgang zu Braunschweig / Grubenhagen / Richter vnd Schöppen allhie bestellen lassen / auch folgendes / wie I. Fürstl. Gn. Hertzog Christian / erwöhlter Bischoff deß Stiffts Minden / Hertzog zu Braunschweig vnd Lüneburg / hochseel. Angedenckens / die Regierung angetretten / haben hochermelt I. Fürstl. Gn. in anno 1617. diesen Ort mit Statt-Gerechtigkeit / vnd Confirmirung deren Berg-Privilegien / sampt dem Insiegel vnd Brawwerck / begnadet vnd angesehen. Dieses Bergstättlein ligt fast mitten im wilden Hartze / als 2. Meil weges von Brakenberg / 2. Meil von Osterode / 2. Meil von Goßlar / vnd 2. Meil von der Hartzburg / hat nichts fruchtbares / als Wiesenwachs / hat vmb sich her eitel hohe Berge / als den Rotenberg / Dieterichsberg / Schwartzenberg / Mühlberg / vnd ligt etwa eine Stunde davon der Bruchberg / welcher mehrentheils eitel Moraß / vnd weit vnd breit begriffen hat / vornemblich vff der Höhe daselbst / etliche grosse morastige Sümpffe / den Teichen nicht vngleich. An diesem Berg entspringet ein Wasser / die Ocker / fleusst durch die Altenaw / vnd ferner nach Wolffenbüttel vnd Braunschweig / Sonsten fleusst noch ein Wasser an der Altenaw herunter / so die Altenaw oder das Grentzwasser genant / entspringet auß dem Knapenstollen / vnter der Wolffeswarth / welches ein hoher Steinhauffe ist / vnd weit vnd breit kan gesehen werden / vnd mag vielleicht diß Bergstättlein den Nahmen daran haben. Es fliessen auch noch ohne das kurtz vnter der Altenaw / 2. Wasser in die Ocker / als der Gerlachsbach / vnd Rotenbach / vnd etwa ein Viertelstunde weges an der Ocker hinunter / liget eine Schmeltz- vnd Silberhütte / woselbst die Claußthalischen Ertzte theils mit zu gute gemachet werden.

Die Bürgerliche Handthierung ist vnd bestehet an Köhlern / Holtz- vnd Waldleuten / wie auch Hütten-Arbeitern / als Brennern / Schmeltzern / Silberabtreibern / vnd Fuhrleuten / welche dann allesampt zu der gnädigen Herrschafft Berg- vnd Hüttenwerck bedient seyn. Die Kirche allhie ist für vngefehr 60. Jahren erbawet / als das Bergwerck / wie obgemelt / wieder vffgenommen / vnd von Jahren zu Jahren verbessert.

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Altenaw (Merian).jpg