Topographia Circuli Burgundici: Brüssel

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Topographia Germaniae
Brüssel
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 44–48.
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Topographia Circuli Burgundici (Merian) b 049 2.jpg

Brüssel

[44] Brüssel / Bruxella. Von dieser sehr schönen / grossen / prächtigen / und der Königlich-Spanischen Statthalter / oder Gubernatorn in Niederland; auch deß Raths von Brabant / so man die Cantzley nennet / Residentz-Statt / Nahmen / und unterschiedlichen opinionen, von desselben Ursprung / man mag Abrah. Golniz. in seinem Itinerario Belgico-Gallico, p. 116. lesen. Divaeus lib. 1. rer. Brabant. in Beschreibung dieser Statt cap. 5. will / daß sie vor Jahren Bruchsella seye genannt worden. Sie ligt gar schön und lustig / hat einen gesunden Lufft / wolgebaute Felder / Lust-Wälde / und Wiesen herumb. Inwendig steigt sie zum theil etwas über sich / zum theil ligt sie eben; von dannen man ein lustiges Aussehen auff etliche Meil Wegs haben kan. An Futter und Proviant ist zur Hoffhaltung allda kein Mangel; obwoln einsmals allhie zu einer Zeit sieben Königliche Personen sich befunden / nemlich Käyser Carl der Fünffte / sein Sohn König Philippus der Ander in Spanien / Maximilianus König in Böheim / mit dero Königlichen Gemahlin; Heleonora Königin in Franckreich; Maria Königin in Ungarn; und dann ein Africanischer König; welche / zusampt andern anwesenden Fürsten / auffs wenigste acht oder neun tausent Pferde bey sich gehabt haben. Das Wasser Senna laufft mitten durch die Statt. Darzu die Burger eine Wasserleitung / oder Canal / die Vaert / oder Neue Fahrt / gethan / dardurch die Schiff 5. Meil Wegs in den Fluß Rupeleunn darauf in die Schelde / von dannen nach Antorff / und so sie wollen / mit freyem Lauff ferner auffs hohe Meer / mit ihrem / und der benachbarten grossem Nutzen kommen können. Und seyn darzu fünff Sluysen, Schleussen / Exclusae, Wasserfäll / oder Catarrhactae, an bequemen Orten gemacht / das Wasser dardurch auffzuhalten / dieweil zu Brüssel das Wasser mehr als 40. Schuh höher / als bey dessen Außgang ist. Die eusserliche Form der Statt ist wie ein Hertz. Der Umbkreiß derselben ist fast der Statt Löven gleich / und begreifft so viel / als man in 2. Stunden gehen kan. Hat ein doppelte Maur / einen hohen Wall / und breite Gräben; Item 74. groß und kleine Thürne an den Mauren. Die Siebener Zahl ist bey dieser Statt sonderlich in acht zu nehmen; dieweil in derselben 7. offentliche Brünn / 7. Gassen / so zum fürnemsten Platz / oder auff den Marckt führen; (auff welchem auch 7. grosse Häuser in der Ordnung stehen / so vom Rath der Bürgerschafft außgelassen / oder verliehen werden) 7. Pfarrkirchen / 7. vornehme und befreyte alte Adeliche Geschlechte / 7. Schöpfen / 7. Hebammen / oder geschworne Wehemütern; und 7. Thor gezehlet werden. Sihe Lud. Wurffbain de numero septenario, pag. 272. et 384. Auß den Pfarrkirchen ist sonderlich S. Gudulae zu sehen / welche sonsten Michaeli dem Ertzengel geweihet worden / aber jetzt nach dieser Jungfrauen / so darinn ruhet / und der Statt Patronin ist / gerechnet wird; daselbsten ein doppeltes Canonicorum Collegium, deren daß grössere von 12. Domherren Anno 1047. und das kleinere von 10. Canonicis Anno 1226. gestifftet worden ist. Es liegen darinn etliche Fürstliche / auch andere vornehme Personen / und darunter Ertzhertzog Ernst / und Ertzhertzog Albrecht von Oesterreich. Hat zween hohe Thürn / auff welche man 500. Staffeln zu steigen hat. In unser Frawen Kirchen auff dem Sand wird ein theil der Reliquien von der H. Jungfrawen und Märtyrin Juliana von Nicomedien aufbehalten. Die Jesuiter haben auch eine Kirch / und Collegium allhie / deren / unter [45] ihrem Rectore Carolo Scribanio, vor wenig Jahren auff die 70. sollen da gewest seyn. Haben eine feine Bibliotheck. Auß den Clöstern / ist der Capuciner Anno 1588. fürnemlich von den Spaniern und Italianern; und das Carmelitaner Nonnen Closter vom Ertzhertzog Alberto von Oesterreich / und seiner Frawen Gemahlin / der Infantin Isabella Clara Eugenia, erbauet worden. Ist ein ansehenliches Closter / in welchem der H. Jungfrawen Teresiae Finger / in einem güldenen Futter / auffbehalten wird / welche zu Abila in Hispania Anno 1515. geboren / hernach daselbsten Priorin / und Reformirerin deß Carmelitaner Ordens worden ist. Unter ihren ersten Gehülffin / und Gesellin / war Anna de Jesu, welche die Nonnen dieses Ordens in Franckreich und Niederland gebracht / ein geborne Spanierin / auß dem Land Extremadura, und deß Adelichen Geschlechts von Lorbera. Sie ist Anno 1621. allhie zu Brüssel gestorben. Es haben dieselbe / nach dem Tode der gedachten H. Teresiae, als ihre Mutter / in Ehren gehalten / der erste General Auffseher / und Vorgesetzter der barfüssigen Carmeliten Nicolaus Marianus, Item Ioannes Crucius, Ambrosius Marianus, Antonius de Iesu, und die übrige ältiste Vätter. Der Pater Thomas à Iesu Bratiensis, so Bücher geschrieben / und das reformirte Carmelitaner Closter zu Brüssel / An. 1614. außgebauet / hat der besagten H. Teresiae großes Röhr oder Bein / mit sich hieher gebracht / und in gedachtes sein Closter gethan. Sonsten weiset man bey den gemeldten Carmeliter-Nonnen allhie etliche Gebeiner der H. Elisabeth / so zu Marpurg in Hessen begraben / und von dannen nach Brüssel gebracht worden. Zu welchen auch ein Theil auß dem vorzeiten gewesten Closter zu Losdun bey den Holländern hieher kommen ist. So hat hochgedachter Ertzhertzog Albertus in dieses von ihme erbautes Nonnen-Closter / Anno 1612. den 11. Decembr. selbsten / auff seinen Achseln / den H. Albertum, Märtyrer / und Bischoffen zu Lüttich / einen Sohn Hertzog Godfrids deß Dritten zu Lothringen und Brabant / der Anno 1192. umbgebracht worden / getragen; wie von den oberzehlten Aubert. Miraeus, in Fastis Belgicis et Burgundicis, an underschiedlichen Orthen schreibet: auch am 689. blat saget / daß hochernannter Infantin Isabellae. etc. der Printz von Oranien Philippus Guilielmus, Anno 1617. auch der obgemeldten H. Elisabethen Haupt / so von Grei, einer Statt in der Grafschafft Burgund / gebracht worden / geschenckt; so ihre Durchleucht in dero geheimen Oratorio verwahrt habe / so sonders zweifls in dem Fürstlichen Pallast seyn wird / in welchem auch von dero Herren und Gemahel Alberto / deß H. Sebastian deß Märtyrers gantze Hand / so Ihr Hochfürstl. Durchleucht / (die solche Hand mit Diamanten / Edelgestein / und einem güldenen Uberzug gezieret) der Ertzbischoff Lotharius zu Trier verehrt / auffbehalten worden. So haben beede Ihre Durchleuchtigkeiten der H. Liduniae, oder Lidvigis, einer Jungfrauen zu Schiedam in Holland welche 38. Jahr lang allerley / und zwar sehr schwere Kranckheiten sehr gedultig außgestanden / und endlich Anno 1433. im 53. Jahr ihres Alters gestorben ist) Gebeiner von Schiedam nach Brüssel heimlich bringen lassen / damit denselben von den Calvinisten / wie er Miraeus am 188. Blat schreibet / kein leid angethan würde. Und solche Beiner hat hernach die Infantin Isabella in eine silberne Truchen einschliessen lassen / und in ihrem gedachten Haußkirchlein / oder Oratorio domestico, verwahret. Es haben diese Hochfürstliche beyde Personen An. 1621. vom Apt zu Lißborn / ein Meil Wegs von Lipstatt in Westphalen gelegen / deß alten Simeonis halben Arm / darauff er Christum getragen / geschenckter bekommen; der ander halbe Arm ist in dem angedeuten Benedictiner Closter verblieben / der übrige Cörper aber solle zu Iadra, oder Zara in Dalmatia, und derselben Statt Hauptkirchen / ruhen. So wird jährlich in deß gedachten Fürstl. Pallasts allhie zu Brüssel Capell / auff dem Altar / den 30. Novembr. ein grosser Theil von S. Andreae deß Apostels Creutz / in einem silbern und vergülten Thurn gewiesen / so von Hertzog Philips [46] deß Gütigen zu Burgund / und Brabant / der den Ritters-Orden vom Güldenen Vlüß zu Ehren dem H. Andreae angeordnet / Zeiten an / in diesem Pallast auffbehalten worden ist. Von den übrigen Clöstern / als der Poenitenzerin / und andern; wie auch den vielen unterschiedlichen Hospitalen / und dergleichen Häusern / ist Joan. Baptist. Gramaye, in beschreibung dieser Statt / und Abrah. Gölniz. in seinem Itinerario, p. 120. zu lesen. Der auch daselbsten sagt / daß ausser der Jesuiter / und Augustinianer / man 45. Schulen allhie zehle. Von Weltlichen Gebäuen ist zu sehen der Fürstliche Marstall / darinn 127. Pferdt stehen können. Oben auf ist ein Rüstkammer / darinn der alten Hertzogen in Burgund Waffen / und die Häute der jenigen Pferde / auf Holtz außgespannter / zu sehen / auf deren einem Ertzhertzog Albertus zu Brüssel eingeritten / das ander aber / so weiß ist / ihn auß der Schlacht / bey Neuport gehalten / davon getragen hat; dabey 14. Lateinische Verß stehen / die gedachter Gölnitz setzet. Sihe auch Sincerum in Itinerar. Galliae. Es seyn in solcher Rüstkammer auch viel andere schöne Sachen / und unten im Hoff deß Marstalls der Infantin Isabellae Braut Wagen / so 14. tausent Cronen gestanden / bey ihren Lebszeiten / zu sehen gewest / und vielleicht noch. Der Fürstliche obangedeute Pallast ligt in dem höhern Theil der Statt / dessen weitleuffe Beschreibung auch beym besagten Gölnitz / und in dem Fürstlichen Sächsischen Raißbuch Herren Neumeyrs zu finden. Daselbsten ingleichem von der oben bey den Heiligthümern zu Brüssel erwehnten Capellen / so herlich gezieret / dem Thiergarten / Fischweyer / Vogelhauß / Spatziergängen / Wasserwerck / und Künsten; Item den Lustgärten / und dergleichen / sonderlich aber beym Gôlnizio, zu lesen. Sonsten hat diß Schloß keine Gräben / noch anders zur beschützung herumb. Das Gebäw ist zwar weitläuffig und groß / aber meistentheils nach der Länge gebauet. Uber dem Thor ist ein Thurn mit einer Uhr / und vielen kleinen Glocken / so lieblich musiciren. Der Hoff ist ins gevierte gemacht / aber nicht sonderlich groß. Auff der lincken Hand gehet man hinauff in einen grossen hohen Sael / daran nächst die obgedachte Capell / hoch / und mit schönen Pfeilern erbawet. Vom Schloß gehet man hinunter ins Rahthauß / so auch ein prächtiges Gebäw / da man das Wasser biß zu oberst haben kan. Auff dem Thurn stehet der Ertzengel Michael / der Statt Patron. Es hat dieses Rahthauß auch ein Zeughauß / und Rüstkammer oben auff. In den Zimmern hat es herrliche Kunststücke / darunter deß Königs Salomons Urtheil / so der berühmte Rubens gemahlet hat / und auff 3. tausent Gülden geschätzt wird. Ferners seyn auch andere schöne Palläst / als deß von Arschot / Aumale / das Clevische / Hochstratische / Barlamontische / Arenbergische / Manßfeldische / Fürstenbergische / Egmondische / deß Spinolae, und andere mehr. So wol auch sonsten allerhand offentliche und ansehenliche Privat-Häuser / stattliche Blumengärten / und in denselben allerhand Wasserwerck allhie. Das Hauß von Ravenstein / so jetzt dem Hauß Sachsen gehörig / ligt mitten in der Statt. Der Uranische / oder Auraische Pallast / ist Anno 1624. den 13. Martii in Brand gerathen / und mit sehr viel schönen Sachen / grössern theils / in die Asche gelegt / also daß der Schad auff 160. tausent Gülden geschätzt worden / wie Hagelganß p. 72. schreibet. Vorm Rathhauß über ist das ansehenliche Beckenhuys. Das Geltborghauß ist auch / wie ingleichem die 7. Geschlechterstuben / oder Zunffthäuser / und anders mehr / wohl zusehen; davon offt berührter Gölnitz und Gramaye, zu lesen; zu deren beschreibung auch Einer / der da will deß G. Braunens / im 1. Theil seines Stättbuchs / und Casp. Ens / in deliciis apodem. per Germaniam, pag. 103. thun kan: bey welchen Autorn er auch von den zwölff steinern Brücken / so über den Fluß gehen; Item von den 7. vornehmen Adelichen Geschlechten / lesen kan / auß welchen die 7. Schöpffen / so mit den 2. Burgermeistern. die Statt regieren / erwehlet werden / [47] unter welchen das Geschlecht T’serclaes / das ist deß Herren Claes Geschlechte / ist / von deme theils sagen / daß es auß Böheimb kommen / und erstlich viel Güten in Frießland besessen habe. Es hat dasselbe auch in Flandern / Namur / und Welsch Brabant unterschiedliche Herrschafften / und unter denselben das Tylische oder Tyliacensische / von mehr als vor 200. Jahren bekommen / gehabt / und noch; wie gedachter Gramaye in Bruxella, cum suo comitatu, pag. 75. vom 1606. Jahr / schreibet. Obgedachte Burgermeister (deren einer von der Gemeinde) / und Schöpffen / haben noch 6. Räthe auß den Handwerckern bey sich: über welche aber alle der Statt Amman / oder Schulteß / ein vornehmer von Adel / gehet. Ausser diesen seyn auch noch andere / so / mit den Obern / den grossen Rath machen / und unterschiedliche Aempter verwalten / von welchen / item den Burgern / und ihren Zünfften; und was für Unfäll Brüssel gehabt / gedachte Gramaye und Gölniz, zu lesen seyn. Und hat diese Statt Anno 1529. der Englische Schweiß sehr geplagt. Anno 1587. war allhie ein solcher Hunger / daß viel Leut / die vorhin in Sammet und Seiden gangen / betteln musten / ja theils Burger einen auff der Gassen gefundenen todten Hund auffgehebt / und gessen haben; wie Meteranus libr. 14. bezeuget; nachdeme der Hertzog von Parma / zuvor im 85. Jahr / die Statt auch durch Hunger / wieder dem König in Spanien unterworffen hatte. Und schreibet Famianus Strada, dec. 2. lib. 6. p. 375. daß damaln / im Jahr 85. viel vor Hunger gestorben / und ein Weib sich und ihre Kinder / deren sie viel hatte / deswegen mit Gifft hingerichtet habe. So seynd durch Feur einsmahls allhie zwey tausend / und etliche hundert Häuser darauff gangen. So hat Anno 1489. die Pest auff die 33. tausend Menschen allhie hingerafft. Es seyn auch unterschiedliche Auffruhren allda wider die Obrigkeit gewesen. Man macht an diesem Ort schöne Sachen / sonderlich allerley Rüstungen / Teppich / und dergleichen / so weit verführet werden.

Die Gegend umb diese Statt belangend / so ist hievon insonderheit offterwehnter Gramaye, in dem obangezogenem buch de Antiquitatibus Brabantiae, und absonderlich von Brüssel / zu lesen. Wir wollen zum Beschluß allein etlicher wenigen Orthe gedencken; als 1. deß Hertzogs von Aumale, nahend der Statt gelegnen / lustigen Gartens Anderlee, so von Frembden / vor diesem / sonderlich gesucht worden; der / nach deß Hertzogs Tode / sonders zwifels / im Bau / biß daher / erhalten worden seyn wird. 2. Eines Apotheckers Lusthauß und Garten / auff der Strassen nach Gent. 3. Deß sehr lustigen Walds Soni / der nicht weit von der Statt gelegen / davon alles Volck sich beholtzen / der Landsfürst aber mit Jagen sich darinn erlustigen kan / wie Divaeus schreibet. Er erstreckt sich von Brüssel biß Hennegau / nach Breine le Comte. Es seyn darinn gar lautere / gesunde Brünn / und ein grosse Anzahl fruchtbarer Bäume / sampt vier Stifftern oder Clöstern der Canonicor. Regularium, nemlich Groenendael / RodenCloster / oder Rubra vallis; zun Sieben Brünnen / und deß Herren Isaaci Busch. Und sihet man im Rode-Closter ein sehr grosse Bibliotheck / so mit geschriebnen Büchern angefüllet ist. In diesem Wald / oder an demselben / und in seiner Nachbarschafft / seyn ausser der Mönchs-Aptey Nisella, Cistertienser Ordens / auch selbiger Regel drey Jungfrauen Clöster / nemlich Camera B. Mariae, Aquiria, et Gualteri Brania, wie sie Miraeus in Fastis, pag. 712. Lateinisch nennet. Zu welchen man der Benedictiner Jungfrauen Aptey Forestum, oder Vorst / nicht weit von Brüssel / am Fluß Senna gelegen / thun kan / in welcher der H. Alenae oder Halenae die umbs Jahr 640. gelebt / Cörper ruhet. So seyn auch sonsten 2. Benedictiner NonnenClöster / auff dem Brüßlischen Boden / groß und klein Bigard genant / gelegen. it. so ist das Closter Oudergem, Audergemium, nit weit vom obgedachten Rode-Closter / und ein Meil Wegs von Brüssel / so das einige Nonnen-Closter Dominicaner Ordens in Brabant / wie [48] abermals Aubertus p. 141. berichtet. 4. Nahend den Grentzen Hennegaus / ligt Fura ein sehr lustiger Orth / alda ein alte Burg / so vorzeiten seinen eigenen Marggrafen gehabt. In derselben ist ein Cappelein / so deß H. Huberti, erstmals Einsidlers / hernach Bischoffs zu Lüttich / Cell gewest seyn solle; wie Divaeus schreibet. Vorgedachter Miraeus berichtet / im Monat November / daß vorgemelter H. Hubertus An. 727. allhie zu Fura, (so ins gemein Tervuren genannt wird / und welches Schloß / und Marckflecken / fast auff halben Weg zwischen Löven und Brüssel / beym besagten Wald Sonia gelegen / der Hertzogen von Brabant Lust-Ort ist) am Fieber gestorben / und von dannen nach Lüttich anfangs geführt worden seye. Und habe Ertzhertzog Albertus von Oesterreich die obgedachte Capellen im Schloß allhie / so wegen der Krieg / und Alter der Zeit / eingangen war / von grund auff wieder erbawen lassen. Ludov. Guicciardinus sagt / es lige Vurnia, ein Uryheden / oder Stättlein ohne Mauren / bey dem Eingang ohne Walds Soni / oder Silvae Sogniacensis, von Löven und Brüssel zugleich 2. Meilen / habe Vitzgraffschaffts Titel / ein sehr schönes Schloß / in welches sich vor Jahren die Hertzogen zu Brabant / wegen bequemligkeit deß Jagens und Vogelfangs gar offt begeben haben / deren auch drey allhie begraben ligen / nemlich Antonius, und seine beede Söhn / Iohannes Stiffter der Lövischen Hohen Schul / und Philippus. 5. Und dann so ligt neben andern Orthen / auch auff dem Brußlischen Boden / oder in selbiger Graffschafft / Berchtem / so vor 400. Jahren allbereit unter die führnehmste Brabantische Marcktflecken ist gerechnet worden / wie Gramaye schreibet.