Topographia Circuli Burgundici: Chimay

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Topographia Germaniae
Chimay
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 205–206.
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[205] Chimay / Chimacum, ein Städtlein auch im Hennegöw / an dem kleinen Fluß Blanche, Blanca, oder Biancha gelegen / so von den Frantzosen Anno 1637. erobert / aber folgendes Jahr wieder verlohren worden. Gehört dem Hauß Croye, oder Arschot: Und hat Hertzog Carl von Arschot / als er dieses Fürstenthumb Chimay besessen / sich an Herrn Carls von Brimeu, einige Tochter verheurathet / und mit ihr auch die Graffschafft Meghen bekommen. Anno 1645. hat der Hertzog von Amalfi, mit einer Princessin von Chimay, Beylager gehalten. Rivius decad. 4. rer. Francic. lib. 7. pag. 463. berichtet / daß Käyser Maximilianus der Erste den von Chimay, zu Franckfurt / zu einem Fürsten gemacht habe. Es ist Chimay mit zwey Wälden / Fania, und Theorascia gleichsam umbgeben; und hat die Geistliche Jurisdiction allda der Bischoff von Lüttig. Ist sonsten ein Stifftskirchen [206] zu S. Monegunde allhie / deren Canonicus, und Schatzmeister / Joannes Frossardus, der Historicus, vor Jahren gewesen / dessen Historien Engueramus Monstrelatus, durch 64. Jahr / und nach diesem Joannes Molinetus, vom Jahr 1474. biß auffs Jahr 1505. vollführet haben. Es hat der Fürst von Chimay da einen schönen Pallast / oder Schloß / mit sehr lustbaren wol angeordneten Gärten. Was der Burger Häuser anbelangt / weilen dieses Städtlein / in den Frantzösischen Kriegen / etlich mahl angefochten / eingenommen / und verhergt worden / so seyn zwar dieselbe nicht auffs stattlichste / gleichwol fein erbauet. Und je öffter der Ort Schaden gelitten / je schöner und vester er hernach allezeit wieder auffgerichtet worden ist. Anno 1578. nahmen die Spanischen das Städtlein mit Gewalt / das Schloß aber mit Beding ein.