Topographia Circuli Burgundici: Geldern

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Topographia Germaniae
Geldern
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 84–85.
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[84] Geldern / Gelria, ein sehr veste [85] Stadt im Ruermundischen Geldrischen Quartier gelegen / und dem König in Spanien gehörig; darauff die vereinigten Niederländer seyther / als Anno 1587. der Hertzog von Parma sie eingenommen / durch Verrätherey des Obristen Pattoni / eines Schotten / offtmals ihr Aug / aber allezeit vergebens geworffen. Ist auch Anno 1638. ihre Belagerung unfruchtbarlich abgangen. Es hat das gantze Land von diesem Ort den Namen. Und gibt man vor / daß ein greuliches ungewohnlich grosses Thier / in diesem Lande vor Jahren sehr grossen Schaden gethan / aber endlich von VVigando, und Lupoldo, zween Brüdern und dapffern Helden / deß Geschlechts von Pont / mit sonderlicher Vorsichtigkeit / zur Zeit Käysers Caroli Calvi, erlegt worden / solches unter dem erwürgen stets Gelre geschryen habe: und daher die gedachte von Pont / ihrem neuen nicht weit von der Maaß / an dem Wasser Neers / Nerio, oder Niersia, erbautem Schloß / den Namen Gelre gegeben hätten. Aeg. Gelenius, de Magnit. Coloniae, sagt p. 196. also: Oppidi Geldri insigne est in campo floribus seminato alatus serpens, à commento interfecti Draconis. Ligt zwo kleine Meilen von Stralen. Anno 1339. hat Hertzog Reinald zu Gelren allhie das Carmeliter Kloster gestifftet. Und ruhen in dieser Stadt Geldre, oder Geldria, die Heiligen Galenus, und Valenus. Der Fluß VVya kommt da in die Neers. Von dem Graben S. Mariae / welcher auch Fossa Eugeniana, nach der Hertzogin Clara Eugenia Isabella, genannt wird / und der den 21. Sept. Anno 1626. von den Spaniern / zwischen dem Rhein / und der Maas / Venlo und Berck / da der Rhein noch einig ist / durch die Geldrische und Cöllnische Gebieth / mit solcher Hoffnung angefangen worden / so das Werck wol abgehen würde / denselben Graben aus der Maas in die Demer / und aus der Demer biß in die Schelde zu leiten; und der bey der Stadt Geldren (so die Mitte machet) vorüber gehet / welches Werck aber die Holländer zum drittenmal verhindert / also / daß man An. 1628. davon ablassen muste. Sihe den Neuen Atlantem deß Guilielmi Blaeu / wie auch den deß Johannis Janssonii; von deme aber / was oben von der Stadt Gelre oder Geldren gesagt worden / Guicciardinum in Beschreibung Niederlands / Georg Braun im 3. seines Städtbuchs / Ens, in deliciis apodem. per German. p. 163. und Miraeum in Fastis Belgicis, p. 332.