Topographia Circuli Burgundici: Gorcum

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Topographia Germaniae
Gorcum (heute: Gorinchem)
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Goude
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 134.
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[134] Gorcum / Gorkum / Gorichum / Gorcomium, Gorichemium, Goricomum, eine Stadt drey Meilen von Scoonhoven in Holland / an der rechten Seiten deß Gestads der Waal / da die Linge darein fällt / gelegen / wie Guicciardinus schreibet. Aub. Miraeus in Fastis Belgicis, pag. 385. sagt / daß sie ein wenig unterhalb / wo der Rhein / den die beywohnende die Waal / oder Vahalim, nennen / zu der Maas komme / an dem Gestad deß Flusses / erbauet / heutigs Tags kein unberühmte / und wegen den Bequemlichkeit deß Hafens oder Ports / zur Kauffmanschafft ein gar bequeme Stadt seye. Dann der Fluß Linga komme auß der sehr fruchtbaren Landschafft Betuwe / oder Betau / herab / und fliesse mit grossem der Innwohner Nutzen / durch die Stadt / und vermische sich alsbalden mit dem Rhein / und der Maas. Es ist dieser Ort von Joanne Arkelio, so der Achte Herr auß diesem uhralten Holländischen Adelichen Geschlecht von Arkel gewesen / Anno 1230. nahend Arckel / erbauet / und anfangs nur von geringen / und armen Fischern / die deßwegen Chorkens, und der Ort Ghorkum, und Gorichem, genant / bewohnt worden. Ist aber heutigs Tags ein vornehme Handels-Stadt / allda auch ein grosser Käß- und Buttermarckt / gehalten wird; Ist gar Volckreich und wol begütert. Hat ein schönes Schloß / und kan man vom höchsten Kirchen Thurn bey heiterem Wetter / 22. Städte herumb sehen. Das Land umb Gorcum soll vom Teutschen Hercule, oder Arckel den Namen haben; wie gedichtet wird. Allhie ist Anno 1574. Thomas Erpenius gebohren worden / der Anno 1624. zu Leyden gestorben / und der Orientalischen / als / der Hebraeischen / Chaldeischen / Arabischen / Syrischen / Aethiopischen / Persischen / und Türckischen Sprachen / so erfahren gewesen / daß auch selbige Orientalische Potentaten sich darüber verwundert / und entsetzt haben. Seine Brieff in Arabischer Sprach geschrieben / hat der König von Marocco, wegen der Zierligkeit / so hoch gehalten / daß er solche unter seine rariste / künstlichste / und theureste Sachen auffbehalten / wie Zuerius in Theatro Hollandiae, pag. 292. b. von ihme schreibet / und was er in Arabischer Sprach praestirt / und wie hoch er deßwegen in Spanien / und anderen Orten / gehalten worden / erinnert / auch seine Grabschrifft setzet / und von Glück / und Unglück dieser Stadt / und wie sie von den Herren von Arckel / an die Geldrer / bald aber an die Holländer kommen / fol. 289. seqq. schreibet. Sihe auch von dieser Statt Georg Braun part. 1. Theatri Urbium, C. Ens in delic. apodem. pag. 144. und Gottfrid. Hegenitium, in Itin. Frisio-Holland. p. 171. seq. Anno 1572. hat diese Stadt die Spanische Parthey verlassen.