Topographia Hassiae: Altzheim

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aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
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[T87]
De Merian Hassiae 281.jpg
[XX]
Altzheim / Alzei.


Alceia, oder Alzeia, vnd in den Fürstlichen Rescriptis Alzey / oder Altzeya, ist ein berümbte Statt in der Pfaltz / so allbereyt zu der Römer Zeit solle gestanden / vnnd ihnen von den Francken / als sie in Galliam gezogen / abgenommen; hernach von Pipino wider auffgerichtet worden seyn; wie dann zu der Caroliner Zeit eines Alahesheym / Alaisheim / oder Alesheim gedacht wirdt; wiewol diese Statt nie also geschrieben worden zu seyn gefunden wirdt / vnnd sonsten ein kein kleiner Fleck / am alten Rhein / dieses Nahmens / mit 2. Kirchen / so sein vorige Grösse anzeygen / gelegen ist / welchen vor Zeiten der Rhein befeuchtet / aber folgents seinen Lauff geändert hat: Daß also die Statt Alzei etwas newer seyn wird. Es hat allhie ein Schloß auff der Ebne / eine Pfarrkirch / vnnd ein Augustiner Closter / so aber Anno 1551. vom Papst / der Hohen Schul zu Heydelberg zum halben Theil einverleibt / vnd ewig eygenthumblich vbergeben worden; zusambt dem Antonier Hauß allhie / wiewol solches nachmals zum Weltlichen gezogen / vnd zum Ochsenhauß gemacht / auch also genandt worden; wie in einem geschriebenen Bericht stehet. Es ist ein Burggräflich Churpfältzischer Sitz in dieser Statt allwegen / vnd seynd vber [XXI] die 50. Jahr die Freyherren von Winneberg allda Burggrafen gewesen. Es hat das gantze Göw / zwischen Wormbs / vnd Creutzenach / sambt dem Ampt / von dieser Statt den Nahmen / so ein flach / vnd eben Land / vber die massen fruchtbar an Wein / vnd Kornfrüchten / vnd rechnet man dieses Alzeymer Göw für das beste / nach dem Elsaß / in Teutschland. Vnd mag solches wol ein reiche Kornscheuer der Pfaltz genandt werden; darinn alles voll schöner Orth; vnd gehören 4. Clöster in solchem Göw auch nach Heydelberg / besagter Hohen Schul. Gerardus de Roo schreibet am 63. blat / deß 2. Buchs seiner Historien / daß die Statt Altzheim / Anno 1298. vom Käyser Alberto gewonnen / vnd verbrant worden seye. Vmbs Jahr 1370. vnder dem Keyser Carolo IV. ist in grossem Ansehen allhie gewesen ein gelehrter Mann / Conradus de Altzeya genant / von deme Trithemius im Buch de Scriptoribus Ecclesiasticis, zu lesen; welcher auch sagt / daß dieser Orth 3. Meilen von Wormbs gelegen / mit der Geistlichen inspection, vnder das Ertzstifft Meyntz gehörig seye. In dem Bäyrisch-Pfältzischen Krieg Anno 1504. ist diese Statt vom Landgrafen in Hessen hart angefochten / vnnd sehr viel Dörffer darumb her verbrant worden. Anno 1556. ist Pfaltzgraf Churfürst Friderich der Ander allhie gestorben. Anno 1620. nahm Marggraf Spinola / im Nahmen deß Käysers / diese Statt ein. Ward folgents von den Schwedischen; dann von den Spanischen wider erobert. Anno 1639. namen sie / sambt Creutzenach / Castellaun / Bern-Castel / Oppenheim / vnd Bacherach / die Weimarische / vnd Frantzosen ein. Es ward aber Alzey / die Statt / kurtz nach Eingang deß Hornungs Anno 1640. vnnd darauff auch das Schloß / von den Spanischen abermals mit accord erobert / vnnd wurden in die 100. Soldaten / so mit ihren 20. Befelchshabern / Sack vnd Pack / nach Bobenheimb / vber Rhein daselbsten zu setzen / begleytet. Was für 2. Zeichen im Jahr 1642. da vorgangen / vnd wie es Blut geregnet / auch der Abgestorbenen spectra vom Gottsacker biß an die Statthor kommen / vnd Wehe / Wehe / geruffen / das ist in tomo 4. Theatri Europaei fol. 697. vnd 972. zu lesen; Daselbsten auch am 697. Blat stehet / daß / obwoln in der Vndern Pfaltz / man in Religionssachen keines sondern Zwangs sich gebrauchet / so seye doch im Ampt Altzen Anno 1642. von Spanischer Regierung anbefohlen worden / daß die Vnderthanen sich alle Feyertäge zur Predigt / bey einer gewissen Straff / einstellen sollen. Nicht weit von Altzheim ligt der hohe Berg / Dorßberg / Tonnersperg / oder Taunus, genandt / dessen Tacitus libro 1. et 12. Annalium gedencket / als daselbst die Römer ihr Lager / wider die Hessen / gehabt / welchen die Teutschen jenseits Rheins geholffen / vnnd also es nichts newes / daß Teutsche wider Teutsche gekrieget haben.

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