Topographia Hassiae: Wetter

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
  ← Weissenstein Wetter Wetzlar →  
aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
      Wikipedia-logo.png   Wetter in der Wikipedia      
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).


[T53]
Wetter (Merian).jpg
[140]
Wetter.


Ligt zwischen Marpurg / vnd Franckenberg / in Ober-Hessen. Ist kein alte Statt / sondern die / noch so vor viel Jahren nicht / ein Dorff / Oberwerter genannt / welches aber allberait / zu deß Wygand Gerstenbergers Zeiten / der Anno 1522. gestorben / bemauret gewesen / vnd zu einer Statt gemacht worden ist. Das Nider-Wetter aber darbey ist noch ein Dorff. Vnd seyn auß solcher Statt viel gelehrte Leuth / als die Fontij, Decii, Vulteji, Dryandri, Pincieri, Orthii, Fettii, Laelii, Crollii, Breulaei, Calvini, Kirchovii, Mylii, Mesomylii, Sylburgii, vnnd andere mehr / entsprungen; welche Ulricus Bollinger bey Rittero in Cosmogr. lib. 4. p. 731. beschreibet.

In dieser Statt ist ein Geistlicher Stifft / so jetzo der Hessischen Ritterschafft zustehet. Diesen Jungfrawen Stifft haben gestiftet Anno 1015. zwo Schwestern auß Schottland / so Königliches Geschlechts sollen gewesen seyn / deren die eine Adelmund / die ander Dickmund genannt. Von denen finden sich diese beyde Verßlein in der Kirchen;

Almundis mea vita brevis, tu respice, qui sis:
Hoc prior institui templum reditusque reliqui.

Bey der andern Person aber:

Huic Ego successi, Digmundis nomine, gessi
Conventûs regimen multis pręstando juvamen.

Vngefehr ein halbe Meyl von der Statt Wetter / ist das Dörflein Simmeshausen / neben der Landstrassen auff Franckenberg zu / darinn der treffliche Poet Euricius Cordus geboren worden. Bey ihr aber / der Statt / ligt das zerfallene Berghauß Melnau / vnnd der Flecken Rosenthal / welchen etwa vor alten Zeiten Mäyntz inngehabt; aber in An. 1464. widerumb an die Fürsten zu Hessen kommen ist. In der Rotenburgischen Saalsverzeichnuß wird dieser Orth Rosenthal ein Statt genannt / Dilichius aber nennet ihn p. 98. nur einen Flecken; der auch daselbst von der beschriebenen Statt Wetter / wie ingleichem Sauer in dem Stättbuch p. 326. seq. zu lesen.

So ist nicht weit von diesem Stättlein Wetter / das Dorf Cülb / bey welchem deß Jahrs 1643. H. Ernst Casimir / Graf zu Witgenstein / als Er / von Berlenburg auß / zum General von Königsmarck / der Contribution halber / gegen Ziegenhain / raisen wollen / im Wald / mit zweyen Kugeln / geschossen worden / daß Er selbigen Tags gestorben; wie in dem 5. Theil deß Theatri Europaei berichtet wird.

  ← [[{{{TOP}}}{{{VOR}}}|{{{VOR}}}]] {{{ORT}}} [[{{{TOP}}}{{{NAR}}}|{{{NAR}}}]] →