Topographia Palatinatus Rheni: Anweiler

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Topographia Germaniae
Anweiler (heute: Annweiler am Trifels)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1645, S. 12.
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Anweiler.

Nahend Landau / ein Pfältzisch Städtlein / an dem Fluß Queich gelegen. Es ist darob das Schloß Triefels / vom Käyser Friderico Barbarossa, mit hohen gehauenen Quatern / gleich wie die Burg zu Hagenaw / gebauet. Oben in der Höhe dieses Hauses hat es einen gewaltigen Saal / darein man durch einen Felsen / in welchen viel Staffeln gehauen / gehen muß: Derselbe Saal ist auch mit Marmolstein geblattet. Der gemeine Mann ist beredt worden / man müsse gedachtem Käiser Friderico, in diesem Schloß / wie auch zu Käysers-Lautern / alle Nacht ein Bett machen / darinn Er ruhe; dann er sey zu Hagenaw in der Burg lebendig verzuckt worden. Sein Gemahlin soll dieses Anweiler mit Mauren umbfangen / und die Pfarrkirchen gestifftet haben. Und ist diese Stadt / ehe sie / sambt dem besagten Schloß Triefels / vom Reich / der Pfaltz verpfändet worden / ein Reichs Stadt gewesen / haben auch noch ihre besondere privilegia, und Zollfreyheiten / wie Hertzog in der Elsasser Chronic lib. 9. c. 1. schreibet. Es ligt nahend dieser Stadt das Closter Eussersthal / oder Usersthal / Uterina vallis, also genant / weil es im äussersten thal derselben Lands-Revier gelegen. Ist ein Mönchs Closter Cistertzer Ordens / Speyrer Bistumbs / so von vielen Käysern / und Päbsten / Bestätigung über seine Güter / und Freyheiten / erlanget; deme auch Käyser Conradus III. Güter geben / und Käyser Conradus IV. (al. Henricus VII.) die Pfarrkirchen zu gedachtem Anweiler geschencket hat.