Topographia Saxoniae Inferioris:Fridrichstatt

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Topographia Germaniae
Fridrichstatt (heute: Friedrichstadt)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1653, S. 83–84.
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Fridrichstatt / oder Vrederycksstadt /

Nahend Suavestede / vnd der Stapelholmer Schantz / im Hertzogthumb Schleßwick / vnnd gegen Lunden / so in Ditmarsen ist / über / gelegen / ein newe / mit schönen Häusern / vnnd Gassen / auff die Holländische Art / erbawete / vnd zwischen zweyen Flüssen / nämblich der Trene vnd Eyder / gesetzte Statt; So ihren Nahmen von dem annoch glücklich regierenden Herrn Friederichen / Hertzogen zu Schleßwick / vnd Holstein / der sie / für wenig Jahren hat aufrichten lassen / bekommm; vnd in welcher sich / die auß dem Niederlande vertriebene Remonstranten / oder Arminianer / ein geraume Zeit auffgehalten haben. Ann. 1627. hat diese Statt 700. Käyserische Soldaten eingenommen. Anno 1644. hat der Schwedische FeldMarschall Torstensohn / den 2. Januarij / sein HaubtQuartir zu Kiel auffgehoben / seinen Zug / selbigen Tag / auff Ecklenförd / vnnd förters biß gegen Gottorp; den 3. biß auff Flenßburg / den 4. nicht weit von Appenrade / den 5. bey Haderßleben / vnnd den 6. gegen Coldingen genommen. Den 7. haben die Schwedischen Tragoner Coldingen bald vbermeistert; der Herr FeldMarschall Torstensohn aber / ist bey Middelfarsund angelangt / da er das Dänische Läger angegriffen; vnnd wurden darauff gantz Holstein / vnd Jutland / ausser GlückStatt / vnd Krempen / von den andern Dänischen Ländern / abgesondert: Hernach er wider nach Hadersleben gangen / vnd allda den Winter über / vnd biß auff den 16. Junij / still gelegen; darauff das Hauptquartir zu ChristianPreiß genommen / vnd folgends den 39. diß / die Insel Femeren occupiret: Folgendts / begab er sich von Christianpreiß / wider auf Gottorff / den 21. Julij auff Kiel / dann abermals auff Gottorp / und der Stapelholmer Schantz / vnd da er [84] hatte gantz Eiderstatt eingenommen / ist er hieher auff FriederichStatt kommen / da die Dänische eine Schiffbrücke über die Eyder gehabt / welche sie geschwind abgebrandt. Von hier gieng er dem General Gallas / so Kiel erobert hatte / zu begegnen / auff Renßburg. Wie es aber weiter hergegangen / davon sihe Segeberg.

Was gedachten Fluß / die Eyder / anbelangt / so scheidet er die Fürstenthümber Schleßwick / vnnd Holstein / also / daß die Eyder gleichsamb ein Ziel ist / derer Länder / so vnder das Römische Reich eigentlich gehören. Auff einer Seiten liget Diethmarsen / auff der andern EyderStätt / vnd der Stapelholm / zwischen welchen Ländern der Fluß immer zunimbt / vnd grösser wird / daß er auch das Land Eyderstädt schier gar zur Insul machet. Bey der Statt Tonningen ist er sehr brait / läufft aber endlich in die Nord-See / nach dem er oben etliche andere kleine Flüsse zu sich genommen hat; wie Herr Johann Rist / in seinem Kriegs- vnd FriedensSpiegel schreibet.