Topographia Superioris Saxoniae: Dieben

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Topographia Germaniae
Dieben (heute: Düben)
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Dippoldißwalda
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 41.
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Dieben / Düben.

Ein Stättlein an der Mulda / auff der Strassen von Leipzig / nach Wittenberg / vnnd von jedem Orth vier Meylen / in der mitten / gelegen / davon der grosse Wald / so auff ein halbe Meyl Wegs vom Stättlein / auff Wittenberg zu / anfahet / vnd durch welchen man zwo grosser Meyl Wegs zu reysen hat / ins gemein die Diebische Heyde genant wird / darinn es nicht allezeit sicher ist. Dresserus in seinem Stättbuch / oder parte 5. Isag. Hist. nennets Duben, vnnd Deben, von dem Wendischen Wort Duba, oder Buchwald / vnd sagt / daß Philippus Melanchthon es einmal schertzweise Thebas Saxonicas geheissen habe. Es solle allda ein Alaun Bergwercke haben. In dem Schloß allhie / hatte Marggraf Albrecht von Meissen Anno 1188. seinen Vattern Ottonem gefangen gehalten / dieweil er gehört / daß er ihme seinen Jüngern Brudern / Dietericum, vorziehen wollen. Obbesagte Mulda ist ein böses Wasser. Sonsten gehört nach Dieben ein gantzes Ampt; solches aber der Zeit in den Chur-Sächsischen Creyß. Anno 1631. den 4. Septembris / hat sich allhie der König auß Schweden / mit dem Churfürsten zu Sachsen conjungirt / vnnd seynd mit einander von dannen vff den Tilly gangen. Es hat Dieben in diesem Teutschen Krieg auch viel gelitten: hatte vorhin ein feines Rahthauß: Es sollen aber wie berichtet wird / die gemeine Gebäw alle auffgangen seyn. Vnd stehet in der Franckfurtischen Herbst-Relation deß 1637. Jahrs / am 79. Blat / daß in solchem Jahr dieses Stättlein von den Schwedischen außgeplündert / vnd abgebrant worden sey.