Topographia Westphaliae: Vechta

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Topographia Germaniae
Vechta
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1647, S. 65–66.
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Vecht / Vechta /

Ligt in Westphalen / zwischen Kloppenburg / vnnd Hunteborg / nicht weit vom Dummer-See / vnnd Wildeshusen / auch nicht sonders fern von Diepholt / vnd ist dem Stifft Münster gehörig / an welches dieses Stättlein / sampt der Graffschafft / so vor Zeiten eygene Graffen gehabt / vmb ein gewisse Summa Gelts / vmbs Jahr 1235. oder 1247. von Graff Otten zur Lippe / Bischoffen zu Münster / der Anno 1249. gestorben / kommen ist. Es gehören in die Herrschafft Vecht fünffzehen Pfarren / deren jede zehen / oder zwölff Dörffer hat / vnnd ein vnd dreyssig Adeliche Sitz. Siehe Crantzium, in Metropoli lib. 8. cap. 21. H. Hennig. in Genealog. fol. 411. Hamelmann. de familiis emortuis part. 1. pag. 76. et in Chron. Oldenburg. par. 1. cap. 13. p. 45.

Anno 1633. ist dieses Stättlein / vnnd Schloß / von den Lüneburgischen / den Keyserischen / mit Accord / abgenommen worden. Ward aber folgends von ihnen / den Keyserischen wider / vnd Anno 37 im Junio / von den Hessischen / auch mit Accord / vnnd ferners Anno 38. im Novembri abermals von den Keyserischen eingenommen; so Anno 39. 42. vnd 44. noch allhie gelegen seyn.

In der Braunschweigischen Chronic / wird von dieser Statt nachfolgende Geschicht / am 421. Blat / erzehlet: Vmbs Jahr 1394. sind Hertzog Bernhard zu Lüneburg / vnnd Graff Otto zu der Hoya / mit einem wolgerüsten Kriegsvolck / auff den Bischoff von Osenbrück gezogen / damit sie in grosser Widerwertigkeit / vnd Vnwillen / stunden. Demselbigen haben sie sein Land / mit Schwerd / vnnd [66] Fewer / verheerret / verdorben / vnnd den armen Leutlein auff den Dörfern grossen Schaden zugefüget. Vnd als sie nun eine gute Beut geholet hatten / vnd widerumb zu Hauß zogen / vnd das Kriegsvolck für der Statt Vechta / im Stifft Münster / vber führeten / da hat man in der Statt die Glocken zustürmen geschlagen / vnd derowegen sind die Bürger eylend zusammen kommen / vnnd mit Hauffen auß der Statt / dem Feind entgegen gezogen / vnd denselben so freudig angegeriffen / vnd so sehr beängstiget / daß er die Flucht nehmen / das Hafenpanier auffwerffen / erschrocken auß dem Felde entfliehen / vnd allen Raub / vnd Beute / so er bekommen hatte / den Bürgern zu Vechta verlassen müssen. Also ist das gantze Stifft Osenbrück / durch der einen Statt trotzige vnnd freudige That / vberflüssig genug an den Feinden gerochen worden. Biß hieher die Chronic. Welches / vnnd andere mehr Exempel der Sächsischen Stätte / man gegen denen / die zu vnsern Zeiten Vorgangen seyn / vnd noch vorgehen / halten kan. David Chrytraeus meldet lib. 15. Saxon. p. 382. Daß Christoff / vnd Anthonius / Graffen von Aldenburg / im Jahr 1538. das Schloß Delmhorst vergebens einzunehmen versucht; das Stättlein aber geplündert / vnnd angezündet; hernach Vecht / Kloppenburg / Haselunda / vnnd Meppe / eingenommen; vnnd das Stättlein Vecht / mit dem Schloß / verbrandt. Aber Bischof Frantz von Münster habe diese Ort gar leichtlich wider eingenommen.