Theorie der stationären Strahlung
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3. Theorie der stationären Strahlung in einem gleichförmig bewegten Hohlraum; von Kurd von Mosengeil †.
(Gekürzter und mit einer Korrektur von M. Planck versehener Abdruck der Berliner Dissertation.)
§ 1. Historische Einleitung.
Im Vordergrunde des Interesses der theoretischen Physik steht unter anderem seit längerer Zeit die Elektrodynamik und Optik bewegter Körper, die bis jetzt noch zu keinem endgültigen Abschlüsse gelangt ist. Alle Versuche, einen Einfluß der Erdgeschwindigkeit auf die elektrodynamischen Erscheinungen festzustellen, haben ein negatives Resultat ergeben. Um dies zu erklären, haben H. A. Lorentz[1] und in noch allgemeinerer Fassung A. Einstein[2] das „Prinzip der Relativität“ eingeführt, nach welchem es prinzipiell unmöglich ist, einen derartigen Einfluß aufzufinden. Eine Stütze für die Lorentzsche Theorie glaubte nun Hr. Fritz Hasenöhrl in einer „Zur Theorie der Strahlung in bewegten Körpern“ betitelten Arbeit[3] gefunden zu haben. Er meinte dort nämlich zu einem Widerspruch gegen den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik gelangt zu sein, den er aber mit Hilfe der Lorentzschen Hypothese beseitigen konnte. Gegen die Hasenöhrlsche Arbeit muß ich aber Stellung nehmen, weil sich im Laufe seiner Untersuchung ein Fehler eingeschlichen hat, auch abgesehen von dem Rechenfehler, dessen Aufdeckung Hr. Abraham veranlaßt hat, und der in [868] der zweiten Arbeit von Hasenöhrl seine Berichtigung gefunden hat. Um dies klar zu legen, ist es erforderlich, auf den Hasenöhrlschen Gedankengang näher einzugehen. Hr. Hasenöhrl führt zunächst die Begriffe „absolute Strahlung“, „totale“ und „wahre relative Strahlung“ ein, deren Bedeutung hier (zum größten Teil wörtlich) wiedergegeben werden möge: „Unter absoluter Strahlung versteht man die Energiemenge, welche in der Zeiteinheit die Flächeneinheit einer senkrecht zur absoluten Strahlenrichtung gelegenen, absolut ruhenden Ebene durchsetzt.“ „Unter totaler relativer Strahlung versteht man die Energiemenge, welche in der Zeiteinheit die Flächeneinheit einer (gedachten) Ebene durchsetzt, welche sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie die emittierende Materie bewegt, und welche senkrecht zur relativen Strahlenrichtung orientiert ist. Ersetzt man diese gedachte Ebene durch eine materielle, schwarze (gleich bewegte und orientierte) Ebene, so ist diese totale relative Strahlung nicht identisch mit dem Betrag der von letzterer absorbierten Wärme; denn es kommt hier noch die Arbeit des Strahlungsdruckes oder die (äußere) Arbeit gegen denselben in Betracht, je nachdem sich die schwarze Ebene in negativem oder positivem Sinne bewegt. Vermindert bez. vermehrt man die totale relative Strahlung um den Betrag dieser Arbeit, so erhält man den Betrag der von der schwarzen Ebene absorbierten Wärme, welcher Betrag die wahre relative Strahlung heißen soll.“ Um die Beziehung zwischen der totalen und wahren relativen Strahlung aufzusuchen, betrachtet Hr. Hasenöhrl einen zylindrischen Hohlraum, dessen Basisflächen Hr. Hasenöhrl greift diejenige totale relative Strahlung heraus, deren relative Richtung (d. h. deren Richtung in bezug auf ein mit dem Hohlraum bewegtes Bezugssystem) mit der [869] Bewegungsrichtung Winkel zwischen ![]() die entsprechende wahre relative Strahlung bezeichnet er mit: ![]() Er wird dann zu dem Schlusse geführt, daß die wahre relative Strahlung allein für den Wärmetransport zwischen den Körpern Weiter folgert er ganz richtig: „Sind die beiden Flächen Nun aber heißt es weiter: „Damit dasselbe auch von zwei beliebigen, beliebig gegen einander orientierten Flächenelementen gelte, muß für die wahre relative Strahlung das Kosinusgesetz gelten; d. h. es muß In dieser Schlußweise liegt ein Fehler. Es darf nur geschlossen werden, daß die gegenseitige wahre relative Zustrahlung der beiden Flächenelemente einander gleich ist; d. h. es muß Wenn nun auch die Schlußweise des Hrn. Hasenöhrl nicht stichhaltig ist, so könnte doch die These, daß Es wird im folgenden, wie ich glaube, in einwandfreier Weise eine Theorie der stationären Hohlraumstrahlung für bewegte Körper entwickelt werden, die zu einem anderen Resultat führt[4]. Damit verlieren auch alle weiteren Folgerungen der Hasenöhrlschen Arbeit ihre Bedeutung. § 2. Die Unabhängigkeit der stationären Strahlung in einem bewegten Hohlraum von den in ihm befindlichen materiellen Substanzen.
Wir denken uns einen beliebig gestalteten Hohlraum, in dem sich auch beliebige materielle Substanzen befinden können; nur muß er von einer vollkommen spiegelnden Fläche eingeschlossen sein, damit keine Strahlung nach außen dringen kann. Dieser Hohlraum bewege sich (in einem strahlungfreien Vakuum) mit der konstanten Geschwindigkeit Es sind von vornherein zwei Fälle denkbar: Entweder ist zur Aufrechterhaltung dieses Zustandes eine äußere Kraft erforderlich oder nicht. Im ersteren Falle würde dauernd an dem System (positive oder negative) Arbeit geleistet werden; seine Energie und daher auch seine Temperatur müßte dauernd zu- bez. abnehmen. In diesem Falle könnten wir das System mit einem großen Wärmereservoir in Verbindung setzen, dann ändert sich die Temperatur nicht merklich, und infolgedessen bleibt auch der Strahlungszustand konstant. Nun ist nach Hrn. M. Abraham[5] die an irgend einem System angreifende Kraft gleich der zeitlichen Änderung der Summe der mechanischen und elektromagnetischen Bewegungsgröße. Beide sind aber in unserem Falle konstant. Unser System bewegt sich daher kräftefrei. Wir denken uns nun zwei mit gleicher Geschwindigkeit Wir stellen einen Spiegel[6], der mit den beiden Systemen zusammen bewegt wird, derart auf, daß er die von [872] Wir nehmen an, daß sich in den Hohlräumen hinreichend absorbierende Substanz befindet, so daß die Strahlen, die von I nach II gelangen, dort so gut wie vollständig absorbiert werden und nicht wieder durch Wenn nun die Intensität des von I emittierten Strahles von der Beschaffenheit und Lage der Substanzen abhinge, von denen er ausgeht, so würde er je nachdem dem System II mehr oder weniger Energie zuführen, so daß sich dessen Temperatur ändern könnte. Da aber die Temperaturen der beiden Systeme als gleich vorausgesetzt sind, darf dies nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nicht geschehen. Wir werden daher zu dem Schlusse geführt, daß die Intensität der stationären Strahlung in einem bewegten Hohlraum nicht von der Beschaffenheit der emittierenden Substanzen abhängt. § 3. Die Abhängigkeit der spezifischen Strahlungsintensität von der Strahlungsrichtung.
Wir bezeichnen, wie vorher, die konstante Geschwindigkeit des Hohlraumes mit Wir definieren die spezifische Strahlungsintensität ![]() gegeben wird durch: ![]() [873] Wir stellen uns folgende Aufgabe: Aus dem Werte von Wir untersuchen die Reflexion an einem in dem Hohlraum befindlichen Spiegel. Dessen von der Reflexionsseite abgewandte Normale Mit Hilfe der Reflexionsgesetze für bewegte Spiegel läßt sich diese berechnen; nach dem in § 2 gefundenen Resultat gilt dann der so berechnete Wert von Es wird gut sein, die Reflexionsgesetze für bewegte Spiegel hier zusammenzustellen, um im Verlaufe der Untersuchung darauf zurückgreifen zu können[8]. Bezeichnet man mit
Für die Öffnungswinkel
Ist
Das Verhältnis der Intensitäten ist:
[874] und daher nach (3) und (5) das Verhältnis der spezifischen Intensitäten:
Nun sind
Ebenso sind
Setzt man für ![]() ein, so geht aus der Formel (1) die Formel: ![]() hervor. Setzt man hierin für
woraus folgt:
Formel (5) geht darnach über in:
Wir wollen unsere Formel (10) in der für das Folgende zweckmäßigen Form schreiben, indem wir
Berechnen wir nun die spezifische „wahre relative Strahlung“ [9],wo [10].Hieraus folgt in Hinblick auf (11): ![]() § 4. Die Änderung der spezifischen Strahlungsintensität bei einer adiabatischen, isochorischen[11], reversiblen Beschleunigung des Hohlraumes.
Um die Geschwindigkeit des Hohlraumes auf adiabatischem Wege ändern zu können, entfernen wir alle absorbierenden Substanzen; damit der Prozeß reversibel sei, soll er unendlich langsam verlaufen. Durch unregelmäßig im Hohlraum verteilte Spiegel sorgen wir dafür, daß sich die Strahlung in den [876] verschiedenen Richtungen ausgleichen kann. Daß dann auch die spektrale Energieverteilung bei dem Prozesse den Charakter der schwarzen Strahlung bewahrt hat, wird nachher eine einfache Überlegung zeigen. Wir bringen die Geschwindigkeit des Hohlraumes plötzlich von
so ist sie dann:
Wir betrachten nun ein Strahlelement, d. h. ein begrenztes, unendlich kleines Stück eines Strahlenbündels. Das Volumen des Strahlelementes sei ![]() Wir haben es also mit denjenigen Strahlen zu tun, deren Polarwinkel zwischen
Wir verfolgen nun das Strahlelement von dem Augenblick der Geschwindigkeitsänderung an bis zu dem Augenblick, wo der stationäre Zustand eingetreten ist. Während dieser Zeit erleidet das Strahlelement sehr viele Reflexionen. Bei jeder einzelnen Reflexion ändert sich die Richtung Der Einfachheit halber geben wir dem Volumen eine [877] spezielle Gestalt, was man unbeschadet der Allgemeinheit tun kann, da man sonst das Volumen in lauter Teile von dieser speziellen Gestalt einteilen kann, nämlich die eines schiefen Zylinders, dessen Erzeugende mit der Strahlenrichtung zusammenfällt, und dessen Endflächen zur Spiegelebene parallel sind. Wenn die Reflexion gerade beginnt, möge das Strahlelement die Lage Der Spiegel hat sich dann um die Strecke ![]() oder ![]() Nach (2) erhält man:
Für das Verhältnis der Energie des Strahlelementes nach Reflexion
Wie wir sehen, ändern sich alle für das Strahlelement charakteristischen Größen bei einer Reflexion im Verhältnis
wo Wenn nun viele Reflexionen stattfinden, so sieht man leicht, daß die Änderungen der charakteristischen Größen nur von dem Polarwinkel
Da es dagegen auf den Weg, den das Strahlelement inzwischen zurückgelegt hat, gar nicht ankommt, so können wir [879] den in Wirklichkeit zurückgelegten, komplizierten Weg durch einen fingierten, einfachen ersetzen. Wir haben nur dafür zu sorgen, daß die Verteilung der Strahlelemente am Schlusse eine derartige ist, wie sie der stationären Strahlung bei der Geschwindigkeit Wir gehen in folgender Weise vor: Wir lassen jedes einzelne Strahlelement durch einen passend aufgestellten (mitbewegten) Spiegel in eine Richtung reflektieren, die senkrecht zur Bewegungsrichtung des Systems steht. Wir wollen die Energie ![]() nach der Reflexion in die zur Bewegung senkrechte Richtung nach (16): ![]() Wir finden
Setzen wir für ![]() Führt man auch noch die Integration nach
Wir lassen nun die Strahlelemente durch passend aufgestellte Spiegel aus der zur Bewegung senkrechten Richtung nach allen möglichen Richtungen reflektieren, und zwar in der [880] Verteilung auf die einzelnen Richtungen, wie sie der stationären Strahlung und Gleichung (11*) entspricht. Die Energie eines Strahlelementes wird alsdann betragen: ![]() vor der Reflexion muß sie zufolge (16) gewesen sein: ![]() Durch Integration dieses Ausdruckes über
Setzen wir für ![]() Führt man auch noch die Integration nach
Durch Vergleich von (18) und (20) erhält man, wenn man gleichzeitig nach
Hieraus herechnet sich: ![]() [881] Die Integration dieser Gleichung liefert:
wo Für
Setzen wir dem Stefan-Boltzmannschen Gesetze[12] gemäß: ![]() so geht die Formel über in:
wobei Wir untersuchen jetzt, ob auch die spektrale Energieverteilung den Charakter der schwarzen Strahlung bewahrt hat. Zu dem Zwecke machen wir folgenden Kreisprozeß: Wir bringen den Hohlraum zuerst auf adiabatisch reversiblem Wege aus der Ruhe auf die Geschwindigkeit ![]() bestimmt wird, dessen emittierte Strahlen aber möglicherweise eine andere spektrale Energieverteilung aufweisen als die Strahlen des Hohlraumes. Ist dieses der Fall, so wird eine Entropievermehrung stattfinden. Eine Arbeitsleistung oder [882] -gewinnung oder eine Wärmeaufnahme oder -abgabe durch den schwarzen Körper findet hierbei nicht statt. Nach Entfernung des schwarzen Körpers bringen wir den Hohlraum wieder auf adiabatisch reversiblem Wege zur Ruhe. Hierbei wird dieselbe Arbeit, die vorher geleistet worden war, zurückgewonnen. Schließlich wird der Hohlraum wieder mit einem schwarzen Körper in Verbindung gebracht, dessen Strahlungsintensität durch § 5. Eine zweite Herleitung des in § 4 gewonnenen Resultates.
Man kann zu der Gleichung (21) für die Änderung der spezifischen Strahlungsintensität bei adiabatischer, reversibler Beschleunigung auf einem anderen Wege gelangen, der weniger Anforderungen an das Anschauungsvermögen stellt. Wir setzen das Volumen des Hohlraumes der Einfachheit halber gleich Eins. Nach Hrn. Abraham[13] ist die Kraft
wo ![]() oder nach (11): ![]() Durch Integration über
Dies in (24) und (23) einsetzend erhalten wir:
wofür wir auch schreiben können, da der zu differenzierende Ausdruck bei der adiabatisch reversiblen Beschleunigung nur von ![]() Die in der Zeit
[884] Diese Arbeit muß gleich sein der Energiezunahme
Hieraus ergibt sich die Änderung der Energie:
Durch Vergleich von (25) und (26) findet man: ![]() hieraus folgt nach einigen Umformungen: ![]() Die Integration dieser Gleichung liefert die uns schon bekannte Gleichung (21): ![]() § 6. Die Abhängigkeit der spektralen Energieverteilung von der Strahlungsrichtung.
Wir definieren die spezifische Intensität der monochromatischen Strahlung Wir gehen nun genau so wie in § 3 vor, indem wir einen Strahl von der Intensität
und seine Intensität beträgt nach (10):
Durch Vergleich von (27) und (28) folgt:
Setzt man hierin
§ 7. Die Änderung der spektralen Energieverteilung bei der adiabatischen, isochorischen, reversiblen Beschleunigung des Hohlraumes.
Wir können hier wieder nach der in § 4 zur Bestimmung der Änderung der Gesamtintensität benutzten Methode vorgehen, weil auch die Änderung der Schwingungszahl eines Strahles bei einer oftmaligen Reflexion nur von der Anfangs- und Endrichtung des Strahles, aber nicht von dem inzwischen durchlaufenen Weg abhängt. Wir bringen also wieder den Hohlraum von der Geschwindigkeit Soll die Schwingungszahl eines Strahlelementes, dessen ursprüngliche Richtung durch ![]() Wir erhalten daher ![]() setzen: ![]() Setzen wir für ![]() aus (30) ein, so wird nach Ausführung der Integration nach ![]() Um auch die Integration nach [887]
Führt man jetzt die Integrale aus, so erhält man:
Wir stellen nun, wie in § 4 für ![]() setzen: ![]() Setzt man für ![]() gemäß (30) ein, so wird nach Ausführung der Integration nach ![]() [888] Führt man auch noch die Integration nach ![]() Durch Entwickelung nach
Aus dem Vergleich von (31) mit (32) folgt dann: ![]() Wir bringen diese Gleichung in die Form:
Hierfür läßt sich schreiben: ![]() Das allgemeine Integral dieser Gleichung lautet: ![]() wo [889] Dies läßt sich anders schreiben:
wo jetzt
Für ![]() übergehen, in der
Wir haben hier sowie in Formel (22) an § 8. Die Änderung der Temperatur bei der adiabatischen, isochorischen, reversiblen Beschleunigung.
Nach der Definition der Temperatur verhalten sich die absoluten Temperaturen zweier Körper wie die Wärmemengen, welche von den Körpern verloren oder gewonnen werden, wenn in einem umkehrbaren Carnotschen Kreisprozeß der eine die Rolle der Wärmequelle, der andere die Rolle des Kühlers spielt. [890] An dieser Definition der Temperatur halten wir fest auch in dem Falle, daß es sich um bewegte Körper handelt. Als Wärmequelle wählen wir einen ruhenden schwarzen Körper von großer Wärmekapazität von der Temperatur ![]() ist. Wir führen nun folgenden umkehrbaren Carnotschen Kreisprozeß aus: Wir bringen den Hohlraum mit dem ruhenden schwarzen Körper in Verbindung und expandieren ihn isotherm und reversibel von dem Volumen Es verhält sich dann:
Da der Lichtdruck auf eine Fläche sowohl in dem ruhenden als auch in dem bewegten Hohlraum von der Orientierung der Fläche unabhängig ist, so wählen wir uns eine [891] Fläche zur Betrachtung, die auf der Bewegungsrichtung senkrecht steht. Der Druck eines einzelnen Strahles im ruhenden Hohlraum beträgt[15]: ![]() Durch Integration über alle einfallenden Strahlen, d. h. über ![]() oder nach Ausführung der Integration:
Durch Multiplikation mit
Die Energiedichte ![]()
Die in dem Volumen
[892] Im bewegten Hohlraum beträgt der Druck eines einzelnen Strahles[16]: ![]() Durch Integration über alle einfallenden Strahlen, d. h. über ![]() Setzt man für
Durch Multiplikation mit
Ferner ist die bei der Änderung der elektromagnetischen Bewegungsgröße
Die Energiedichte in dem bewegten Hohlraum ist: ![]() oder, das Integral ausgeführt:
[893] Die in dem Volumen
Durch Division von (41) in (46) erhalten wir nach (36) das Verhältnis der Temperaturen des bewegten und des ruhenden Hohlraumes:
Führen wir nun in die Formeln (22) und (35) statt der Temperatur
Wir können dies Resultat dahin aussprechen: Um das Stefan-Boltzmannsche und das Plancksche Gesetz auch für bewegte Körper anwenden zu können, hat man die absolute Temperatur mit dem Faktor ![]() zu multiplizieren. § 9. Die Ausdrücke für die Energiedichte, die Beachleunigungsarbeit, die scheinbare Masse bei der adiabatischen und bei der isothermen Beschleunigung des Hohlraumes und die Wärmeabsorption bei der letzteren.
Die Energiedichte bei der adiabatischen Beschleunigung haben wir schon in (44) berechnet: ![]() [894] Hieraus ergibt sich die Beschleunigungsarbeit, indem man die Energiedichte des ruhenden Hohlraumes (39) abzieht: ![]() Durch Differentiation nach ![]() Die Energiedichte bei der isothermen Beschleunigung ist:
Zur Berechnung der Arbeit bei der isothermen Beschleunigung wenden wir den Abrahamschen Satz an, daß die an dem Hohlraume angreifende Kraft gleich der zeitlichen Änderung der elektromagnetischen Bewegungsgröße ist. In Formel (25) steht der Ausdruck für das Differential der Arbeit. Für ![]() einzusetzen. Man erhält dann: ![]() oder nach Ausführung der Differentiation: ![]() [895] Dividiert man durch ![]() Durch Multiplikation mit ![]() Die Wärmeabsorption schließlich bei der isothermen Beschleunigung bestimmt sich als Differenz der Änderung der Energiedichte und der geleisteten Arbeit: ![]() § 10. Die Erscheinungen der Wärmestrahlung vom Standpunkte eines bewegten Beobachters. Begriff der relativen Temperatur.
Hr. Einstein hat gezeigt[17], daß die Maxwellschen Gleichungen ihre Gültigkeit behalten für ein Koordinaten- und Zeitsystem
Er hat auch die Beziehungen angegeben, die zwischen der Intensität eines Lichtstrahles, seinem Richtungswinkel, seiner Schwingungszahl, einmal gemessen im ruhenden System, [896] das andere Mal in dem transformierten System, bestehen. Die auf das letztere bezüglichen Größen seien durch einen Akzent bezeichnet. Es gilt dann:
Es ist nun leicht, auch die Beziehung zwischen dem Öffnungswinkel eines Strahlenbündels
Da nun
Dividiert man (51) durch (54), so erhält man die Beziehung zwischen den spezifischen Strahlungsintensitäten
Bei einem monochromatischen Strahl hat man für ![]() [897] Mit Rücksicht auf (53) geht dies über in:
Wir wollen die Formeln (55) und (56) einmal auf die (schwarze) Strahlung eines ruhenden Körpers, dann auf die eines mit der Geschwindigkeit Wir bezeichnen die Temperatur des ruhenden Körpers in bezug auf das ruhende System mit Die Strahlungsintensitäten
In bezug auf das bewegte System hat der ruhende Körper die Geschwindigkeit
Drückt man gemäß (52) und (53) [898]
Setzt man die Werte (57) und (58) in (55) und (56) ein, so erhält man ans jeder der beiden Formeln:
Betrachten wir jetzt den mit der Geschwindigkeit
oder nach (53):
Setzt man die Werte (48), (49), (60), (61) in (55) und (56) ein, so ergibt sich aus jeder der beiden Formeln:
Ein Vergleich mit (59) lehrt, daß zwei Körper, die der ruhende Beobachter als gleich heiß bezeichnet, einem bewegten Beobachter verschieden heiß erscheinen können, nämlich dann, wenn die Körper verschiedene Geschwindigkeit haben. Am [899] höchsten wird die Temperatur eines Körpers immer dem Beobachter erscheinen, der relativ zu ihm ruht.
Wir berechnen die von den beiden schwarzen Körpern emittierte bez. absorbierte Wärmemenge Betrug der Lichtdruck eines Strahles im ruhenden Hohlraum, auf das ruhende System bezogen: ![]() so beträgt er, auf das bewegte System bezogen:
oder nach (52) und (54): ![]() und daher der Gesamtdruck: ![]() Die auf das bewegte System bezogene Energiedichte
[900] War ![]() Wir erhalten nun durch eine ähnliche Rechnung wie die, welche zur Gleichung (46) führte:
Wir gehen jetzt zur Berechnung von ![]() und in (62) außerdem an die Stelle von ![]()
![]() oder nach (52): ![]() und:
[901] Für
Das Kompressionsvolumen des bewegten Hohlraumes, bezogen auf das bewegte System, ist: ![]() Wir erhalten nun:
Durch Division von (65) in (66) finden wir das Verhältnis der Temperaturen des Hohlraumes vor und nach der adiabatischen Beschleunigung, bezogen auf das bewegte System:
während das Verhältnis der Temperaturen, auf ein ruhendes System bezogen, nach (47) dargestellt war durch: ![]() Wie man sieht, stehen diese Formeln im Einklang mit (59) und (62).
Ob wir bei dem Prozesse die Beschleunigung und die Kompression des Hohlraumes gleichzeitig oder hintereinander ausführen, ist gleichgültig. Wir wollen zuerst die Kompression von dem Volumen
Bei der adiabatischen, reversiblen Kompression steigt die Temperatur von ![]() Mit Rücksicht auf (68) folgt hieraus:
Die spezifischen Strahlungsintensitäten
[903] Nach dem (Gesamt-)Prozesse haben sie, auf das bewegte System bezogen, denselben Wert. Wir finden ihre Werte
Ersetzt man in der zweiten Gleichung noch
Die Formeln (71) und (72) beziehen sich auf die adiabatische, reversible Beschleunigung des Hohlraumes, wenn gleichzeitig eine adiabatische, reversible Kompression entsprechend (68) stattfindet. Wenn wir in den Formeln
Hierdurch haben wir für Formel (22) eine dritte und für (35) eine zweite Ableitung gefunden. Schluß.
Man braucht also, wie wir gesehen haben, keinerlei neue Hypothese in bezug auf die Längenänderungen bewegter Körper einzuführen, um die Gesetze der stationären Strahlung in einem bewegten Hohlraum sowohl mit der Elektrodynamik als auch mit der Thermodynamik in Übereinstimmung zu bringen (wie das Hr. Hasenöhrl für notwendig hält). Ob das Prinzip der Relativität (auch für materielle Körper) richtig ist, bleibt eine noch offene Frage, welche die Resultate dieser Arbeit nicht berührt.
(Eingegangen 12. Februar 1907.)
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und
zwei schwarzen Körpern angehören sollen, während die Mantelfläche des Zylinders, sowie die äußere Begrenzung der beiden schwarzen Körper nach innen vollkommen spiegelnde Flächen sein sollen. Dieses System soll sich mit konstanter Geschwindigkeit in der Richtung der Erzeugenden des Zylinders bewegen.
und
einschließt. Ihren Betrag bezeichnet er mit:

von
denselben Wert haben.
. Im allgemeinen wird es nötig sein, um die Geschwindigkeit konstant zu halten, eine äußere Kraft auf das System wirken zu lassen. Wenn wir hinreichend lange warten, wird schließlich ein stationärer Zustand eintreten.
und
. Aus diesen Löchern könnten Strahlen nach allen möglichen Richtungen dringen. Wir wollen aber nur Strahlen von ganz bestimmter Richtung haben. Deshalb umgeben wir die Löcher außen mit einer vollkommen spiegelnden Hülle, die so orientiert und gestaltet
und
in diesen Hüllen bewirkt man dann, daß nur Strahlen von der Richtung
bez.
herausdringen können. Wir vernachlässigen hierbei die Beugung, was erlaubt ist, wenn die Dimensionen sehr groß gegen die Wellenlängen sind.
reflektiert; nach dem Reziprozitätsgesetz reflektiert er dann die von
. Die vier Löcher müssen natürlich in gewisser Größenbeziehung zueinander stehen, derart, daß sie von den Strahlen gerade ausgefüllt werden. Falls sie nicht in einer Ebene, wie in der Figur angenommen, liegen, muß man statt der einen eine zweimalige Reflexion anwenden.
herausgelangen. Der von dem System II durch
die Lichtgeschwindigkeit,
der Winkel, den die (absolute
),
der Winkel, den die durch Strahlen- und Bewegungsrichtung gehende Ebene mit einer festen durch die Bewegungsrichtung gelegten Ebene bildet (
).
dadurch, daß die Intensität
eines Strahlenbündels vom Öffnungswinkel

für einen bestimmten Wert von
bilde mit der Bewegungsrichtung
. Es falle auf diesen Spiegel ein Strahl in einer Einfallsebene, die mit der
Ebene den Winkel
von der Intensität
auf, und werde unter dem Reflexionswinkel
mit der Intensität
reflektiert.
für alle Stellen des Hohlraums.
die Geschwindigkeitskomponente des Spiegels in Richtung seiner Normalen, positiv gerechnet, wenn sich der Spiegel von der einfallenden Strahlung weg bewegt, so gelten zwischen dem Einfalls- und dem Reflexionswinkel die Beziehungen:
und
gilt:
die Schwingungszahl des einfallenden,
die des reflektierten Strahles, so ist


die Seiten eines sphärischen Dreiecks, in welchem 
die Seiten eines sphärischen Dreiecks, in welchem
einschließen. Es ist daher:


und
die Werte aus (6) und (7) ein, so erhält man:


ist. Es ließ sich dies voraussehen, da nur in diesem Fall der nämliche Wert für
herauskommt, wenn der Strahl nicht durch eine einmalige, sondern durch eine mehrmalige Reflexion aus der einen Richtung in die andere übergeführt wird. Wir hätten uns unsere Aufgabe daher sehr erleichtern können, indem wir den Spiegel in speziellerer Weise gegen den einfallenden Strahl orientiert hätten. Es schien mir aber ganz nützlich, zu zeigen, daß die thermodynamischen Überlegungen des § 2 für den Fall, daß wir es nur mit spiegelnden Substanzen zu tun haben, durch die Geometrie bestätigt werden.
setzen:
. Nach 


und warten, bis der stationäre Zustand eingetreten ist. War die spezifische Strahlungsintensität vorher:

, der Öffnungswinkel des Strahlenbündels:
und deren Azimut zwischen
liegt, und die sich in dem Volumenelement
) 
, der Öffnungswinkel
. Die Änderung von
haben;
liegt dann in der Spiegelebene. Bis zum Ende der Reflexion möge die Zeit
vergehen.
in Richtung seiner Normalen verschoben. Die eine Endfläche des Strahlelementes ist von
nach
gelangt mit Lichtgeschwindigkeit, so daß
. Die andere Endfläche hat sich unterdessen unter dem Reflexionswinkel
bewegt, so daß
. Die Lage des Strahlelementes nach der Reflexion ist durch
gegeben. Die Volumina der beiden schiefen Zylinder
und
verhalten sich wie 


zu der vor der Reflexion
erhält man nach (12), (4) und (13):
oder einer (positiven oder negativen) Potenz hiervon. Nun ist nach (9):
den Polarwinkel der Strahlungsrichtung vor,
nach der Reflexion bedeutet. Wir mußten hier beachten, daß die Geschwindigkeit des Systems nicht mehr
nach den Reflexionen abhängen. So erhält man z. B. für das Verhältnis der Energie des Strahlelementes nach den vielen Reflexionen
zu der vor den Reflexionen 
berechnen, die das System nach diesem Prozeß besitzt. Die Energie eines Strahlelementes vor der Reflexion beträgt nach (12):


und den Wert von
:



und 
aus (11*) ein, so wird nach Ausführung der Integration nach 





die Strahlungsintensität des ruhenden Hohlraumes bezeichnet.


die Temperatur des ruhenden Hohlraumes bedeutet.
, die an einem elektromagnetischen Systeme von außen angreift, gleich der zeitlichen Zunahme der elektromagnetischen Bewegungsgröße
,

den
bezeichnen wollen. Es ist:




geleistete Arbeit
finden wir durch Multiplikation mit dem Wege
:
des Systems in der Zeit
des Systems beträgt:




damit, daß
derjenige
liegen.



der Strahlen, deren Schwingungszahlen zwischen 


und den Wert von













eine willkürliche Funktion seines Argumentes bedeutet.

muß dieser Ausdruck in die 
und
Konstanten, 
den Index 0 geschrieben, um anzudeuten, daß es die Temperatur ist, die die Strahlung hatte, als das System in Ruhe war. Nach der adiabatischen, reversiblen Beschleunigung wird die Temperatur eine andere sein, deren Bestimmung unsere nächste Aufgabe bilden soll.
, dessen Emissionsvermögen nach (21*) gleich:
auf das Volumen
. Die vom schwarzen Körper hierbei abgegebene Wärmemenge möge
heißen. Hierauf trennen wir den Hohlraum von dem schwarzen Körper ab und bringen ihn auf adiabatischem, reversiblem Wege auf die Geschwindigkeit
heißen. Schließlich trennen wir den Hohlraum wieder ab und bringen ihn auf adiabatischem, reversiblem Wege zur Ruhe. Hiermit ist er in seinen Anfangszustand zurückgekehrt.
zusammen.
und über
erhält man den Gesamtdruck:


erhält man durch Integration über die durch 




, erhält man den Gesamtdruck:

erhalten wir die bei der Kompression des bewegten Hohlraumes geleistete Arbeit:
geleistete Arbeit nach (24*) und (21):










erhält man die scheinbare Masse:

haben wir hier nach Gleichung (48), da hier
ist,


, so erhält man auf der linken Seite die scheinbare Masse:
und Integration von
erhält man die Arbeit bei der isothermen Beschleunigung:

, das aus dem ursprünglichen
durch folgende Transformation hervorgeht:



und 
und 
und für
einzusetzen:

.
in bezug auf das ruhende System ergeben sich dann nach dem 
.
finden wir daher, wenn wir in (48) und (49)

und
und 

.


und
, bezogen auf das bewegte System.



beträgt:


und die Energiedichte
in dem Hohlraum, wenn er auf adiabatischem Wege auf die Geschwindigkeit 

setzen. Es wird dann:







auf adiabatischem, reversiblem Wege auf die Geschwindigkeit 
gemäß der Gleichung



