ADB:Bangert, Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Bangert, Heinrich“ von Wilhelm Mantels in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 40–41, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bangert,_Heinrich&oldid=- (Version vom 20. April 2019, 17:12 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Banks, Edward
Band 2 (1875), S. 40–41 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Heinrich Bangert in der Wikipedia
GND-Nummer 10426683X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|2|40|41|Bangert, Heinrich|Wilhelm Mantels|ADB:Bangert, Heinrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=10426683X}}    

Bangert: Heinrich B., geb. 20. März 1610 im Kirchdorf Sudeck bei Adorf (Waldeck), besuchte das Gymnasium zu Corbach und studirte 1633 und 1634 zu Marburg Theologie. Schon 1635 stand er als Conrector am Gymnasium zu Minden, welche Stellung er im nächsten Jahre mit dem Rectorat des Gymnasiums zu Oldenburg vertauschte. Eine Berufung ins Rectorat von Corbach in demselben Jahre und einen Ruf ins Pfarramt zu Adorf 1637 lehnte er ab. 1643 kam er als Conrector ans Gymnasium zu Lübeck und ward am [41] 24. Juli in sein Amt eingeführt. Er folgte hier als Rector am 4. März 1664 dem verstorbenen Sebastian Meier und starb am 30. Juni 1665 an den Folgen eines Beinbruchs, den er bei seiner Rückkehr aus dem Bade Pyrmont durch einen Fall aus dem Wagen sich zugezogen hatte.

B. war nicht blos als Schulmann von seiner Zeit hoch geehrt, sondern als namhafter Gelehrter gefeiert, wie die Zeugnisse eines Heinrich Meibom, seines Schülers, Georg Morhof’s u. A. beweisen. Ein bleibendes Verdienst hat er sich durch seine mit Unterstützung des Lübecker Raths veranstaltete Ausgabe der Slavenchronik des Helmold und Arnold erworben (1659), deren gelehrter Commentar auch nach den mehr kritischen Bearbeitungen der Neuzeit seinen großen Werth behält. Daß er in einer für solche Studien in Lübeck schon minder günstigen Periode die Kunde der Vorzeit fortzupflanzen, das Interesse für dieselbe neu zu beleben, besonders geeignet war, bezeugt eine, wie Conring schreibt (Jac. Burckhard, Hist. bibl. Augustae, quae Wolffenbutteli est, II. 2, 6), auf Geheiß des Raths unternommene Geschichte Lübecks, deren Druck Bangert’s Tod unterbrach. Aus dem Nachlaß erschienen die Jahre bis 1350 als: „Origines Lubecenses“ (gedruckt bei Westphalen, Monum. inedita I. p. 1159 sqq.), welche auf gründlicher Benutzung eines reichen gedruckten und handschriftlichen Materials beruhen. Auch für die Geschichte seiner Schule lieferte er dem späteren Historiographen derselben, dem Rector von Seelen, die brauchbarste Grundlage in einem sorgfältig angelegten Verzeichniß der Rectoren und Collegen, begleitet von den nöthigen Lebensnachrichten. Von Seelen druckt dieses ab: Athenae Lubecenses, IV. p., 596 sqq. Vgl. über Bangert's Leben ebendas. I. p. 13 sq., 62 sqq., IV. p. 395. 433 sqq.Moller, Cimbria literata II. p. 54 sqq.Deecke, Beiträge zur Lüb. Geschichtskunde, S. 35 ff. – L. Kurtze, Beiträge zur Gesch. der Fürstenth. Waldeck und Pyrmont II. 1. S. 7 ff.