ADB:Draconites, Johannes (1. Artikel)

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Artikel „Draconites, Johann“ von Ludwig Fromm in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 371, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Draconites,_Johannes_(1._Artikel)&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 12:33 Uhr UTC)
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Draconites: Dr. Johann D. (Drach)[WS 1] war geb. 1494 zu Carlsstadt im Würzburgischen, studirte in Erfurt, promovirte als einer der ersten 1523 in Wittenberg und war seit 1522 Prediger zu Miltenberg im Mainzischen, welches Amt er 1523 aufgeben mußte, worauf er nach Wertheim, Nürnberg, Erfurt und endlich wieder nach Wittenberg sich begab. Auf Luther’s Empfehlung wurde er 1525 Prediger zu Waltershausen bei Gotha, gab aber auch dies Amt 1528 wieder auf und lebte nun in Eisenach gelehrten Arbeiten. 1535 wurde er Professor und Prediger in Marburg, war als solcher 1536 auf dem Fürstentage zu Frankfurt a. M., 1537 zu Schmalkalden und 1541 bei dem Religionsgespräch in Regensburg. 1547 gerieth er mit seinen Collegen Theob. Thamer in Streitigkeiten, welche nach dem Religionskriege, dem er als Feldprediger beigewohnt hatte, so heftig entbrannten, daß er Marburg verließ, nach Nordhausen, Braunschweig und 1548 nach Lübeck ging, wo er sein Werk über Gottes Verheißungen, Figuren und Gesichte und später seine Vorlesungen über den Propheten Haggai drucken ließ. Im J. 1551 (immatriculirt im Octbr.) wurde er als Professor der Theologie nach Rostock berufen. Als hier 1556 die Heshusianischen Streitigkeiten wegen der Sonntagsheiligung und Anwendung der Kirchenzucht entstanden, wandte er sich auf die Seite des dem Heshusius feindlich gesinnten Raths und wurde von diesem am 21. Oct. 1557 zum Superintendenten ernannt. Die fürstlichen Commissarien in jenen Streitigkeiten (A. Burenius, D. Chytraeus u. A.) anerkannten ihn aber nicht in diesem Amte, da er ein antinomistischer Irrlehrer sei, vielmehr wurde er aus diesem Grunde 1560 abgesetzt. Er ging nach Wittenberg, wurde noch in demselben Jahre Prediger zu Marienwerder und Präsident des pomesanischen Bisthums, wandte sich aber nach kurzer Verwaltung dieses wichtigen Amtes nach Wittenberg zurück, wo der Kurfürst von Sachsen ihn mit Ausarbeitung der Biblia pentaglotta beauftragte. Hier starb er am 18. April 1566. Seine Schriften sind in Fortges. Samml. von Altem und Neuem 1728 S. 920, 1730 S. 1059, 1734 S. 898 verzeichnet.

Krey, Kirch. u. Gel.-Gesch. I. S. 56. 65. – Wiggers in Lisch Jahrb. XIX S. 65 ff. – G. Th. Strobel, Dr. Johann Draconites nach seinem Leben und seinen Schriften. Nürnberg und Altdorf 1793. – Grapius, Evang. Rostock S. 139, 281, 381. – Meckl. Gel. Lex. VIII. S. 29. – Rost. Etwas II. S. 587, V. S. 17 ff. – Krabbe, Univers. Rostock S. 501 ff., 547.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Über diese Person existiert in Band 38 ein weiterer Artikel.