ADB:Du Roi, Julius Georg Paul

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Artikel „Du Roi, Julius Georg Paul“ von Ferdinand Spehr in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 488–489, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Du_Roi,_Julius_Georg_Paul&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 06:03 Uhr UTC)
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Du Roi: Julius Georg Paul Du R., geb. 20. Juni 1754 zu Braunschweig, studirte zu Helmstädt und Göttingen Rechtswissenschaft, wurde im Jahr 1779 zu Helmstädt Doctor der Rechte und am 4. Nov. 1780 außerordentlicher Professor bei der juristischen Facultät an der dortigen Universität. Im Juni 1786 wurde er zum Hofgerichtsassessor bei dem herzoglich braunschweigischen Hofgerichte zu Wolfenbüttel und im J. 1796 zum Hofrathe bei dem Hofmarschallamte zu Braunschweig ernannt. Nach dem am 10. Sept. 1806 erfolgten Tode von Leisewitz, Stifter der braunschweigischen Armenanstalt, deren Mustergültigkeit allgemein bekannt ist und vielen Einrichtungen ähnlicher Art zum Vorbilde gedient hat, trat Du R. als erster Director an die Spitze der Armenverwaltung, welche er bis zu seinem Tode mit unermüdetem Streben, Eifer, Sorgfalt und Erfolg im Geiste und Sinne des Stifters fortgeführt und um welche er sich große Verdienste erworben hat. Nach Wiederherstellung des Herzogthums [489] Braunschweig erhielt er den Charakter als geheimer Justizrath und starb zu Braunschweig am 11. Oct. 1825. Auf dem Domkirchhofe daselbst ist ihm ein Denkmal gesetzt. Sein Bildniß befindet sich vor dem 31. Bande der Neuen allgemeinen teutschen Bibliothek und ist besonders gestochen in kl. Fol. von J. E. Haid und nach einem Gemälde von C. Schwarz von J. F. Jügel. kl. O. Ein späteres Bild ist von C. Schröder kl. Fol. Aus den Einkünften eines zu diesem Zwecke von ihm der Armendirection zu Braunschweig überwiesenen beträchtlichen Capitals werden jährlich am 20. Juni, dem Geburtstage Du Roi’s, eine Anzahl Armer gespeist. – Von seinen Schriften, welche Meusel vollständig anführt, sind als die hauptsächlichsten zu nennen: „Systematische Anleitung zur Kenntniß der Quellen und der Litteratur des braunschweig-wolfenbüttelschen Privatrechts“. Braunschweig 1792. – „Biographien der helmstädtischen Rechtslehrer, nebst genauen kritischen Nachrichten von ihren Schriften. Ein Beitrag zur Gelehrtengeschichte der Universität Helmstädt“ in Hagemann’s und Günther’s Archiv für theoretische und praktische Rechtsgelehrsamkeit. Thl. I. u. II. 1789. – „Darstellung der Grundsätze und Einrichtungen der braunschweigischen Armenanstalt, in besonderer Beziehung auf die von den Armenpflegern zu besorgenden Geschäfte“. Braunschweig 1818. gr. 8. Seine zahlreichen, in verschiedenen Zeitschriften erschienenen kleineren Abhandlungen beziehen sich zum größten Theile auf das römische Recht oder das braunschweigische Particularrecht. Auch von ihm verfaßte Gedichte sind in Druck erschienen. Nachrichten über Du R. findet man in Weidlich’s Biographische Nachrichten, Thl. II und Nachträge; Meusel, Gelehrtes Teutschland.

Sein Sohn, Georg August Wilhelm, ist zu Braunschweig 11. Mai 1787 geboren, studirte in Göttingen und Heidelberg die Rechte, habilitirte sich am 14. April 1812 als Doctor der Rechte und Privatdocent an der juristischen Facultät zu Heidelberg. Nach der Wiederkehr der braunschweigischen Regierung ging er in sein Vaterland zurück, wurde am 31. Januar 1815 zum General-Auditor des braunschweigischen Truppencorps ernannt und begleitete dasselbe auf dem Feldzuge von 1815 nach Belgien und Frankreich. Unter der vormundschaftlichen Regierung wurde er am 30. Januar 1819 zum Hofrathe und Mitgliede des Landesgerichts zu Wolfenbüttel ernannt, ging aber später als Oberappellationsrath an das Oberappellationsgericht der vier freien Städte nach Lübeck und starb daselbst als ältester Rath am 2. November 1853. Er schrieb: „Qui filii sint legitimi ex jure novissimo ad capita Codicis Napoleonis de la filiation des enfans légitimes atque des preuves de la filiation des enfans légitimes“. Heidelberg 1812. – „Specimen observationum de jure in re“. Ebend. 1812. In den „Ausgewählten Entscheidungsgründen des Oberappellationsgerichts der vier freien Städte“, welche Prof. Thöl in Göttingen herausgegeben hat, sind zahlreiche von ihm verfaßte Urtheile und Erkenntnisse mitgetheilt.