ADB:Eberhard II. (Bischof von Bamberg)

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Artikel „Eberhard II., Bischof von Bamberg“ von Hans Prutz in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 535–536, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Eberhard_II._(Bischof_von_Bamberg)&oldid=- (Version vom 22. Januar 2020, 14:26 Uhr UTC)
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Eberhard II., Bischof von Bamberg, 1146–1172, einer der bedeutendsten Staatsmänner im Rathe Kaiser Friedrichs I., stammte aus dem baierischen Herzogshause der Babenberger und war – über seine Jugend und seinen Bildungsgang wissen wir nichts – wie es scheint, in jungen Jahren als Nachfolger des am 29. Mai 1146 verstorbenen Eigilbert zum Bischof von Bamberg gewählt worden. Als solcher empfing er am 31. December 1146 zu Viterbo durch Papst [536] Eugen III. die Weihe und das Pallium, was den Anlaß zu einem langwierigen Streite mit dem das Recht der Weihe beanspruchenden Erzbischof Heinrich von Mainz gab. Mehrfach erscheint E. in den nächsten Jahren am Hofe Konrads III., ohne daß eine bedeutende Thätigkeit von seiner Seite erkennbar wäre; gemeinsam mit Erzbischof Eberhard I. von Salzburg und Bischof Hartmann von Brixen vollzog E. am 13. Juli 1147 zu Bamberg die Erhebung der Gebeine des heilig gesprochenen Kaiser Heinrich II. Eine höchst einflußreiche Rolle spielt aber E. seit der Thronbesteigung Friedrichs I., für dessen Wahl er ganz besonders gewirkt zu haben scheint (Prutz, Friedrich I. 1, 28). Von Aachen aus, wo er der Krönung des neuen Königs beigewohnt hatte, ging E., zum voraus für den zu leistenden Dienst durch die Schenkung der Abtei Niederaltaich belohnt, mit Hillin, dem Erwählten von Trier, und dem Abt Adam von Ebrach als Gesandter zu Papst Eugen III., diesem Friedrichs Thronbesteigung zu notificiren und mit ihm über ein Bündniß zu unterhandeln, was ihm denn auch nach Wunsch gelang. Im September 1154 begleitet E. Friedrich I. auf dessen erstem Zuge nach Italien; seitdem nimmt er namentlich in den italienischen Verwicklungen einen hervorragenden Platz ein. 1158 folgt er dem Kaiser auf dem Zuge gegen Mailand; er gehört zu den Vermittlern des Vertrags, durch den sich Mailand im September 1158 dem Kaiser ergab. In dem Beginn des Conflictes zwischen Friedrich und Hadrian IV. steht E. entschieden auf der Seite des Kaisers und lehnt die von letzterem gewünschte Vermittlung zu Gunsten der Curie entschieden ab. Dieser Parteistellung blieb E. auch nach dem Ausbruch des Schisma zwischen Alexander III. und Victor IV. unwandelbar treu; an der Seite des Kaisers, den er während seiner Abwesenheit im Heerbefehl vertrat, nahm E. im Februar 1160 an dem Concil zu Pavia, das sich für den kaiserlichen Gegenpapst erklärte, Theil, suchte auch seinen Freund, den zu Alexander III. stehenden Erzbischof Eberhard von Salzburg, für Friedrich zu gewinnen. E. focht 1161 gegen Mailand und kehrte erst nach dessen Fall, im Herbst 1162, mit dem Kaiser nach Deutschland zurück. Obgleich E. dann Pfingsten 1165 zu Würzburg an der durch Reinald von Dassel veranlaßten feierlichen Abschwörung Alexanders III. Theil nahm, freilich, wie die meisten Bischöfe, unter Vorbehalt (s. Prutz, Friedrich I. 1, 379), galt E. doch stets für einen dem Frieden geneigten Mann und wurde deshalb bei dem ersten ernstlichen Ausgleichsversuch zwischen Friedrich und Alexander III. im Frühjahr 1169 als Unterhändler an den päpstlichen Hof nach Veroli geschickt; er kehrte nach langen Verhandlungen schließlich doch ohne Erfolg heim (Juni 1170), da die Curie nicht ohne die gegen den Kaiser empörten Lombarden Frieden machen wollte. Nachdem er auf einem Reichstage zu Fulda, am 8. Juni, dem Kaiser über seine vergebliche Mission Bericht erstattet hatte, folgte er Friedrich nach Erfurt (24. Juni); bald danach muß er erkrankt sein; E. starb den 15. Juli 1172.

Vgl. Ussermann, Episcopatus Bambergensis 102 ss. Prutz, Kaiser Friedrich I. 1. 2.