ADB:Erbkam, Wilhelm Heinrich

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Artikel „Erbkam, Wilhelm Heinrich“ von Ernst Christian Achelis in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 48 (1904), S. 388–389, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Erbkam,_Wilhelm_Heinrich&oldid=- (Version vom 11. Dezember 2019, 22:49 Uhr UTC)
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Erbkam: Wilhelm Heinrich E., Consistorialrath und Professor der Theologie zu Königsberg, wurde am 8. Juli 1810 in Glogau in Schlesien geboren. Seine Mutter war die Tochter des evangelischen Bischofs Fr. S. Gottfried Sack, durch dessen Einfluß sein Vater wenige Jahre später als Geh. Regierungsrath nach Berlin versetzt wurde. Unter der Leitung seines Oheims, des Professors K. H. Sack, begann er seine theologischen Studien in Bonn, wo er besonders an C. I. Nitzsch und Bleek sich anschloß. In Berlin, wo er seine Studienzeit beendete, übten Schleiermacher, Neander und Marheineke einen bestimmenden Einfluß auf sein religiöses Leben und seine theologische Richtung aus, während im Wittenberger Predigerseminar Richard Rothe sein Interesse für die Kirchengeschichte und die Geschichte des christlichen Lebens zu erwecken wußte. Im J. 1838 habilitirte E. sich in Berlin als Privatdocent und wirkte dort durch seine Vorlesungen aus der Kirchen- und Dogmengeschichte sowie aus der systematischen Theologie zehn Jahre lang, zuletzt als Extraordinarius. Seine erste litterarische Arbeit: „Beleuchtung der Erklärung von 1845“ bezog sich auf den auch von den Bischöfen Eylert und Draeseke unterzeichneten Protest gegen die Evangelische Kirchenzeitung und ihren Herausgeber E. W. Hengstenberg: er trat als Vertheidiger des Angegriffenen auf, ohne jedoch den leidenschaftlichen Ton der genannten Kirchenzeitung in Schutz zu nehmen. Im J. 1847 wurde E., zunächst als Extraordinarius, nach Königsberg für das Fach der Kirchen- und Dogmengeschichte versetzt; hier verfaßte er das Hauptwerk seiner litterarischen Wirksamkeit: „Die Geschichte der protestantischen Sekten im Zeitalter der Reformation“ (1848). Im J. 1855 folgte er dem nach Halle berufenen Kirchenhistoriker J. Jakobi auf den Lehrstuhl des Ordinariates. Als Consistorialrath vertrat er seit 1857 die reformirten kirchlichen Angelegenheiten. Er starb zu Anfang des Jahres 1884. Sein inniges Glaubensleben, seine Zuverlässigkeit, Geradheit und Wahrheitsliebe sicherten ihm in weiten Kreisen herzliche Hochschätzung und ehrendes Andenken.

Schriften:„Beleuchtung der Erklärung vom 15. August 1845“; „Geschichte der protestantischen Sekten im Zeitalter der Reformation“ (1848); „De Irenaei principiis ethicis“ (1856); „Der Werth kirchengeschichtlicher Arbeiten für die theologische Wissenschaft und das kirchliche Leben“ (1856); „Melanchthon’s Verhältniß zu Herzog Albrecht von Preußen und zur Königsberger Universität“ (Festrede am 19. April 1860); Festrede bei Schleiermacher’s hundertjähriger Geburtstagsfeier am 21. November 1868.

[389] Evangel. Gemeindeblatt von Cons.-Rath D. Eilsberger in Königsberg 1884, Nr. 4. – Art. Erbkam in Theol. Real-Encykl.³ V, 448 f.