ADB:Hünerbein, Karl Friedrich Georg von

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Artikel „Hünerbein, Karl Friedr. Georg v.“ von .... L. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 410, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:H%C3%BCnerbein,_Karl_Friedrich_Georg_von&oldid=- (Version vom 17. Juni 2019, 09:27 Uhr UTC)
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Hünerbein: Karl Friedr. Georg v. H., geb. am 23. Aug. 1762 zu Harkerode im Mansfeld’schen, † am 4. Februar 1819 zu Breslau als Befehlshaber des preußischen 6. Armeecorps. Vorgebildet zu St. Afra in Meißen, studirte er zwei Jahre zu Leipzig, trat 1778 in das preußische Husarenregiment Czettritz, ward 1794 Adjutant des Prinzen Ludwig und nahm als solcher an der polnischen Campagne theil, wo er für das Treffen bei Raffka den Orden pour le mérite erhielt. 1798 in die Suite des Königs berufen, war er unter den übermüthigen, geistreichen, petulanten Tonangebern vor 1806 einer der genanntesten, dann 1808 in Königsberg in dem Perponcher’schen Klubb besonders thätig und den Reformen feindlich gewesen. Er war von vielseitiger und eleganter Bildung, sprudelnd von Witz und beißendem Spott, von größter Elasticität des Geistes; im Frieden lucullisch und frivol, war er, wie es zum Ernst der Waffen ging, ganz Soldat; dann aß er mit den Soldaten ihr Commißbrot, blieb mit ihnen, wenn andere ein Haus suchten, am Bivouakfeuer. Im Gefecht war sein rascher klarer Blick unschätzbar (Droysen, York, wohlf. Ausg. II. 140). Im Kriege von 1812 war er dem York’schen Corps zugewiesen und führte als Oberst eine Cavalleriebrigade in der 7. französischen Division. Beim Beginn des Krieges von 1813 erhielt er, zum Generalmajor ernannt, die Führung der einen York’schen Brigade (die andere commandirte Horn). H. war es, der zuerst mit dem Feinde handgemein wurde in dem hitzigen Gefecht von Dannikow (5. April), welches freilich York trotz des Erfolges tadelte. Bei Gr.-Görschen (2. Mai) im Arm schwer verwundet, mußte er seine Brigade an Oberst Steinmetz abgeben, der sie bei Kolditz und Weißig führte. Während des Waffenstillstandes vom 4. Juni übernahm Prinz Karl von Mecklenburg diese Brigade, worauf H. – noch mit dem Arm in der Binde – die 8. Brigade des York’schen Corps erhielt. Mit ihr trug er am 16. October zum Sieg von Möckern bei. Durch seine Verwundung noch am Reiten verhindert, commandirte er bei Möckern zu Fuß. Bei der neuen Formirung des stark decimirten York’schen Corps während des Vormarsches nach Wiesbaden erhielt H. die eine der zwei Divisionen desselben. Beim großen Avancement vom 8. December ward er zum Generallieutenant ernannt. Es war nicht auf York’s Vorschlag geschehen; zwischen diesem und H. herrschte eine gewisse Spannung, für die es ein bezeichnender Ausdruck ist, daß H. (wie Droysen l. c. berichtet) es ablehnte an dem Festmahl theilzunehmen, welches von den York’schen Offizieren zur Jahresfeier der Convention von Tauroggen in Wiesbaden gehalten ward. Am 3. Januar 1814 ward H. ins Bergische abcommandirt, um dort, wo Gruner am 23. November 1813 die Civilverwaltung übernommen hatte, mit diesem vereint die Bewaffnung zu organisiren. Sein schwungvolles „Aufgebot an die Einwohner von Berg“ d. d. Wiesbaden 6. April 1814 ist in Preuß’ Lebensgesch. Friedrichs d. Gr. Bd. II S. 435 abgedruckt. Mit den bergischen Truppen nahm er darauf an der Einschließung von Mainz Theil. – 1815 endlich ward H. Gouverneur von Breslau und commandirender General des 6. Armeecorps in Schlesien.