ADB:Heilmann, Johann David

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Artikel „Heilmann, Johann David“ von Karl Felix Halm in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), S. 317, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heilmann,_Johann_David&oldid=- (Version vom 5. Dezember 2019, 22:36 Uhr UTC)
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Heilmann: Johann David H., Theolog und Philolog, geb. am 13. Jan. 1727 zu Osnabrück, gest. am 22. Februar 1764. Schon auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, auf dem er mit Leidenschaft poetische Lectüre betrieb, mit tüchtigen Sprachkenntnissen ausgerüstet, bezog er 1746 die Universität Halle, wo sein Hauptlehrer Siegm. Jac. Baumgarten wurde, der ihn seines näheren Umgangs und besonderen Vertrauens würdigte; nächst ihm schloß er sich am meisten an Christ. Benedict Michaelis an, unter dessen Leitung er eifrig auch orientalische Studien betrieb. Er verblieb acht Jahre in Halle und machte sich durch verschiedene litterarische Arbeiten, auch Uebersetzungen aus englischen und französischen Schriften, bald so vortheilhaft bekannt, daß ihm schon im J. 1754 das Rectorat des Gymnasiums zu Hameln übertragen wurde; als zwei Jahre darauf Strodtmann, der tüchtige Rector des Gymnasiums zu Osnabrück, mit Tod abging, wurde er dessen Nachfolger. Auch hier war seine Wirksamkeit nur von kurzer Dauer, da ihm das seltene Glück zu Theil wurde, in kurzer Zeit nacheinander an drei Universitäten berufen zu werden. In Halle hatte man ihn nach Baumgarten’s Tod zu dessen Nachfolger bestimmt, auch von Helmstedt war ihm eine Professur angetragen, noch ehrenvoller war der Ruf nach Göttingen als Professor der Theologie, dem er um Michaelis 1758 gefolgt ist. Als akademischer Lehrer entsprach er nicht ganz den auf ihn gesetzten Erwartungen. Abgesehen davon, daß seine theologischen Ansichten als zu freisinnig vielen Anstoß fanden, stellte sich auch bald ein schweres körperliches Leiden ein, das seinen frühzeitigen Tod schon im J. 1764 herbeiführte. Für seine Vorlesungen verfaßte er ein geschätztes „Compendium theologiae dogmaticae“, Gött. 1761. Seine kleineren theologischen Schriften, die meisten interessante Stoffe behandelnd, sind gesammelt erschienen unter dem Titel: „Heilmanni opuscula maximam partem theologici argumenti, ed. E. J. Danovius (Jena 1774–78), 2 Bde. Bekannter als diese Arbeiten ist seine berühmt gewordene Uebersetzung des Thucydides (zuerst Lemgo und Leipzig 1764), die trotz mancher Dunkelheiten im Ausdruck als eine bedeutende Leistung verdiente Anerkennung gefunden hat. Daß er an den Uebersetzer eines classischen Geschichtswerks große Anforderungen stellte, hatte er schon in der scharfen Prüfung der Goldhagen’schen Uebersetzung des Herodotus (Programm von Osnabrück 1757, in den „Opuscula“ II. S. 1–86) bewiesen.

Memoria J. D. Heilmanni scripta a Chr. G. Heyne, Göttingen 1764. Harles, Vitae philolog., II. p. 43–63, ed. II.