ADB:Hermann I. (Erzbischof von Köln)

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Artikel „Hermann I., Erzbischof von Köln“ von Hermann Cardauns in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 130, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hermann_I._(Erzbischof_von_K%C3%B6ln)&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 10:57 Uhr UTC)
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Hermann I., Erzbischof von Köln (spätestens Anfang 890 bis 925). Die lange Regierung Hermann’s, der in späteren Bischofskatalogen den Beinamen der Fromme führte, ist ein Spiegelbild der zur Zeit des Aussterbens der deutschen Karolinger herrschenden schwankenden Zustände. Bei seiner Erhebung gehört die Erzdiöcese und ihre wenige Jahre vorher von den Normannen zerstörte Hauptstadt zum ostfränkischen Reiche Arnulf’s; später übergibt Arnulf Köln seinem Sohne Zwentibold als König von Lothringen, als dessen Erzcaplan Hermann erscheint. Nach dem Sturze Zwentibold’s wurde er Unterthan Ludwigs des Kindes, nach dessen Tod Unterthan des westfränkischen Königs Karl, während der rechtsrheinische Theil seiner Diöcese zum deutschen Reiche König Heinrichs gehört, und erst ganz kurz vor Hermanns Tode gelang es Heinrich, durch Unterwerfung Herzog Giselbert’s von Lothringen wieder den ganzen Kölner Sprengel mit dem Ostreiche zu vereinigen. Ueber sein Verhältniß zum päpstlichen Stuhle – im Uebrigen ist das Quellenmaterial äußerst dürftig – sind wir durch eine Reihe wichtiger Briefe unterrichtet. Unter den Päpsten Stephan VI., Formosus und Anastasius III. vertrat er mit wechselndem aber schließlich ungünstigem Erfolge die alten Ansprüche Kölns auf die Unterordnung Bremens. In guten Beziehungen stand er zu Johann X., dem er sich aber in der Frage der Besetzung des Lütticher Suffraganbisthums – er hatte Hilduin, dem Gegner des Bischofs Richarius, die Weihe ertheilt – fügen mußte. – Seine Correspondenz ist fast ausnahmslos gedruckt bei Floß, die Papstwahl unter den Ottonen. Eine wichtige Urkunde, bemerkenswerth als die erste im Original erhaltene Urkunde eines Kölner Erzbischofs und durch ihr 90 Namen umfassendes Zeugenverzeichniß, ist vollständig zum ersten Mal mitgetheilt in den Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, Doppelheft 26 und 27, S. 334.

Vgl. Ennen’s Geschichte der Stadt Köln Bd. I und die einschlagenden Werke zur Reichsgeschichte.