ADB:Kühnel, Ambrosius

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Artikel „Kühnel, Ambrosius“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 353, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:K%C3%BChnel,_Ambrosius&oldid=- (Version vom 26. Juni 2019, 04:26 Uhr UTC)
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Kühnel: Ambrosius K., ein um die Kunst verdienter Mann, war um 1770 geboren und bis 1800 Organist an der damaligen kurfürstlichen Hofcapelle in Leipzig. Diese Stellung gab er in genanntem Jahre auf und gründete daselbst in Gemeinschaft mit dem Capellmeister F. A. Hoffmeister am 1. December 1800 eine Musikverlagsanstalt unter der Firma: „Bureau de Musique“. Von 1805 ab trat Hoffmeister aus und er übernahm das Institut allein, aus dessen Offizin eine bedeutende Anzahl der vorzüglichsten Werke hervorgingen, wie die Gesangslehren von Righini, Crescentini und die Pariser, die Clavierschulen von Clementi, Cramer, Pleyel und Müller, die theoretischen Werke von Albrechtsberger, Catel und Marpurg, Violinschulen von Rode, Kreutzer und Baillot u. a. mehr, welches Gerber genau verzeichnet und den Drucken noch besonders nachrühmt – eine damals sehr seltene Eigenschaft, so selten, daß man lieber von geschriebenen Noten spielte – daß sie sich nämlich durch einen schönen, deutlichen und besonders correcten Stich auszeichnen. K. starb am 19. August 1813 in Leipzig und führte die Wittwe, eine geborene Luscher, das Geschäft weiter, bis es 1814 Carl Friedrich Peters käuflich erwarb, 1828 in den Besitz von Karl Gotthelf Siegmund Böhme überging und nach dessen Tode 1855 auf die Böhme’sche Wohlthätigkeitsstiftung und endlich im Juni 1860 von Julius Friedländer aus Berlin erworben wurde, dem am 1. April 1863 Dr. Max Abraham, zunächst als Theilnehmer beitrat. Die Leipziger Allgemeine musikalische Zeitung schreibt im J. 1813 (XV, 584) über K.: Er war ein gründlicher Musiker, verstand alle die gewöhnlicheren Instrumente und war besonders als Violoncellist ein vortrefflicher Quartettspieler. Diese seine Kenntnisse und Fertigkeiten hatten auch vortheilhaften Einfluß auf seine Verlagsgeschäfte. Was er an Originalen herausgab, war sehr selten ganz ohne Gehalt und oft von sehr bedeutendem; was er nachstach, fast immer sehr gut gewählt: beides aber äußerlich stets vortheilhaft ausgestattet und ausgezeichnet correct – als worauf er selbst den größten Fleiß wendete. Zu wahrem Ruhme gereicht ihm, daß er nicht selten auch die Herausgabe von weitläufigen Werken übernahm, die der Kunst selbst, nicht aber ihm – wie er auch recht wohl wußte – bedeutenden Vortheil bringen konnte; wie z. B. die Sammlung Sebastian Bach’scher Werke, Gerber’s Neues Tonkünstlerlexikon u. a. m.