ADB:Kopp, Fridolin

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Artikel „Kopp, Fridolin“ von Albert Schumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 679–680, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kopp,_Fridolin&oldid=- (Version vom 22. April 2019, 10:58 Uhr UTC)
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Kopp: Fridolin K., gelehrter Benedictiner, wurde den 8. October 1691 zu Rheinfelden geboren und besuchte die Schule des aargauischen Klosters Muri, in welchem er auch am 21. März 1708 Profeß that und 1715 die Priesterweihe empfing. In Folge seiner Einsicht und geschäftlichen Gewandtheit schwang er sich allmählich bis zur höchsten Stufe der klösterlichen Würden empor. Zuerst Kanzleiverwalter, dann Secretär der 1602 gestifteten schweizerischen Benedictinercongregation und hierauf als Decan nach dem Kloster Disentis (Graubünden) postulirt, sah er sich am 16. März 1751, kurz nach dem Tode Gerolds II. Heimb, durch das Vertrauen seiner Mitcapitularen als Fridolin II. zum Fürstabte von Muri erhoben und verblieb in dieser Stellung bis zu seinem Tode, welcher am 17. Aug. 1757 erfolgte. – Zu seiner Wahl hatte wol neben seinen übrigen Verdiensten auch das litterarische beigetragen. Denn bevor er an die Spitze des Klosters trat, vertheidigte er dasselbe in einer ziemlich umfangreichen Schrift gegen die Zweifel und kritischen Bedenken, welche der St. Blasianer P. Marquart Herrgott (s. Bd. XII S. 212) im ersten Bande seiner „Genealogia diplomatica augustae gentis Habsburgicae“ (Wien 1737) über das Alter und die Zuverlässigkeit der Stiftschronik, der hochgehaltenen „Acta Murensia“, vorgebracht hatte. Diese 1750 in der Klosterofficin gedruckte Schrift führt den Titel „Vindiciae Actorum Murensium … seu Acta fundationis Murensis monasterii tanquam ejus genealogiae fundamenta fidei suae asserta solidisque rationibus et documentis sobrie et juste vindicata“. Daß K. die von ihm übernommene Aufgabe mit Geschick löste und die Blößen des Gegners klug zu benutzen verstand, bewies die Gegenschrift, mit welcher ein anderer St. Blasianer, der Pater Rustenus Heer [680] (s. Bd. XI S. 141), für den angegriffenen Herrgott in die Schranken trat, während andererseits auch K., freilich erst nach seinem Tode, in seinem Mitcapitulare Johann Baptist Wieland einen Bundesgenossen fand, worauf ein durch das Haus Oesterreich erwirkter päpstlicher Machtspruch ferneren Erörterungen über die geschichtliche Zuverlässigkeit jener Chronik ein Ziel setzte, so daß diese Streitfrage fortan über hundert Jahre ruhte und erst in unserer Zeit wieder aufgenommen wurde. Ein nicht geringes Verdienst erwarb sich K. dadurch, daß er seiner Schrift eine neue Ausgabe der „Acta Murensia“ beifügte. In derselben berichtigte er nicht nur einzelne von seinen Vorgängern irrig überlieferte Stellen nach der Handschrift, sondern machte auch dadurch die Chronik viel zugänglicher als bisher. Daß er gleich nach dem Erscheinen des Heer’schen Werkes auch noch eine „Epistola amici ad amicum super praetensa denudatione Anonymi Murensis, ex Muris mense Aprilis 1755“ (ohne Druckort) veröffentlicht habe, ist zuerst bei Holzhalb (s. u.) zu lesen und in der Folge von Anderen nachgeschrieben worden; doch rührt dieser Brief nicht von K., sondern von dem genannten Wieland her, auf dessen Artikel wir vorläufig verweisen.

Leu, Helvet. Lexikon, 13. Thl. (1757), S. 479. – H. J. Holzhalb, Supplement zu demselben, 4. Thl. (1789), S. 297. – Mk. Lutz, Nekrolog denkwürdiger Schweizer aus dem 18. Jahrh., Aarau 1812, S. 268 f. – Egb. Fr. v. Mülinen, Helvetia sacra. 1. Thl., Bern 1858, S. 109. – Vgl. auch: Theod. v. Liebenau, Ueber die Entstehungszeit der Acta Murensia in der Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, 4. Bd., Aarau 1866, S. XIX–XXXII – Eine neue Ausgabe der „Acta Murensia“ wird nächstens im dritten Bande der von der Allgemeinen geschichtforschenden Gesellschaft der Schweiz herausgegebenen „Quellen zur Schweizer Geschichte“ veröffentlicht werden.