ADB:Liechtenstein, Niclas von

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Artikel „Liechtenstein, Niklas, Herr von“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 618, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Liechtenstein,_Niclas_von&oldid=- (Version vom 23. Juli 2019, 16:36 Uhr UTC)
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Liechtenstein: Niklas, Herr von L. auf Murau (1437–1495), Oberstlandeskämmerer von Steiermark und Landmarschall von Kärnthen, Altersherr des Hauses der steiermärkischen Liechtensteiner, Sohn Ulrich Otto’s († 1476) aus der Ehe mit Barbara von Buchheim, dessen Vormundschaft 1437–1443 der Landesfürst, Herzog Friedrich V. (nachmals Kaiser Friedrich III.) selbst führte. Die Zeit, von welcher der Liechtensteiner ab mündig erscheint, war und blieb sehr bewegt. Bis zum J.[WS 1] 1469 finden wir ihn mit Kaiser Friedrich III., seinem Landesherrrn, in ungetrübt guten Beziehungen. 1451/52 gab er diesem Habsburger das Geleite auf der Romfahrt, leistete ihm in der Fehde um die Cillier Erbschaft (1460) Kriegsdienste, diente ihm 1457 als Vollmachtsträger und Botschafter, 1466 als Rath und Lehenrichter. Für seine vorübergehende Theilnahme an der Baumkircherfehde (s. m. Art. II. Bd. S. 169–70) haben wir keine sicheren Anhaltspunkte, dagegen muß er an dem Aufstande der österreichischen Landherren unter Führung Heinrichs von Liechtenstein auf Nikolsburg (s. o. den Art. Liechtenstein, Heinrich VII.) Theil genommen haben, da er in die kaiserliche Amnestie- und Friedensurkunde vom J. 1475 aufgenommen erscheint. Das Verhältniß des „alten Herrn“ v. L. zu dem Kaiser und Landesfürsten verschlechterte sich bald in Folge der ungarischen Invasion und der Ohnmacht Friedrichs III. im Kampfe gegen den Corvinen. Um 1483 bis 1484 fiel v. L. dem letztgenannten zu. In dem wüsten Parteikriege wurde sein Sohn Christoph Gefangener der Kaiserlichen. Aber weit härter traf ihn selbst das Todesjahr des Ungarnkönigs 1490, als Zeitpunkt der Wiederherstellung der habsburgischen Herrschaft. Denn schon im Herbste waren seine Schlösser und Besitzungen in den Händen Kaiser Maximilians; er selbst entkam wol nach Tirol, wurde aber an der Etsch gefangen genommen und dem Landeshauptmann Firmian ausgeliefert. Seiner Haft wurde er in Folge des Preßburger Friedens zwischen König Wladislaw von Böhmen-Ungarn und den Habsburgern (7. Nov. 1491) ledig, machte angeblich 1492 den sagenhaften Kampf mit den Türken bei Villach mit und gelangte 1495 endlich zu dem Wiederbesitze der Hauptherrschaft Murau. Bald darauf muß er, hochbejahrt, gestorben sein; wahrscheinlich um 1500. Vom 28. März 1497 datirt noch eine Weisung Kaiser Max I. an v. L., den nächsten Landtag betreffend. Er hinterließ drei Söhne und fünf Töchter aus der Ehe mit der Gräfin Anna von Stubenberg.

Ueber die Quellen s. d. Aufs. von Krones in d. Beitr. z. K. steierm. G.-Quellen VII. Graz 1870. Vgl. v. dems. die Aufs. ebda. II. u. VI. (1865 und 1869) u. in den Mittheil. des hist. Ver. f. Stm. XVII. 1869 und Oesterr. Gymn.-Ztschr. 1871 (Baumkircher). Muchar, Gesch. des Herzogth. Steierm. VII. u. VIII. Bd. und J. Falke, Gesch. des Herzogth. Liechtenstein I. 1863.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: zumJ.