ADB:Markward III. von Grumbach

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Artikel „Grumbach, Marquard v.“ von Franz Xaver von Wegele in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 8–9, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Markward_III._von_Grumbach&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 09:58 Uhr UTC)
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Grumbach: Marquard v. G., dem Geschlechte der ostfränkischen Dynasten dieses Namens angehörig, das mit dem später auftretenden ritterbürtigen Geschlechte gleichen Namens nicht verwechselt werden darf (vgl. den folgenden Art.). Der Stammsitz der Dynasten lag in dem Hochstifte Würzburg, nördlich der Capitale; sie lassen sich bis tief in das 11. Jahrhundert rückwärts verfolgen. Im 12. Jahrhundert zählen sie zu den bedeutendsten Geschlechtern des Landes; die Vogteien der Abteien von Kitzingen, Neustadt am Main, Schlüchtern sind in ihren Händen. Der geschichtlich merkwürdigste des Hauses ist der gen. Marquard v. G. Am Anfange des 12. Jahrhunderts, wie mit Grund zu vermuthen, geboren, hat er 1147 mit seiner Mutter Friederuna, die eine edle Thüringerin und mit Erzbischof Heinrich I. von Mainz verwandt war, aus den Erbgütern derselben das Frauenkloster Ichtershausen o. C., südlich von Gotha gelegen, gegründet. Zu gleicher Zeit erscheint er häufig in der Umgebung und im Dienste Kaiser Konrads III., wie später noch regelmäßiger Kaiser Friedrichs I., der ihm [9] besonders Vertrauen geschenkt hat und dem er sich offenbar im Frieden wie im Kriege höchst brauchbar erwiesen hat. Im J. 1161 hat er den Kaiser nach Italien begleitet und an der Belagerung und Bedrängung von Mailand wirksamen Antheil genommen. Nach dem Falle der Stadt machte ihn Friedrich zum Podesta von Brescia und Bergamo und übertrug ihm weiterhin (Juli 1162) die Belagerung der Veste Garda bei Verona, die sich erst das Jahr darauf ergeben hat. In der zweiten Hälfte des J. 1164 wurde G. der Nachfolger des durch seine Härte bei den Lombarden verrufenen Bischofs Heinrich von Lüttich als Podesta von Mailand, und zugleich über die Rectoren und Podesta’s sämmtlicher lombardischen Städte gesetzt. Die Mailänder suchten seine Gunst durch ein kostbares Geschenk zu gewinnen; er nahm dieses gern an, fuhr aber fort, gleich seinem Vorgänger, sein Amt, unzweifelhaft dem Sinne des Kaisers entsprechend, aber in den Augen der Mailänder mit unerträglicher Strenge zu verwalten. Am 4. Mai 1166 hat ihn der Tod dieser Wirksamkeit enthoben. Eine Mailänder Quelle sagt von ihm: er war von hoher einnehmender Gestalt, trug lange schwarze Haare und bezeigte sich höchst tapfer, ehrgeizig und freigebig. Sein Geschlecht ist mit seinen Enkeln ausgestorben und von den Grafen von Rieneck beerbt worden.

Vgl. Rein, Thuringia sacra, Bd. I. – Mon. Germ. H. SS. XVIII. – Wibaldi Epistolae (bei Jaffé, Mon. Corb. p. 554. – H. Prutz, Kaiser Friedrich I., Bd. I u. II, stellenweise. – Ungedruckte Urkunden. Zu vergl.: De milite nobili et ingenuo saec. XI et XII una cum vindiciis Marquardi de Grumbach Dynastae. Ab E(ugenio) M(ontag) A(bbate) E(beraccensi). – Norimbergae 1794.