ADB:Otto II. (Erzbischof von Bremen)

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Artikel „Otto II., Herzog von Braunschweig-Lüneburg“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 686–687, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Otto_II._(Erzbischof_von_Bremen)&oldid=- (Version vom 22. Juli 2019, 21:01 Uhr UTC)
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Otto II.: Erzbischof O. II. von Bremen, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, 2. Sohn des Magnus Torquatus, starb am 30. Juni 1406. Er war etwa 1364 geboren, noch sehr jung beim Tode seines Vaters, und da beim Ausgleich zwischen Ascaniern und Welfen 1373 für die nachgeborenen Prinzen [687] wenig übrig blieb, so wurde er zum geistlichen Stand bestimmt und bald mit der Propstei zu St. Blasius in Braunschweig begabt. Als nach der Schlacht bei Winsen an der Aller 1388 die Welfen gerade wieder erstarkt waren, wurde das Verden’sche Bisthum durch den Tod Johannes II. v. Zesterfleth (s. A. d. B. XIV, 433) erledigt und unter den Drohungen Friedrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel, Heinrichs von Lüneburg und des mit ihnen verschwägerten Hoya’schen Grafenhauses nun das Domcapitel zur Wahl Otto’s gezwungen, aber erst 1394 konnte er die Weihen erreichen. Indessen veranstaltete er das Fest der Einweihung des schönen Domes am 2. Ostertage 1390, den hundert Jahre vorher Konrad I. (s. A. d. B. XVI, 629) begonnen hatte. Sein Oheim, Erzbischof Albert II. von Bremen (s. A. d. B. I, 180) scheint ihm bald darauf die Nachfolge im Erzstifte zugesagt zu haben, das freilich von ihm völlig abgewirtschaftet war, um dem welfischen Hause diese wichtigen Lande zu erhalten; zum Coadjutor hatte er ihn aber nicht ernannt. Unfraglich hatte O. schon vor Albrechts Tode am päpstlichen Hofe verhandeln lassen, um beide Stifter zusammen behalten zu können, und Dietrich von Niem scheint der Vermittler gewesen zu sein. Kaum war aber 1395 nach Albrecht’s II. Tode O. in zwiespaltiger Wahl zum Erzbischof erkoren, so ließ sich Dietrich vom Papste mit Verden providieren, suchte auch das Bisthum in Besitz zu nehmen, scheiterte aber am zähen Widerstande Otto’s, der ihm ebenso wie dem nachher providierten Konrad von Vechta (s. A. d. B. XVI, 608 und XVIII, 795) die bischöflichen Tafelgüter mit der Feste Rotenburg vorenthielt. Mit seinem ganzen Hause dem Kaiser Wenzeslaus feindlich gesinnt hatte er es für unnöthig gehalten von diesem die Regalien sich geben zu lassen und fiel nach dem mörderischen Ueberfall gegen seinen Bruder Friedrich von Braunschweig sofort Ruprecht von der Pfalz zu, dessen Berather auch der neue von den Welfen anerkannte Bischof Konrad III. von Verden (s. A. d. B. XVI. 630) war. In seinem Erzstift hielt er kluges Einverständniß mit dem Domcapitel und der mächtig aufstrebenden Stadt Bremen, war daher im Stande die verzettelten Schlösser und Güter dem Stiftsadel wieder abzunehmen; nur das von der ritterschaftlichen Gegenpartei bei seiner Wahl entfremdete wichtige Langwedel mußte er zurückkaufen. Im Stifte wahrte er während seiner 11jährigen Regierung vollen Frieden; schon 1397 wußte er das ganze Stift mit Ausnahme des Landes Wursten zunächst zu einem 8jährigen Vertrage – einem Landfrieden – zu bewegen. Eine Matrikel stellte das nöthige Aufgebot, 260 Reisige, fest. Aus diesem Vertrage sind unmittelbar die späteren bremischen Landstände erwachsen. 1399 bewilligten sie dem Erzbischofe den ersten Pflugschatz. Zu einer Fehde außerhalb seines Stifts kam O. durch die berüchtigte Gefangenhaltung seines Bruders Heinrich durch den Edlen Bernhard von der Lippe auf Schloß Falkenburg 1404–1405 und deren Folgen. Zur Vollstreckung der Reichsacht gegen das lippische Geschlecht ließ er seine Mannen zum Heere seiner Brüder stoßen; das Ende des Streits erlebte er nicht mehr.

Pfannkuche: Aeltere Gesch. des Bisth. Verden S. 199 ff. – Wiedemann, Gesch. des Herzogth. Bremen I, S. 280–292. – Forschungen z. deutschen Gesch. XIX, S. 596 ff. – Havemann, Gesch. v. Braunschw. u. Lüneburg I, S. 559 ff.