ADB:Planck, Heinrich Ludwig

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Artikel „Planck, Heinrich Ludwig“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 227–228, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Planck,_Heinrich_Ludwig&oldid=- (Version vom 15. September 2019, 17:27 Uhr UTC)
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Planck: Heinrich Ludwig P., protestantischer Theolog des 19. Jahrhunderts, Sohn des Göttinger Kirchenhistorikers Gottlieb Jakob P. (S. 224), ist geboren zu Göttingen am 19. Juli 1785, † ebendaselbst am 23. September 1831. Von Jugend auf körperlich schwächlich, aber geistig begabt und von liebenswürdigem Charakter, besuchte er das Gymnasium seiner Vaterstadt und studirte 1803–1806 auf der dortigen Universität erst Philologie, Philosophie und Geschichte bei Heyne, Bouterwek, Herbart, Heeren etc., dann Theologie bei seinem Vater, Ammon, Stäudlin, Eichhorn etc. Schon als Student gewann er zwei akademische Preise: 1805 einen theologischen über den apologetischen Werth der Zeugnisse der ältesten Gegner des Christenthums, und 1806 einen philosophischen über die allegorische Schrifterklärung Philo’s. Nach Vollendung seiner Studien wurde er 1806 theologischer Repetent, machte dann eine wissenschaftliche Reise und begann zu Ostern 1807 exegetische Vorlesungen über das Neue Testament zu halten, das er je in 4 Semestern zu absolviren pflegte. Der neutestamentlichen Kritik und Philologie widmete er jetzt auch vorzugsweise seine litterarische Thätigkeit: so in einer Schrift gegen Schleiermacher über die Aechtheit des ersten Timotheusbriefes, 1808, in seinem Entwurf einer synoptischen Zusammenstellung der drei Evangelien, 1809 u. a. Schriften. Im folgenden Jahre zum außerordentlichen Professor der Theologie ernannt, schrieb er ein [228] Antrittsprogramm über die griechische Sprache des Neuen Testaments und beschäftigte sich längere Zeit mit Vorarbeiten für ein neutestamentliches Lexikon und eine Isagoge philologica in N. T., die er in einer Reihe von akademischen Programmen niederlegte. Nachdem er 1817 Dr. theol., 1823 ordentlicher Professor geworden, wandte er sich mehr und mehr der systematischen Theologie, insbesondere der Dogmatik und Religionsphilosophie zu, in der er an die Ergebnisse der Fries’schen Philosophie sich anschloß („Abriß der philosophischen Religionslehre“ G. 1821). Allein die unheilbare Krankheit, an der er litt (Epilepsie), zerstörte mehr und mehr seine körperlichen und geistigen Kräfte und setzte seiner so hoffnungsvoll begonnenen Lehrwirksamkeit ein allzufrühes Ende. Allgemein geliebt und beklagt, starb er noch zwei Jahre vor seinem hochbetagten Vater. Der Biograph des Letztern, Fr. Lücke, hat auch dem Sohn ein Denkmal gesetzt unter dem Titel „Zum Andenken an Dr. H. L. Planck, eine biogr. Mittheilung“ (nebst Aufzeichnungen des Philologen Dissen), Göttingen 1831, erneuter Abdruck in Lücke’s Biographie des Vaters 1835, S. 153 ff.

Vgl. Nekrolog der D. 1831, II, 303. – Döring, Gel. Theol. Bd. III. – Saalfeld-Oesterley, Göttinger Gelehrtengeschichte, Bd. III, 377; IV, 274. Verzeichniß seiner Schriften ebenda; sein handschriftlicher Nachlaß auf der Göttinger Bibliothek.