ADB:Salzmann, Friedrich Rudolf

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Artikel „Salzmann, Friedrich Rudolf“ von Robert Boxberger in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 299, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Salzmann,_Friedrich_Rudolf&oldid=- (Version vom 19. Oktober 2019, 00:01 Uhr UTC)
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Salzmann: Friedrich Rudolf S., bedeutender französischer (elsässischer) Publicist des vorigen Jahrhunderts, wird häufig mit seinem Vetter, dem aus Goethe’s Leben bekannten „Aktuar“ Johann Daniel Salzmann zu Straßburg (1722–1812) verwechselt. (Vgl. Professor Matter, „M. de Saint-Martin, Madame de Boecklin, les deux Saltzmann, Goethe“ in der Revue d’Alsace 1860. S. 520 ff.) Er war am 9. März 1749 zu Straßburg geboren, wo sein Vater später Prediger an der Neuen Kirche ward (bis nach 1788), verlebte einen Theil seiner Jugend zu Markirch im Leberthal in Elsaß, studirte in seiner Vaterstadt Theologie und Jurisprudenz, promovirte als Jurist am 26. April 1773, ward 1774 zu Göttingen Erzieher des nachmaligen berühmten preußischen Ministers v. Stein, erhielt, 1775 heimgekehrt, durch Verwendung der Familie Stein vom Meininger Hofe die Erhebung in den Adelsstand und den Titel eines Geheimen Legationsrathes, erwarb später die akademische Buchhandlung in Straßburg, mit welcher eine Druckerei (die heutige Fischbach’sche), die Herausgabe der Straßburger Zeitung und ein politisches Leseinstitut verbunden war. Dort gab er in den Jahren 1776 und 1777 im Verein mit Blessig, Oberlin, seinem Vetter, dem Actuar, J. von Türkheim, Jacob Lenz, dem unglücklichen Dichter, und H. L. Wagner, die alle aus Goethe’s Leben mehr oder weniger bekannt sind, eine Wochenschrift im national-elsässischen Sinne heraus, die aber in Bürgerkreisen wenig Eingang fand (vgl. Hermann Ludwig, Straßburger Zeitungswesen, Buchhandel und Censur vor hundert Jahren, I., in der Morgenausgabe der National-Zeitung, Nr. 519, vom 28. September 1888). Seit Jacob Lenz’ Abgang, dem 28. März 1776, übernahm er die Leitung der, gleichfalls aus Goethe’s Leben bekannten, „Deutschen Gesellschaft“ und gründete „mit der ihm eigenen vorzüglichen Bücherkenntniß“ deren Vereinsbibliothek, gab 1787–1789 zu Straßburg heraus den „Avantcoureur oder Verzeichniß der neuesten französischen Schriften“, und ward in der Revolutionszeit verfolgt. Im ganzen veröffentlichte er 15 Bände, zum Theil theosophischen Inhalts und hinterließ eben so viele in der Handschrift. Er starb 1821.

Vgl. Professor Matter, Alsatia 1862–1867, S. 163 ff., wo auch die Bibliographie zu finden. – Dr. Joh. Froitzheim, Zu Straßburgs Sturm- und Drang-Periode 1770–1776. Urkundliche Forschungen u. s. w., im 7. Heft der Beiträge zur Landes- und Volkeskunde von Elsaß-Lothringen. Straßburg 1888. – Derselbe, Goethe und Lenz in Straßburg (Straßburger Post, 1888, Nr. 313, 10. November).