ADB:Schwerin, Kurd Christoph Graf von

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Artikel „Schwerin, Kurd Christoph Graf von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 33 (1891), S. 421–425, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schwerin,_Kurd_Christoph_Graf_von&oldid=2507197 (Version vom 21. September 2017, 08:46 Uhr UTC)
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Band 33 (1891), S. 421–425 (Quelle).
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Schwerin: Kurd Christoph Graf v. S., königlich preußischer General-Feldmarschall, wurde am 26. October 1684 auf dem väterlichen Gute Löwitz bei Anklam in Pommern geboren und empfing, neben einer guten Erziehung, gediegenen Unterricht und eine classische Bildung. Ob er Universitätsstudien gemacht hat, ist nicht sicher, jedenfalls kam er schon jung als Soldat in die Dienste der Generalstaaten, in denen einer seiner Oheime, der General Detlof v. S., ein Infanterieregiment und sein älterer Bruder Bernd Detlof eine Compagnie des letzteren Regiments befehligte. Als Fähnrich machte er hier eine harte Schule durch, da sein Bruder nicht damit einverstanden war, daß er Soldat wurde und ihn alle Lasten und Unbequemlichkeiten seines Standes schwer fühlen ließ. Aber der Krieg brachte ihm bald Erleichterung. Am 2. Juli 1704 focht er in der Schlacht am Schellenberge, in welcher sein Bruder erschossen wurde, und am 13. August 1704 bei Höchstädt; am 13. September des nämlichen Jahres erhielt er in seines genannten Vatersbruders Regimente eine Compagnie. Als letzterer bald darauf in den Ruhestand trat und auf sein Gut Putzar ging, nahm auch der Neffe S. den Abschied, ward am 30. November 1706 in mecklenburg-schwerin’schen Diensten und zwar sofort als Oberstlieutenant angestellt und schon am 3. November 1707 zum Oberst ernannt. Als Mecklenburg bald darauf der Schauplatz des Nordischen Krieges wurde, focht S. an der Seite des schwedischen General-Feldmarschalls v. Steenbock, welcher am 20. December 1712 bei Gadebusch einen Sieg über Russen, Sachsen und Dänen davontrug, und ward dann von diesem mit einer Sendung an den in der Türkei weilenden König Karl XII. beauftragt. Dieselbe blieb schon deshalb erfolglos, weil der König ihn zunächst nicht vorließ, so daß, als dies endlich geschah, seine Depeschen veraltet waren; er hatte aber Gelegenheit mehrfach mit demselben zu verkehren. Nach Jahresfrist kehrte er heim. In Mecklenburg war inzwischen Herzog Karl Leopold zur Regierung gekommen, welcher sofort mit der Ritterschaft in heftige Streitigkeiten gerieth. S., nur seinen militärischen Pflichten Gehör gebend, machte sich zum Vollstrecker des Willens des Herzogs, welcher mit allerlei Gewaltmaßregeln gegen den seine Rechte wahrenden Adel vorging, und führte den Befehl der herzoglichen Truppen als die seitens des Kaisers mit der Reichsexecution wider den Herzog beauftragten Hannoveraner und Braunschweiger, 13 000 Mann unter dem hannoverschen General v. Bülow, in das Land rückten. S., am 3. September 1718 zum Generalmajor ernannt, hatte seinen Widersachem 12 000 Mann gegenüberzustellen. Mit 8000 rückte er ihnen entgegen, mußte jedoch, da der Herzog das Land verließ und alle Thätlichkeiten zu vermeiden befahl, [422] den Rückzug antreten. Diesen suchte Bülow ihm zu verlegen, aber S. durchbrach in der Nacht vom 5./6. März 1719 die von den Hannoveranern bei Walsmühlen genommene Stellung, sprengte, was ihm in den Weg trat, auseinander, machte Gefangene, erbeutete eine Fahne und brachte seine Schaar in Sicherheit. Der Herzog ernannte ihn zum Dank zum Generallieutenant, aber die Sache desselben war, des von S. errungenen Vortheils ungeachtet, verloren. Eine kaiserliche Commission übernahm die Regierung des Landes und Schwerin’s Stellung war unhaltbar. Da brachte ihm der am 1. Februar 1720 zu Stockholm zwischen Schweden und Preußen geschlossene Friede Rettung, durch welchen derjenige Theil von Vorpommern, in welchem der Grundbesitz der Familie Schwerin lag, zu Preußen kam. S. trat in die Dienste seines neuen Lehens- und Landesherrn, freilich nur als Generalmajor, wozu Friedrich Wilhelm I. ihn am 10. April jenes Jahres ernannte. Zunächst ward er im diplomatischen Dienste verwendet, für welchen seine Geistes- und Weltbildung ihn wohl geeignet erscheinen ließen. 1721 hatte er eine Sendung am sächsisch-polnischen Hofe in Dresden, 1722 eine solche in Warschau zu erfüllen, am 13. Januar 1723 erhielt er ein eigenes Regiment, das zu Frankfurt an der Oder garnisonirende Regiment zu Fuß v. Schwendy Nr. 24. Daneben ging ferner diplomatische Verwendung einher. 1724 wurde er entsandt, um das von den Jesuiten veranlaßte Blutgericht zu hintertreiben, welches die Polen gegen Thorner Bürger vollstreckten, er hatte aber keinen Erfolg. Der König war ihm wohlgesinnt und gab ihm Beweise dafür namentlich durch die Verleihung der Amtshauptmannschaft zu Jerichow und Alten-Plathow, welche auf jährlich 500 Thaler geschätzt wurde, sowie 1730 des Gouvernements zu Peitz; am 30. Mai 1731 beförderte er ihn zum Generallieutenant und verlieh ihm den Schwarzen Adlerorden; zu dem geselligen Kreise des Königs gehörte er nicht. Als ein Beweis des königlichen Vertrauens aber ist anzusehen, daß er zu den Beisitzern des über den Kronprinzen, über Katte und Keith niedergesetzten Köpenicker Kriegsgerichtes gehörte, welches sich in Beziehung auf den ersteren für unzuständig erklärte; bei Katte lautete seine Stimme auf ewigen Festungsarrest. Von dem Getriebe der am Hofe einander befehdenden Parteien hielt er sich fern; sie betrachteten ihn mit Mißtrauen und rächten sich dadurch, daß sie sich über ihn lustig machten. Seine ganze Sinnesart und seine Weise zu sein, welche für den maßgebenden rohen Ton nicht paßte, mußte den Stoff bieten ihn lächerlich zu machen; seine Vorliebe für das Ausländische brachte ihm den Beinamen des „kleinen Marlborough“ ein. Der König schätzte in ihm auch den tüchtigen Landwirth, besuchte ihn auf seinen Besitzungen und gab bei einem seiner Besuche im Jahre 1733 dem Orte Kummerow den Namen Schwerinsburg. Mit Schwerin’s Regimente war er weniger zufrieden. Wenn auch die soldatischen Leistungen ihm nichts zu wünschen übrig ließen, so tranken ihm doch die Officiere zu stark und gaben zu viel Geld aus. Dem Kronprinzen stand er seit der Küstriner Zeit näher, ohne daß sich ein besonders inniges Verhältniß herausgebildet hätte. Eine außergewöhnliche militärische Verwendung brachte ihm das Jahr 1733. Er wurde mit zwei Infanterie- und zwei Cavallerieregimentern nach seiner früheren Heimath Mecklenburg entsandt, um endlich den dort herrschenden Wirren ein Ende zu machen. Er benahm sich geschickt und mit Mäßigung, erledigte seinen Auftrag zur Zufriedenheit des Königs und führte 1734 seine Truppen wieder nach Hause. Am 22. Mai 1739 verlieh ihm der König die Drostei der von Preußen noch besetzt gehaltenen mecklenburgischen Aemter Parchim, Plaue und Lübz, am 23. desselben Monats beförderte er ihn zum General der Infanterie. Selbst ein Vorgang der Unbotmäßigkeit, welcher bald nachher in Schwerin’s Regimente sich ereignete, konnte diesem das Vertrauen und die Gnade des Königs nicht rauben. Noch größer war das Ansehen, in welchem jener, als [423] dieser gestorben war, bei dessen Nachfolger Friedrich II. stand. Am 30. Juni 1740 wurde er zum General-Feldmarschall ernannt, der alte Dessauer, welcher S. von jeher wenig günstig gesinnt gewesen war, mußte sich gefallen lassen, ihn als seinesgleichen sich an die Seite gestellt zu sehen; am 31. Juli des nämlichen Jahres ward er, nebst seinem Bruder Hans Bogislaw, welcher damals im diplomatischen Dienste stand, gegraft und bei dem Entwurfe des Planes für den Winterfeldzug von 1740/41, welcher die Reihe der Schlesischen Kriege eröffnete, war S. des Königs Hauptberather. Unter seinem Oberbefehl rückten die an der Oder versammelten Truppen am 16. December 1740 bei Crossen in das österreichische Gebiet ein. An des Königs Seite nahm er an dem Einzuge in Breslau theil, dann führte er den rechten Flügel des Heeres nach Oberschlesien, wo er Winterquar1iere bezog. Als im Frühling 1741 der Krieg von neuem und ernstlicher begann, war auch ihm entgangen, daß im Rücken der preußischen Truppen Neipperg in Schlesien eingedrungen war und diese von ihrer Rückzugslinie, ihren Magazinen und ihrer Artillerie abzuschneiden drohte. Eine Schlacht mußte geschlagen werden, um die Verbindung aufrecht zu erhalten, und mit verkehrter Front mußte sie geschlagen werden. Es war die am 10. April bei Mollwitz gelieferte. S. befehligte den linken Flügel; der rechte ward geworfen und die Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang des Kampfes war gering, da rieth S., welcher selbst durch einen Streifschuß verwundet war, dem Könige, das Schlachtfeld zu verlassen und seine Person in Sicherheit zu bringen. Friedrich befolgte den durch die Stimme des Generaladjutanten Graf Wartensleben unterstützten Rath; er ritt in der Richtung auf Oppeln ab. Die Generale bestürmten nun S., welchem der König die Führung übertragen hatte, mit der Frage: Wohin der Rückzug gehen solle? „Auf den Leib des Feindes“, erwidert dieser und mit der unvergleichlichen, in Friedrich Wilhelm’s I. Schule in eherner Mannszucht aufgewachsenen Infanterie erringt er nach heißem Kampfe einen glänzenden Sieg. Als derselbe erkämpft ist, will er ihn durch eben auf dem Schlachtfelde eintreffende Cavallerie verfolgen, aber eine zweite Wunde, welche er inzwischen erhalten und welche ihm Hand und Degengefäß gequetscht hatte, so daß nur der Griff der Waffe zu seiner Verfügung geblieben, hat ihn für den Augenblick kampfunfähig gemacht und nöthigt ihn, den Oberbefehl dem ihm wenig freundlich gesinnnten Erbprinzen Leopold von Anhalt–Dessau zu übergeben, welcher die Verfolgung unterließ. Einen Sieg hatte S. erfochten, aber die Freundschaft seines Königs hatte er verloren. Das Einvernehmen zwischen beiden war von diesem Tage an dahin. Schwerin’s Eigenart wird dazu beigetragen haben, das Verhältniß schroffer zu gestalten, als es sonst wohl gewesen wäre. Die nächste Gelegenheit, bei welcher der Feldmarschall hervortrat, war die endgiltige Besetzung von Breslau. Es war der Stadt Neutralität zugesichert worden; sie unterhielt aber mancherlei Verbindung mit den Oesterreichern und daraus entnahm der König die Berechtigung, sie ganz in seinen Besitz zu bringen. S. mußte sich ihrer am 10. August durch einen Handstreich, indem er vorgab nur durchmarschiren zu wollen, versichern und noch am nämlichen Tage nahm er an des Königs Statt die Huldigung der Behörden entgegen. Als dann der Feldzug, nachdem der Vertrag von Klein-Schnellendorf abgeschlossen war, durch einen Scheinkrieg beendet wurde, führte er die Komödie von Hennersdorf, eine gegenstandslose Kanonade, auf. Am 7. November erfolgte zu Breslau die Erblandeshuldigung, dabei hielt S. Friedrich’s Degen den Huldigenden zum Kusse hin; dann rückte er nach Mähren in Winterquartiere. Hier traten bald Verstimmungen zwischen dem Könige und S. zu tage, welche aus Meinungsverschiedenheiten in Betreff der Verproviantirung und der Anlegung von Magazinen entsprangen; es kamen andere hinzu, welche mit dem Feldzugsplane für 1742 zusammenhingen, dazu [424] gesellten sich noch andere geringfügigere Ursachen und das Ende des Zerwürfnisses war, daß S. aus Gesundheitsrücksichten die Armee verließ und zuerst, mit einem unwichtigen Auftrage bedacht, nach Neisse, dann nach Karlsbad, endlich aber auf seine Güter ging, wo er einem neuerrichteten Vorwerke den Namen Mollwitz beilegte. Nach und nach gestaltete sich das Verhältniß wieder besser und, als der zweite Schlesische Krieg begann, führte S. den Oberbefehl desjenigen Heerestheiles, welcher aus der Grafschaft Glatz in Böhmen eindrang. Am 31. August 1744 traf er mit dem Könige vor Prag zusammen; bei dem Angriff auf die Befestigungen der Stadt am 12. September thaten seine Truppen das Beste, indem sie den Ziskaberg erstürmten und am 16. hatte er die Ehre, die mit dem österreichischen Commandanten Harsch abgeschlossene Capitulation zu unterzeichnen. Der unglückliche weitere Verlauf des Feldzuges brachte wiederum Verstimmungen, deren Folge war, daß S. die Armee verließ und von neuem auf seine Güter ging. Es folgten Jahre des Friedens. Wir finden S. als Landedelmann auf seinem Schlosse zu Schwerinsburg eifrig mit der Verbesserung und Pflege seiner Wirthschaft und mit der Vergrößerung seines beträchtlichen Grundbesitzes beschäftigt, ein sorglicher Herr seiner Unterthanen und ein treuer Hüter von Kirche und Schule, aber auch in vielfachen Rechtsstreitigkeiten mit seinen Nachbarn. Am Hofe und bei militärischen Veranlassungen erschien er nur selten. In dieser Zeit starb seine Gemahlin, ein geb. Fräulein v. Krassow. Es war am 2. Juli 1754. Schon am 20. October des nämlichen Jahres vermählte sich der fast siebenzigjährige von neuem. Dieses mal mit der Aebtissin zu Barth, von Wakenitz, welche ihm schon früher eine Tochter geschenkt hatte. Die Frauen und das Spiel scheinen in jungen Jahren Schwerin’s herrschende Leidenschaften gewesen zu sein. Als 1735 die Wittwe des Staatsministers v. Knyphausen, welcher S. als Vormund ihrer Kinder zur Seite stand, die Reihe der letzteren um ein weiteres vermehrte, war S. der Vater. Als S. nahezu 72 Jahre alt geworden war, kam der siebenjährige Krieg. Bei den diplomatischen Vorbereitungen zu demselben versuchte er vergeblich, durch den auf einer Reise S.’s Garnison Frankfurt, wohin er aus diesem Anlasse gegangen war, berührenden Großmarschall Bestuschew, im Auftrage des Königs Rußland zu gewinnen. Er selbst war für ein Zusammengehen mit Frankreich. Ende Juni 1756 war er nach Potsdam berufen worden, um mitzuberathen, was geschehen solle. Nebst Winterfeld und Retzow nahm er an dem Entwurfe des Feldzugsplanes theil. Als er erfuhr, wie die politische Sachlage war, sprach er für sofortiges angriffsweises Vorgehen. Als dieses beschlossen war, wurde ihm der Auftrag, mit dem linken Flügel des Heeres, 27 000 Mann, aus der Grafschaft Glatz in Böhmen einzudringen. Nach unbedeutenden Zusammenstößen mit dem Feinde kehrte er, den allgemein getroffenen Anordnungen entsprechend, für den Winter nach Schlesien zurück. Am 18. April 1757 brach er zu seinem letzten Feldzuge auf. Es waren ihm 33 000 Mann unterstellt. Unter mannigfachen Kämpfen ging es von Niederschlesien auf Prag. Hier sollte er sich mit dem Könige vereinigen. Am 6. Mai konnte er sich bei diesem zur Stelle melden und den Plan zur Schlacht vernehmen. S. war nicht einverstanden, daß geschlagen werden solle, aber mit dem Worte „Frische Fische, gute Fische“ schnitt Friedrich die Erörterung der Frage ab. Der sofortige Angriff war beschlossen. S. erkundete das Gelände, in welchem er denselben unternehmen wollte. Dabei lief eine verhängnißvolle Täuschung unter. Man nahm abgelassene Teiche, deren Boden mit Rohr besäet war, für festen Wiesengrund. es zeigte sich dies später. Nun zögerte der König, aber „Frische Eier, gute Eier“ meinte jetzt S.; doch der Angriff gerieth ins Stocken, die feindlichen Geschütze überschütteten die preußische Infanterie mit mörderischem Feuer, die Bataillone begannen zu wanken und zu weichen. Um sie wieder [425] vorzuführen, ergriff S. die Fahne des 2. Bataillons seines eigenen Regiments, doch kaum war er zwölf Schritte vorwärts gekommen, so durchbohrten fünf Kartätschkugeln seinen Leib und entseelt sank er vom Rosse. General Heinrich v. Manteuffel nahm das Feldzeichen aus seiner erstarrenden Hand und gab es dem Junker wieder, aber die Grenadiere gingen zurück, der Versuch sie vorzuführen war erfolglos geblieben. Wie es kam, daß die Schlacht dennoch gewonnen wurde, gehört nicht hierher. Die Leiche wurde einbalsamirt und in der Gruft zu Wusseken bei Schwerinsburg beigesetzt. S. starb ohne Leibeserben, aber die Soldaten nannten ihn ihren Vater, und Mitchell, der englische Gesandte, schrieb am Abend der Schlacht „das ganze Heer ist in Thränen über Schwerin’s Tod“. Der König wurde seinem Andenken durch die Zeilen gerecht: „Le maréchal de Schwerin seul valait au delà de dix mille hommes. Sa mort flétrissait les lauriers de la victoire, achetés par un sang trop précieux“.

J. G. Wöllner, Ein Christ und ein Held oder Nachrichten von S., Frankfurt a. O. 1758. – C. F. Pauli, Leben großer Helden, I, Halle 1759. – Varnhagen von Ense, Leben Schwerin’s, Berlin 1841. – L. Gollmert, Wilhelm und Bernhard Grafen S.. Geschichte des Geschlechts v. S., 2. Theil, Berlin 1878. – O. Schwebel, die Herren und Grafen v. S., Berlin 1885.