ADB:Viol, Hans

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Viol, Hans“ von Gerold Meyer von Knonau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 8–9, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Viol,_Hans&oldid=- (Version vom 6. Dezember 2019, 01:22 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Vintler, Hans von
Nächster>>>
Virdung, Johann
Band 40 (1896), S. 8–9 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Januar 2019, suchen)
GND-Nummer 121273083
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|40|8|9|Viol, Hans|Gerold Meyer von Knonau|ADB:Viol, Hans}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=121273083}}    

Viol: Hans V., Schlachtliederdichter des 15. Jahrhunderts. Unter den Verherrlichern der Großthaten der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert, die zu zahlreichen Volksliedern, oft mehreren über das gleiche Ereigniß, Anlaß gaben, steht die Gruppe der Luzerner Dichter voran. Neben einander stehen der jüngere Hans Halbsuter (s. A. D. B. X, 405 u. 406) und Hans Ower, der 1446 das Lied vom Sieg bei Ragaz sang, wahrscheinlich von Abstammung ein Schaffhauser, dann 1440 Bürger in Basel, nachher in Luzern und daselbst Knecht bei dem dortigen Rathsherrn und Richter Klaus Wanner, zuweilen auch als Stadtläufer gebraucht. Dann folgen mit dem Lied vom Waldshuter Zuge 1468 Töni Steinhuser, von Wil, zeitweise in Appenzell, hernach auch in Luzern, und mit dem Liede von der „Ewigen Richtung“ mit Oesterreich 1474 und dem einen vom Siege bei Grandson Rudolf Montigel, der wahrscheinlich auch ein Luzerner war. Sicher war dagegen eben Hans V. von Luzern gebürtig, um 1443 als Vyola im Steuerbuche genannt, der in einem Murten-Liede und in dem Liede von [9] der Schlacht bei Giornico 1478 vertreten ist, ein armer Mann nach seiner Selbstaussage am Schlusse des zweiten Liedes. Er steht in seinen beiden Liedern in individueller Eigenthümlichkeit da. Weitere Luzerner waren noch am Ende des Jahrhunderts und am Anfang des 16. Jahrhunderts, mit Liedern über Ereignisse des Schwabenkriegs, der italienischen Feldzüge, Hans Wick, dann der bei Luzern wohnende Rapperswiler Peter Meiler, Hans Birker.

Viol’s Lieder stehen in Rochus von Liliencron Historischen Volksliedern der Deutschen, Bd. II, als Nr. 143, 154. Vgl. auch Lütolf: Luzern’s Schlachtliederdichter im XV. Jahrhundert (Geschichtsfreund, Bd. VIII, S. 184 ff.), Th. v. Liebenau’s Notizen im Anzeiger für schweizerische Geschichte, Bd. I, S. 279 ff., Bd. II, S. 303 ff., Bd. III, S. 272 ff., ferner L. Tobler, Schweizerische Volkslieder, Bd. II (Bibliothek älterer Schriftwerke der deutschen Schweiz, Bd. V), S. VII ff., endlich zur Charakteristik der Dichter und ihrer Ausdrucksweise G. Meyer von Knonau: Die schweizerischen historischen Volkslieder des fünfzehnten Jahrhunderts (1870).