Apokalypse des Sophonias

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Titel: Apokalypse des Sophonias
Untertitel: oder: Apokalypse des Zephanias
aus: Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel S. 168–177
Herausgeber: Paul Rießler
Auflage:
Entstehungsdatum: 2. Jahrhundert n. Chr.
Erscheinungsdatum: 1928
Verlag: Dr. B. Filser
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Erscheinungsort: Augsburg
Übersetzer: Paul Rießler
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Quelle: ULB Düsseldorf und Commons
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Die Ausgabe von Georg Steindorff[WS 1] liegt der Übersetzung Rießlers zu Grunde. Die zur Zeit maßgebliche wissenschaftliche Übersetzung von Bernd Jörg Diebner[WS 2] stimmt mit Rießler in der Kapitel- und Verszählung weitestgehend überein. Der Abschnitt I bei Rießler entspricht dem sahidischen Text (S), der Abschnitt II dem achmimischen Text (A) bei Diebner.

[168]
10. Apokalypse des Sophonias


I. 1. Kapitel: Höllenpein
1
Ich schaute eine Seele;

fünftausend Engel quälten und bewachten sie;
sie nahmen sie nach Osten mit
und nach dem Westen;
sie schlugen sie dabei,
und jeder gab ihr täglich hundert Geißelhiebe.

2
Da ward ich voller Furcht

und warf mich auf mein Antlitz nieder
und meine Kniee lösten sich.

3
Darauf ergriff der Engel meine Hand

und sprach zu mir:
„Sei stark, damit du siegst!
Sei stark und du besiegst den Ankläger
und kommst so aus der Unterwelt!“

4
Darauf erhob ich mich und sprach:

„Wer ist die, die gepeinigt wird?“

5
Er sprach zu mir:

„Es ist dies eine Seele,
die in den Sünden ward erfunden.
Bevor sie dazu kam, sie zu bereuen,
ward sie vom Tode heimgesucht.

6
Ich, Sophonias, sah dies wahrlich im Gesicht.

Darauf begleitete des Herren Engel mich noch weiter.

7
Da sah ich einen großen, weiten Ort,

den tausendmal Tausend zur Linken
und zehntausendmal Zehntausend zur rechten Seite umgaben,
der eine von dem anderen verschieden.

8
Die Haare waren aufgelöst wie bei den Weibern

und ihre Zähne waren ...


II. 1. Kapitel: Sophonias mit dem Engel
1
Und wir bestatten ihn bei seinem Tod wie alle Menschen.
2
Wir tragen ihn hinaus,

indem wir vor ihm Zither spielen
und mit Gesängen über seinen Leib psallieren.

[169]
3
Dann ging ich mit des Herren Engel.

Da führte er mich über meine ganze Stadt.
Es war vor meinen Augen niemand da.

4
Darauf bemerkte ich zwei Leute,

die miteinander auf dem gleichen Wege gingen.

5
Dann sah ich noch zwei Weiber,

die miteinander eine Maschine trieben.
Ich schaute sie, wie sie sich unterhielten ...

6
Dann schaute ich die ganze Erde ...


2. Kapitel: Im Himmel
1
Ich sprach nun zu des Herren Engel:

„Ist keine Finsternis an diesem Ort, noch Nacht?“

2
Er sagte zu mir: „Nein.“

„Denn an dem Ort, wo die Gerechten und die Heiligen sind,
gibt’s keine Finsternis;
sie sind im Lichte allezeit.“

3
Dann sah ich alle Menschenseelen, die in Strafe sind.
4
Ich seufzte zu dem Herrn,

zu dem Allmächtigen:
„O Gott, wenn du bei deinen Heiligen weilst,
dann bist du großmütig auch mit der Welt
und diesen Seelen, die in Strafe sind.“

5
Da sprach zu mir des Herren Engel:

„Komm jetzt!
Ich zeig dir die Gerechtigkeit.“

6
Er führte mich nun auf den Berg Seïr

und zeigte mir drei Männer.


3. Kapitel: Die Priestersöhne
1
Mit diesen gingen nun zwei Engel,

die über sie sich freuten und aufjubelten.

2
Ich sprach zum Engel:

„Wer sind denn diese?“

3
Er sprach zu mir:

„Es sind die drei des Priesters Joatham Söhne,
die ihres Vaters Anordnung nicht hielten
und nicht die Satzungen des Herrn befolgten.“

4
Dann sah ich noch zwei Engel

und diese weinten über die drei Söhne des Priesters Joatham.

5
Ich sprach zum Engel:

„Wer sind diese?“
Er sprach:
„Dies sind des Herren, des Allmächtigen Engel;
sie schreiben alle guten Werke der Gerechten in ihr Buch;
sie sitzen dabei an der Himmelspforte.


[170]
4. Kapitel: Die Engel der Guten und der Bösen
1
Dann nehm ich’s ihnen weg

und bring es vor den Herren, den Allmächtigen,
damit er ihre Namen in dem Buche der Lebendigen verzeichne.

2
Doch auch die Engel jenes Anklägers auf Erden,

verzeichnen alle Menschensünden in ihr Buch;
auch diese sitzen an der Himmelspforte
und melden sie dem Ankläger,
damit er sie in seinem Buch verzeichne,
um diese anzuklagen,
wenn sie aus dieser Welt hieher gelangen.“

3
Dann ging ich weiter mit des Herren Engel

und schaute vor mich hin.

4
Da sah ich einen Ort daselbst,

den tausendmal Tausend
und zehntausendmal Zehntausende durchschritten.

5
Und ihr Gesicht glich dem des Panthers;

die Zähne standen aus dem Munde wie bei Bären.


5. Kapitel: Die Strafengel
1
Ihr Haar war aufgelöst wie Frauenhaar;

in ihren Händen waren Feuergeißeln.

2
Bei ihrem Anblick überkam mich Furcht;

ich fragte jenen Engel, der da mit mir ging:
„Wer sind doch diese?“

3
Er sprach zu mir:

„Dies sind die Diener für die ganze Schöpfung;
sie kommen zu der Sünder Seelen,
entführen sie
und legen sie hier nieder.

4
Drei Tage schweben sie mit ihnen in der Luft umher,

bevor sie sie ergreifen
und in die ewige Strafe schleudern.“

5
Ich sprach:

„Ich bitt dich, Herr.
Erlaube ihnen nicht,
hieher zu mir zu kommen!“

6
Da sprach der Engel:

„Hab keine Furcht!
Ich laß sie nicht an dich herankommen.
Es sandte mich der Herr ja, der Allmächtige, zu dir;
denn du bist vor ihm rein.“


6. Kapitel: Die Himmelstore
1
Drauf gab er ihnen einen Wink;

sie zogen sich zurück.
und flohen vor mir.

[171]
2
Ich aber ging mit Gottes Engel weiter

und blickte vor mich hin
und schaute Tore.

3
Als ich mich ihnen näherte,

fand ich, daß dieses eherne Tore waren.

4
Darauf berührte sie der Engel;

sie öffnen sich vor ihm.
Ich ging mit ihm hinein und fand,
daß ihre ganze Straße
der einer schönen Stadt recht ähnlich war.

5
Ich ging darauf in ihrer Mitte.

Da wandelte des Herren Engel
bei mir an jener Stelle die Gestalt:

6
Ich aber sah sie an und fand,

daß dieses eherne Tore seien
mit ehernen Schlössern, Eisenriegeln.


7. Kapitel: Das Höllenmeer
1
Mein Mund jedoch ward dort verschlossen;

ich blickte vor mich hin
und sah die ehernen Tore,
die Feuer sprühten an die fünfzig Stadien weit.

2
Und wiederum wich ich zurück

und sah ein großes Meer.

3
Ich meinte zwar,

es sei ein Meer von Wasser;
doch fand ich,
daß es ein ganzes Meer von Feuerschlamme war;
es warf viel Feuer aus;
von Schwefel und von Pech erglühten seine Wogen.

4
Sie wollten mir dann näher kommen.
5
Da meinte ich,

daß der Allmächtige, der Herr, erscheine,
mich heimzusuchen.

6
Bei seinem Anblick warf ich mich aufs Angesicht,

ihn anzubeten.

7
Ich fürchtete mich recht

und fing zu bitten an,
er möchte mich aus dieser Not befreien.


8. Kapitel: Der große Engel
1
Ich seufzte:

„Eloi, Herr, Adonai Sabaoth!
Ich bitte dich,
du mögest mich aus dieser Not erretten,
die mich getroffen!“

[172]
2
In jener Stunde stand ich da

und schaute vor mir einen großen Engel;
es flatterte sein Haar gleich dem des Löwen,
aus seinem Munde standen Zähne wie bei einem Bären;
sein Haar war aufgelöst, wie bei den Weibern;
sein Leib glich dem der Schlangen;
er wollte mich verzehren.

3
Bei seinem Anblicke bekam ich Angst vor ihm,

daß alle Glieder meines Leibes zitterten.

4
Ich warf mich auf mein Antlitz nieder;

ich konnte nicht mehr stehen.


9. Kapitel: Gebet
1
Dann fing ich an,

vorm Herren, dem Allmächtigen zu beten:
„Du wirst aus dieser Not mich retten,
du, der du Israel gerettet
aus des Ägypterkönigs Pharao Hand!
Du, der du aus der Hand der sündigen Ältesten Susanna rissest!
Du, der du die drei Heiligen gerettet hast,
Sedrach, Misach, Abdenago, aus glühendem Feuerofen!
Ich bitte dich,
daß du aus dieser Not auch mich errettest.

2
Alsdann erhob ich mich,

stand auf und schaute,
wie da ein großer Engel vor mir stand.

3
Sein Antlitz leuchtete in seiner Herrlichkeit wie Sonnenstrahlen.

Sein Angesicht glich dem, der voll in seinem Glanz.

4
Er war gegürtet, wie mit einem goldnen Gürtel über seiner Brust,

und seine Füße waren wie im Feuer glühendes Messing.


10. Kapitel: Die Unterwelt
1
Ich freute mich bei seinem Anblick.

Ich dachte ja,
daß der Allmächtige, der Herr, gekommen sei,
mich heimzusuchen.

2
Ich warf mich auf mein Angesicht

und betete ihn an.

3
Er sprach zu mir:

„Merk auf!
Bet keineswegs mich an!
Ich bin nicht der Allmächtige, der Herr;
ich bin der große Engel Eremiel,
der über den Abgrund drunten und die Unterwelt gesetzt,
wo alle Seelen eingeschlossen sind
seit jener Sintflut, die auf Erden war,
bis auf den heutigen Tag.“

[173]
4
Ich fragte nun den Engel:

„Was für ein Ort ist dies, zu dem ich hergekommen?“
Er sprach zu mir:
„Das ist die Unterwelt.“

5
Ich fragte ihn:

„Wer ist der große Engel,
den ich hier stehen sah?“
Er sagte:
„Der vor dem Herrn die Menschen anklagt.“


11. Kapitel: Die Schriftrolle
1
Ich blickte hin und sah,

wie eine Schriftrolle in seinen Händen lag.

2
Er fing nun an, sie aufzumachen.
3
Als er sie ausgebreitet,

da las ich sie in meiner Sprache
und fand von ihm darin verzeichnet
all meine Sünden, die ich je getan
von meiner Kindheit bis zum heutigen Tag;
sie alle waren in der Schriftrolle verzeichnet;
darunter war auch nicht ein falsches Wort.

4
War ich vielleicht nicht hingegangen,

um einen Kranken oder eine Witwe zu besuchen,
so fand ich, daß es mir in meiner Schriftrolle
als ein Vergehen angeschrieben war.

5
Und hatt’ ich eine Waise nicht besucht,

so fand ich, daß es mir in meiner Schriftrolle
als ein Vergehen angeschrieben war.
Und hatte ich an einem Tage nicht gefastet
oder nicht zu der Zeit des Gebets gebetet,
so fand ich, daß es mir in meiner Schriftrolle
als ein Vergehen angeschrieben war.


12. Kapitel: Die Schriftrolle
1
Und hatte ich mich einen Tag

nicht zu den Kindern Israels gewendet,
so fand ich, daß es mir in meiner Schriftrolle
als ein Vergehen angeschrieben war.

2
So warf ich mich denn auf mein Angesicht

und fing vorm Herren, dem Allmächtigen, zu beten an:

3
„Dein Mitleid möge mich erreichen!

Und mögst du meine Schrift abwischen!
An jedem Ort ist ja dein Mitgefühl
und füllet jede Stätte.“

4
Und als ich mich erhob und aufrecht stand,

sah ich vor mir da einen großen Engel.

[174]
5
Er sprach zu mir:

„Sei siegreich und sei stark!
Du bist ja stark
und du besiegst den Ankläger.
Du kommst auch aus der Unterwelt
und aus dem Abgrunde heraus;
du wirst jetzt an dem Überfahrtsort übersetzen.“

6
Und wieder brachte er ein andres Buch,

das mit der Hand beschrieben war,
und fing es auszurollen an.
Ich laß darin und fand,
daß es in meiner Sprache geschrieben war.


13. Kapitel: Das Gericht
(Lücke von zwei Seiten)
1
Sie nahmen meine Hand

und hoben mich in jenes Schiff
und fingen an, vor mir zu singen,
die tausendmal Tausend
und die zehntausendmal zehntausend Engel.

2
Auch hüllte ich mich in ein Engelskleid

und sah, wie alle jene Engel beteten.

3
Und da begann auch ich,

mit ihnen allzumal zu beten,
und ich verstand auch ihre Sprache,
worin sie mit mir redeten.

4
Jetzt also, meine Söhne!

Dies ist der Streit,
wobei das Gute und das Böse abgewogen wird.

5
Drauf trat ein großer Engel heraus

mit einer goldenen Trompete,
und er begann,
sie dreimal über meinem Haupt zu blasen,
indem er sprach:
„Besiege dich, der du gesiegt!
Sei stark, der du so stark gewesen!
Den Ankläger besiegtest du,
und so entgingest du dem Abgrund und der Unterwelt.


14. Kapitel: Himmelsreise
1
Du wirst jetzt an dem Überfahrtsort übersetzen.

Dein Name ward ins Buch der Lebenden ja eingetragen.“

2
Da wollte ich ihn küssen;

doch konnte ich es nicht;
denn seine Herrlichkeit war groß.

3
Er lief zu allen den Gerechten,

zu Abraham, Isaak, Jakob, Enoch, Elias und David.

[175]
4
Er sprach mit ihnen wie ein Freund mit seinem Freund,

die miteinander reden.

5
Nun kam zu mir der große Engel,

in dessen Hand die goldene Trompete war,
und blies auf ihr hinauf zum Himmel.

6
Da tat der Himmel sich von Osten bis nach Westen auf,

von Norden bis nach Süden.


15. Kapitel: Der Strafort
1
Ich sah das Meer,

das ich schon drunten in der Unterwelt geschaut.

2
Es hoben seine Wogen sich hinauf bis zu den Wolken;

ich sah, wie alle Seelen darin untertauchten.

3
Ich sah auch einige,

wie ihnen ihre Hände an den Nacken angebunden waren
und die an Händen und an Füßen Fesseln trugen.

4
Ich fragte: „Wer sind diese?“
5
Er sprach zu mir:

„Die sind es, die bestechen
und die den Menschen Gold und Silber geben,
bis sie verführt die Menschenseelen.“

6
Ich sah dann auch noch andere,

die eingehüllt in Feuermatten waren.

7
Ich fragte: „Wer sind diese?“
8
Er sprach zu mir:

„Das sind, die Geld auf Zinsen leihen
und Zinseszinsen nehmen.“

9
Dann sah ich Blinde; diese schrieen;

ich staunte.

10
Als ich nun alle diese Gotteswerke sah,

da fragte ich:
„Wer sind denn diese?“


16. Kapitel: Im Strafort
1
Er sprach zu mir:

„Das sind die Katechumenen,
die Gottes Wort gehört,
doch in dem Werk, das sie vernommen, keinen Fortschritt machten.“

2
Ich sprach zu ihm:

„Ja, haben sie denn keine Reue?“

3
Er sagte: „Doch.“

Ich sprach: „Bis wann?“

4
Er sprach zu mir:

„Bis zu dem Tage, wo der Herr sie richtet.“

[176]
5
Dann sah ich wieder andere;

sie waren haarig.

6
Ich sprach:

„Gibt’s hier denn Haar und Körper?“

7
Er sagte: „Ja!

Der Herr gibt ihnen Leib und Haar,
wie’s ihm gefällt.“

8
Dann schaute ich noch viele,

die er herausgeführt,
und die auf alle diese Strafen blickten.

9
Sie fingen an zu schreien

und vor dem Herren, dem Allmächtigen, zu beten.
Sie sprachen also:


17. Kapitel: Fürbitte der Gerechten
1
„Wir bitten dich für diese,

die da in allen diesen Strafen sind...
hab doch mit ihnen allen Mitleid!“

2
Als ich sie aber all gesehen,

da sprach ich zu dem Engel, der da mit mir redete:
„Wer sind doch diese?“

3
Er sprach zu mir:

„Die zu dem Herren beten,
sind Abraham, Isaak und Jakob.

4
Zu einer Stunde kommen sie an jedem Tage mit dem großen Engel her,

und dieser bläst hinauf zum Himmel
und dann zur Erde.

5
Und alle die Gerechten hören diesen Ton

und kommen eilends her
und flehen zu dem Herren, dem Allmächtigen, täglich
für die, die alle diese Strafen drunten leiden.“

6
Und wieder kommt der große Engel her,

in seiner Hand die goldene Trompete,
und bläst hinab zur Erde.

7
Man hört ihn in den Gegenden des Ostens bis zum Westen,

im Süden bis zum Norden.


18. Kapitel: Gottes Zorn
1
Und abermals bläst er hinauf zum Himmel;

man hört dort seinen Ton.

2
Ich sagte: „Herr!

Weswegen ließest du bis jetzt
mich nicht an alle die heran?“

3
Er sprach zu mir:

„Ich habe keine Macht, sie dir zu zeigen,

[177]

bis daß der Herr sich, der Allmächtige, in seinem Zorn erhebt,
die Erde und den Himmel zu vernichten.
Sie schauen es
und wanken unter Schreien allesamt,
indem sie also sprechen:

4
Wir wollen dir ein jeglich Fleisch, das dir gehört,

am Tag des Herren geben.

5
Wer kann vor ihm bestehen,

wenn er in seinem Zorne sich erhebt,
so daß die Erde zittert samt den Bäumen allen auf der Erde?

6
Entwurzelt werden sie und niederstürzen

und alle hohen Türme, alle Vögel stürzen hin.“

Erläuterungen

[1274]

10. Zur Apokalypse des Sophonias

Das Werk ist jüdischen Ursprungs; später wurde es christlich überarbeitet. Es ist eng verwandt mit der anonymen Apokalypse; besonders auffallend ist die Übereinstimmung von Soph 1, 3 ff mit 12, 5 des anonymen Werkes. Dieses anonyme Stück ist vielleicht nur eine andere Rezension der Sophoniasapokalypse. Es ist gleichfalls ein jüdisches und zwar essenisches Werk; dafür spricht besonders das Sündenregister mit seiner Betonung der caritativen Pflichten[1275] 11, 4 f (s. Texte und Untersuchungen N. F. 2. G. Steindorff, Die Apokalypse des Elias 1899).

  • I 1: 3 Ankläger = Satan (s. Zach 3, 1) 7 Engel.
  • II 1: 3 Jerusalem 5 vgl. Matth 24, 41 „zwei mahlen an einer Mühle“.
  • 2: 6 Das Gebirge Seïr im Edomiterland war Esaus Wohnsitz (Gen 32, 4 Dt 2, 4).
  • 3: 3 unbekannt im A. T.
  • 4: 1 „Buch der Lebenden“ auch in Ps 68, 29 Phil 4, 3 Apok 17,8 genannt. 4 ebenso in Dan 7, 10 Henoch 40, 1 u. a.
  • 5: 4 Die Straße der Stadt in der Unterwelt.
  • 7: 3 Ein großer See mit Feuerschlamm auch in der Petrusapok. 23.
  • 9: 3 Dem Vollmond gleich, 4 Apok 1, 13 ff.
  • 10: 3 Apok 19,10. Eremiel auch in 4 Esr 4, 36 Apok Baruch 55, 3 genannt.
  • 11: 3 Apok 20, 12. 4 Die Bevorzugung der Liebeswerke weist auf essenischen Ursprung.
  • 12: 1 Seelsorgerliche Tätigkeit eines Volkslehrers.
  • 13: 1 die Engel. 4 Beim ägypt. Totengericht wird das Herz des Verstorbenen vor Osiris auf einer Waage gewogen.
  • 15: 5 „bestechen“ oder forttragen; der Ausdruck ist unsicher. 8 Die Wucherer und Zinseszinsforderer stehen in der Petrusapokalypse in einem mit Eiter und Blut gefüllten See.
  • 16: 1 „Katechumenen“ muß nicht christlich sein. Es steht hier im Sinn von Hörern im Gegensatz zu Tätern, wie Jak 1, 22. 7 s. 1 Kor 15, 38.
  • 17: 2 s. Zach 1, 13; u. ä.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Die Apokalypse des Elias, eine unbekannte Apokalypse und Bruchstücke der Sophonias-Apokalypse. Koptische Texte, Übersetzung, Glossar (Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur 17, 3a; N. F. Bd. 2, H. 3a), Leipzig: Hinrichs 1899 Internet Archive.
  2. Zephanjas Apokalypsen (JSHRZ V/9), Gütersloh 2003

Siehe auch folgende Artikel aus Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft zu dem hier dargebotenen Text:

Sowie: